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Gezielt den Fachkräftemangel bekämpfen: Die Qualifikationsangebote der drei Berufskollegs im Kreis Euskirchen sind vielfältig und umfassen viele Arbeitsbereiche

Die Metallbau-Azubis üben mit einer Virtual-Reality-Brille in der Euskirchener Berufsschule das Schweißen Foto: Thomas Steinicke

Die Berufskollegs im Kreis Euskirchen gewinnen gerade in Zeiten des Fachkräftemangels eine immer größere Bedeutung. Neben der klassischen Ausbildung innerhalb des Dualen Systems bietet etwa das Thomas-Eßer-Berufskolleg (TEB) in Euskirchen weitreichende Entwicklungsmöglichkeiten. Schüler, die keinen Ausbildungsbetrieb gefunden haben, werden in Theorie und Praxis auf die Berufswelt vorbereitet und können den Hauptschulabschluss beziehungsweise die Fachoberschulreife erwerben. Junge Menschen mit Migrationshintergrund werden durch Deutschunterricht auf eine berufliche Ausbildung vorbereitet. Schüler, die bereits den Mittleren Abschluss (Fachoberschulreife) erlangt haben, können zwischen den Bereichen Gesundheit- und Soziales, Metalltechnik, Elektrotechnik und Wirtschaft sowie Verwaltung wählen, um neben beruflichen Kenntnissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten den schulischen Teil der Fachhochschule zu erlangen. Im Bereich der Informationstechnik ist sogar der Berufsabschluss Informationstechnischer/e Assistent/in möglich.
   
Maßgebliche Veränderungen

Im Bereich Gesundheit und Soziales steht im kommenden Schuljahr eine maßgebliche Veränderung an. In der Fachschule für Sozialpädagogik erweitert das TEB sein Bildungsangebot um die praxisintegrierte Ausbildung (PIA) mit dem Schwerpunkt Hilfen zur Erziehung/Heim. In dieser Ausbildungsform stehen die Studierenden vom ersten Tag ihrer Ausbildung an in einem vergüteten Anstellungsverhältnis und sind an zwei Tagen pro Woche im Unterricht in der Schule. Die Angebote der Berufskollegs sind heute vielfältig: In den Bereichen Metall- und Elektrotechnik sowie Wirtschaft bietet das TEB die Fachschulen zur beruflichen Weiterbildung an. Der erworbene Abschluss Techniker/in oder staatlich geprüfte/r Betriebswirt/in befähigt zu Führungspositionen in Unternehmen und Organisationen. In einem computergesteuerten Sprachlernzentrum können Absolventen Englisch, Spanisch oder Französisch lernen. Audio- und Videomaterial sowie ein webbasierter Unterricht unterstützen die Grundkompetenzen Lesen, Schreiben, Hören und Sprechen in der Fremdsprache und bereiten auf reale berufliche Kommunikationssituationen vor. Das TEB werde von seinem Träger, dem Kreis Euskirchen, in besonderer Weise im Rahmen der Digitalisierung unterstützt. „So sind alle Unterrichtsräume mit SMART-Boards ausgestattet“, erläutert Hermann Wilkens, der seit Oktober das TEB mit seinen rund 2.100 Schülern und 115 Lehrkräften leitet.

"Wir entlassen jährlich rund 120 Erzieher auf den Arbeitsmarkt"

Digitales Zeitalter

Diesem Lob schließt sich Holger Mohr an. „Wir sind hervorragend ausgestattet, um unsere Schülerinnen und Schüler fit für das digitale Zeitalter zu machen“, sagt der Leiter des Berufskollegs Eifel in Kall. An rund 300 Rechnern, Digitalen Tafeln und einem IPad-Fremdsprachenzentrum lernen die rund 1.600 Schüler in den drei Bereichen Ernährungs- und Versorgungsmanagement, Gesundheitsmanagement sowie Wirtschaft, Verwaltung und Tourismus unter anderem den berufsnahen Umgang mit Word, Excel und Power Point. Mehr als 20 berufsbezogene Bildungsgänge bietet das Berufskolleg Eifel an. Qualifikationen vom Hauptschulabschluss bis hin zum Abitur sowie zum Abschluss als Staatlich geprüfter Betriebswirt können erworben werden. Zahlreiche Kurse zur unterrichtlichen Unterstützung, Beratungs- und Sportangebote, Sprachzertifikate, Auslandspraktika, europäische Schulpartnerschaften, eine Schülerband und ein Bistro runden das vielseitige Angebot ab. Rund 550 Schüler sowie Studierende besuchen das Berufskolleg St.-Nikolaus-Stift in Füssenich. Sie werden von 44 Lehrkräften betreut. „Wir entlassen jedes Jahr rund 120 Erzieher und Erzieherinnen auf den Arbeitssmarkt“, erklärt der Leiter des Berufskollegs, Norbert Paffenholz. Damit leiste die Einrichtung einen Beitrag im Kampf gegen den Fachkräftemangel im sozialpädagogischen Bereich. Vor zwei Jahren wurde in Füssenich der Ausbildungsgang Berufliches Gymnasium Gesundheit eingerichtet, der eine Klasse mit 25 Absolventen umfasst. „Die Nachfrage im Ausbildungssegment Gesundheit ist dramatisch hoch“, sagt Paffenholz.
  
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