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Stillstandsmanager Sven Plum hat bereits mehrere als 30 Turnarounds begleitet Bild: von Hoensbroech

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65.000 Arbeitsschritte für mehr Effizienz Der Shell Energy and Chemicals Park Rheinland hat 2021 erneut sehr aufwendige Instandsetzungs- und Wartungsarbeiten durchgeführt. Die gesetzlich vorgeschriebenen „Stillstände“ sichern nicht nur die Produktqualität, sondern sind für den Transformationsprozess enorm wichtig.

24.11.2021

Noch bis vor wenigen Wochen waren täglich bis zu 2.700 zusätzliche Mitarbeitende von Partnerfirmen im Werk Wesseling. Von Mitte August bis Anfang Oktober tauschten sie 225.000 Schrauben aus, bauten 180.000 Kubikmeter Gerüst auf und wieder ab. Der sogenannte „Großstillstand“ umfasste 65.000 einzelne Arbeitsschritte.

Der Shell Energy and Chemicals Park Rheinland unterzieht in Zusammenarbeit mit dem TÜV seine Anlagen in festgelegten Abständen planmäßigen Instandsetzungs- und Wartungsarbeiten. Diese sogenannten „Stillstände“ – auf Englisch „Turnaround“ – finden regelmäßig statt.

Damit die Wartungsarbeiten sicher, schnell und reibungslos ablaufen, ist viel Planung nötig. Die Stillstandsmanager Sven Plum und André Nußbaum und ihr Team haben den Turnaround drei Jahre lang vorbereitet. „Eine besondere Herausforderung war dabei die Pandemie. Daher haben wir uns intensiv mit anderen Standorten ausgetauscht, die schon Stillstände unter Coronabedingungen durchgeführt haben“, erklären die Beiden. Auch im Shell Energy and Chemicals Park Rheinland sind bereits drei Stillstände unter den pandemischen Bedingungen sicher abgewickelt worden. Dies war nun der vierte Turnaround unter Coronabedingungen.

Die Gesundheit hat immer oberste Priorität

Das Team nahm mögliche Risikostellen im und ums Werk unter die Lupe und traf für jede identifizierte Schwachstelle Gegenmaßnahmen. „Die Gesundheit der Stillstandsmitarbeiter, Stammbelegschaft und Nachbarschaft hat dabei immer oberste Priorität gehabt“, betont Plum. Da 95 Prozent der Arbeiten unter freiem Himmel stattfanden, gab es eine ausreichende Belüftung der Arbeitsbereiche.

Vorab hatte das Stillstandsteam das Sicherheits- und Hygienekonzept dem Gesundheitsamt des Rhein-Erft-Kreises und der Bezirksregierung Köln präsentiert. Das Konzept berücksichtigte Parkplätze, Werkszugang, Umkleiden, Duschen, Kantinen und Pausenbereiche, Büros und Besprechungscontainer. Zudem teilte es die Stillstandsmannschaft in drei Gruppen auf, die die Sozialbereiche nur in getrennten Zeitfenstern nutzen durften. Reinigungskräfte säuberten, desinfizierten und lüfteten die Räumlichkeiten in der Zwischenzeit. „Vor und während des Stillstands haben wir zudem einen engen und konstruktiven Austausch mit den Managements der beauftragten Partnerfirmen gepflegt“, so Nußbaum und ergänzt: „Wenn du es eilig hast, gehe langsam.“


"Shell nutzt Turnaround zur Optimierung"


Am 18. August fuhr Shell die ersten Anlagen, die gewartet werden mussten, herunter. Damit etwa Schweißer, Schlosser, Gerüstbauer oder Isolierer aus ganz Europa ihre Arbeit aufnehmen konnten. Produktion und Versorgung der Kunden blieben jedoch durch entsprechende Vorausplanung die gesamte Zeit über gesichert.

Dabei nutzt Shell den Stillstand jedoch nicht nur für die Instandhaltung, sondern auch für die Optimierung. Insgesamt acht Projekte realisierte das Stillstandsteam in den Anlagen. Dabei haben sie diese technisch optimiert und die Energiebilanz deutlich verbessert. Damit investiert Shell in die Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit des Standorts und sichert darüber hinaus direkte und indirekte Arbeitsplätze, die damit zusammenhängen. Die Anlagen werden technisch so fit gemacht, dass sie im weiteren Verlauf der Transformation von der ehemaligen Rheinland Raffinerie in einen Energy and Chemicals Park weiter betrieben werden können.

„Auch zukünftig werden Stillstände eine zentrale Rolle für die Sicherheit, Sauberkeit und Effizienz des Energy and Chemicals Park Rheinland spielen“, prognostiziert André Nußbaum. Gerade durch die ambitionierten Ziele bei der Reduktion von Emissionen sei es extrem wichtig, sich auf hochmoderne und technisch einwandfreie Anlagen verlassen zu können. Regelmäßige Turnarounds sind dabei die Antreiber der Transformation.
  

Turnarounds sind Pflicht

Unternehmen wie der Shell Energy and Chemicals Park Rheinland sind rechtlich verpflichtet, ihre Anlagen regelmäßig einer Überprüfung durch unabhängige Sachverständige zu unterziehen. Die dafür maßgeblichen Grundlagen sind unter anderem die Druckgeräterichtlinie und Betriebssicherheitsverordnung. Sie ist vergleichbar mit der TÜV-Prüfung bei einem Auto.