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Bei groben Verschmutzungen oder optischen Problemen kommen statt „Geheimwaffen“ aus der Küche besser die Profis zum Einsatz Bild: Redpixel/stock.adobe.com

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Autoreinigung mit Köpfchen Backofenspray, Zahnpasta oder Kaffee: Die Liste der Geheimtipps für die Pkw-Pflege ist lang. Doch nicht alle halten, was sie versprechen – und manche können sogar Schaden anrichten

5.05.2020

Günstige Zahnpasta ersetzt teure Polierpaste, Kaffeesatz wirkt wie ein Duftspray: Statt für Spezialreiniger tief in die Tasche zu greifen, schwören manche Autofahrer auf Hausmittel, die ohnehin in Bad und Küche stehen oder sonst im Müll landen würden. Die Frage ist jedoch: Sind das Problemlöser oder Verschlimmbesserer? „Eine allgemein gültige Antwort darauf gibt es nicht“, sagt Dieter Thiel, Fachmann für Fahrzeugaufbereitung. Thiel importiert per Schiff Neuwagen, aber auch Oldtimer aus den USA nach Deutschland und kennt sich mit der Konservierung und Aufbereitung von Autos aus.
   

Es gibt meist ein „Aber“

Zu Zahnpasta, die erblindende Scheinwerfer wieder auf Vordermann bringen soll, sagt der Experte: „Das funktioniert zwar wegen der Polierstoffe in der Zahnpasta ein Stück weit.“ Dennoch rät Thiel davon ab. „Der Grund ist schlicht und einfach, dass es verboten ist.“ Denn Autoscheinwerfer besäßen eine Bauartgenehmigung und dürften deshalb grundsätzlich nicht verändert werden. Spätestens bei der nächsten Hauptuntersuchung könnten Fahrer den Putztrick bereuen. Der Fachreferent für Fahrzeugtechnik und -prüfung beim Tüv Nord, Bernd Stürmer, bestätigt: „Jede Veränderung an den Scheinwerfern und anderen mit E-Nummern versehenen Kfz-Bauteilen führt automatisch zum Erlöschen der Bauartgenehmigung.“ Stürmer hält generell wenig von den allermeisten Hausmitteln. Er rät dazu, zu Spezialreinigern zu greifen. Denn die Zubehörindustrie habe mittlerweile sehr hochwertige Pflege- und Wartungsmittel entwickelt, die perfekt auf die Erfordernisse der jeweiligen Autos abgestimmt seien.
Felgen sind kein Backofen

Sören Heinze vom Auto Club Europa (ACE) kennt ein Beispiel, bei dem ein bekanntes Hausmittel eher Schaden anrichtet: „Backofenspray ist kein Felgenreiniger“, warnt er. Denn die im Spray enthaltene Säure greife die Oberfläche der Felgen an. Korrosionsschäden drohten, westhalb Heinze zur Vorsicht beim Umgang mit haushaltsüblichen Spülmitteln rät. Bei der Innenraumreinigung, zum Beispiel am Armaturenbrett, sei gegen sie zwar nichts einzuwenden. Aber: „Der Fahrzeuglack sollte damit nicht in Berührung kommen, weil die im Spülmittel enthaltenen Tenside den Lack angreifen können.“ Die Experten warnen zudem vor dem Einsatz von Zeitungspapier beim Säubern und Trocknen beschlagener Scheiben. Es saugt zwar Nässe auf, zugleich landet aber Druckerschwärze auf dem Glas. „Dann sieht man gerade nachts nur noch konzentrische Kreise auf der Frontscheibe“, so Bernd Stürmer. Bessere Dienste leisten sogenannte Antibeschlagtücher. Ganz außen vor ist das Altpapier aber nicht – zumindest für Dieter Thiel. „Wenn im Winter zum Beispiel durch Schnee an den Schuhen Nässe ins Fahrzeuginnere gelangt und die Fußmatten und sogar der Teppich durchnässt werden, hilft die enorme Saugfähigkeit von Zeitungspapier, das man im Fußraum auslegt“, erläutert der Experte.

Felgen sind kein Backofen

Sören Heinze vom Auto Club Europa (ACE) kennt ein Beispiel, bei dem ein bekanntes Hausmittel eher Schaden anrichtet: „Backofenspray ist kein Felgenreiniger“, warnt er. Denn die im Spray enthaltene Säure greife die Oberfläche der Felgen an. Korrosionsschäden drohten, westhalb Heinze zur Vorsicht beim Umgang mit haushaltsüblichen Spülmitteln rät. Bei der Innenraumreinigung, zum Beispiel am Armaturenbrett, sei gegen sie zwar nichts einzuwenden. Aber: „Der Fahrzeuglack sollte damit nicht in Berührung kommen, weil die im Spülmittel enthaltenen Tenside den Lack angreifen können.“ Die Experten warnen zudem vor dem Einsatz von Zeitungspapier beim Säubern und Trocknen beschlagener Scheiben. Es saugt zwar Nässe auf, zugleich landet aber Druckerschwärze auf dem Glas. „Dann sieht man gerade nachts nur noch konzentrische Kreise auf der Frontscheibe“, so Bernd Stürmer. Bessere Dienste leisten sogenannte Antibeschlagtücher. Ganz außen vor ist das Altpapier aber nicht – zumindest für Dieter Thiel. „Wenn im Winter zum Beispiel durch Schnee an den Schuhen Nässe ins Fahrzeuginnere gelangt und die Fußmatten und sogar der Teppich durchnässt werden, hilft die enorme Saugfähigkeit von Zeitungspapier, das man im Fußraum auslegt“, erläutert der Experte.


"Besser nicht mit alten Zeitungen die Scheiben putzen"


Bohnen als Geruchskiller

Feuchtigkeit im Auto kann schnell zu miefigem Geruch führen. Kaffee – ob als Bohne, Pulver oder Kaffeesatz – soll hier helfen. Bernd Stürmer, der sonst kein Freund von Hausmitteln ist, hat Kaffeesatz selbst ausprobiert: „Und siehe da, es funktioniert.“ Auch Hausmittel-Skeptiker Sören Heinze bestätigt die geruchshemmende Wirkung: „Einfach eine Hand voll Bohnen oder Kaffeemehl in eine Tasse oder kleine Schale geben und über Nacht im Fußraum stehen lassen. Das wirkt.“ Natürlich müsse ebenfalls die Ursache des schlechten Geruchs beseitigt werden – sonst helfe irgendwann auch kein Kaffee mehr. Mit Material von dpa