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„De kölsche Düvjer“ wurden vor 20 Jahren von 15 engagierten Frauen gegründet – Im Jubiläumsjahr feierte die größte Damen-Karnevalsgesellschaft der Welt eine rauschende Benefiz-Gala in der Kölner Flora Image 1
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Jecke Frauen mit Herz und Verstand: „De kölsche Düvjer“ wurden vor 20 Jahren von 15 engagierten Frauen gegründet – Im Jubiläumsjahr feierte die größte Damen-Karnevalsgesellschaft der Welt eine rauschende Benefiz-Gala in der Kölner Flora

Foto: Jo Fober

Colombina Colonia 

Mehr als 450 Colombinen feiern aktuell 20 Jahre Colombina Colonia e. V. Nur die Wenigsten aus der traditionellen Männerdomäne im Kölner Karneval trauten dem Verein einen solchen Geburtstag zu, als 15 jecke Frauen um Gründungspräsidentin Annegret Cremer die erste Damen-Karnevalsgesellschaft in Köln am 27. April 1999 aus der Taufe gehoben haben.

Schmückendes Beiwerk

Prinzengattin, Funkemariechen oder Sängerin – das waren die Rollen, die Frauen im Fasteleer vor Gründung der Colombina Colonia zuteil wurden. „Frauen waren im Fastelovend schon früher gerne gesehen, aber eher als schmückendes Beiwerk“, sagt Ursula Brauckmann, heutige Präsidentin der Colombinen. „Wir wollten Frauen, die Spaß am Karneval haben, die Möglichkeit geben, den Karneval mitzugestalten“, erinnert sich Ehrenpräsidentin Annegret Cremer an die Anfänge.

Viele Pläne geschmiedet

Im sehr kurzweiligen „Jubiläumsbuch“ der Colombinen zum 20. Jahrestag gibt Annegret Cremer einen Einblick in die Gründungstage. Zum Beispiel über die Pläne, die sie wenige Tage nach Aschermittwoch 1997 mit ihrer Freundin Erni Niehr schmiedete, die später die 1. Vorsitzende des ersten Vorstands werden sollte. „Wir wollten die Veranstaltungen viel peppiger machen. Im Nu hatten wir die erste Sitzung auf dem Papier skizziert: Saal, Künstler und vor allem eine Bühne ohne Elferrats-Gestühl und schwarze Anzüge.“ Die neue KG benannte sich nach der Figur Colombina aus der italienischen Commedia dell‘Arte – sie heißt auf deutsch „Täubchen“, op Kölsch „Düvje“.

Idee aus der Schublade geholt

Prominente Paten nahmen auf der Benefiz-Gala die symbolischen Ballons entgegen Foto: KSTA-Archiv/Goyert
Prominente Paten nahmen auf der Benefiz-Gala die symbolischen Ballons entgegen Foto: KSTA-Archiv/Goyert
Von der Idee bis zur Gründung der Colombinen sollten aber noch mehr als zwei Jahre vergehen. Bevor der damalige Festkomittee-Präsident Hans-Horst Engels der Gründung der ersten Damengesellschaft in den Kölner Vereinskarneval seinen Segen erteilte, hatten die Colombinen der ersten Stunde bereits einen Erfolg feiern können. Am traditionellen Reibekuchenabend zu Pfingsten beim damaligen Präsidenten des Bundes Deutscher Karneval, Franz Wolf, schaffte es die gut gehüteste Idee aus der Schublade ans Tageslicht.

Feinschliff im Partykeller

Bei Annegret Cremer in Bickendorf gaben sich die Damen die Klinke der Haustür in die Hand, um im Partykeller die Gründung vorzubereiten. „Wir waren eine tolle Truppe. Alle Frauen kannten den Karneval, waren an der Seite ihrer Männer aktiv und wollten, statt Beiwerk zu sein, endlich mal selbst bestimmen“, erinnert sich Ursula Brauckmann. Bei Salat, Wein und Kölsch verteilten die Damen die Aufgaben und erfuhren schon bald, wie viel Arbeit sie sich aufgeladen hatten.

Moderne Sitzungen

„De kölsche Düvjer“ wurden vor 20 Jahren von 15 engagierten Frauen gegründet – Im Jubiläumsjahr feierte die größte Damen-Karnevalsgesellschaft der Welt eine rauschende Benefiz-Gala in der Kölner Flora Image 2
Allen Unkenrufen zum Trotz überstanden die Colombinen ihre Anfangszeit nicht nur mit Bravour, sondern revolutionierten schon bald nach dem Start und der Aufnahme ins Festkomitee im Februar 2000 den Sitzungskarneval. Sie schafften die Pausen ab, beendeten das Programm um 24 Uhr und führten den Ausschank von Bier vom Fass anstelle des Weinzwangs ein. Selbst ein „Showact“, der nichts mit dem Karneval zu tun hat gehörte bei den Veranstaltungen zum Programm – zum Beispiel ein Schlagersänger oder Comedian.

Dekorierter Saal

Zur Benefiz-Gala im Jubeljahr hatte die Colombina Colonia Ende August 2019 in den festlich dekorierten Festsaal der Kölner Flora eingeladen. Mehrere hundert Gäste und Colombinen folgten der Einladung, um bei der schon bewährten Vergabe der eingenommenen Spendengelder dabei zu sein. Nach dem Motto „Von Herzen für Köln“ wurden wieder diverse soziale Einrichtungen in Köln unterstützt, die sich für Frauen und Kinder in Not engagieren.

Großer Bedarf

„Die Not in Köln ist groß. Wir haben uns auf die Fahnen geschrieben, Kölner Frauen und Kinder zu unterstützen – dafür sammeln wir seit unserer Gründung Geld“, erklärt Colombinen-Präsidentin Brauckmann das soziale Engagement der Gesellschaft, die dieses Ziel in ihrer Satzung verankert hat. Die stattliche Summe von 110.000 Euro verteilten die jecken Wiever in diesem Jahr für verschiedene soziale Einrichtungen in Köln. Insgesamt ist die Spendensumme inzwischen auf rund eine Million Euro angewachsen. Stellvertretend nahmen Prominente aus Politik, Sport, Wirtschaft und Rundfunk auf der Bühne Luftballons als Symbole für eine Spende von jeweils 10.000 Euro entgegen und übergaben diese anschließend an die Empfänger.

Zahlreiche Anfragen

Viele Projekte konnten Dank der Unterstützung der Colombinen in den vergangenen 20 Jahren realisiert werden. Aus zahlreichen Anfragen wählt die Spendenbeauftragte Gabi Reintgen die Projekte aus, spricht mit den Trägern und überlegt, welche der vielen Lücken im sozialen Bereich mit Hilfe der Colombinen gestopft werden können.

www.colombina-colonia-ev.de

Figur aus der Commedia dell‘Arte

Foto: srs
Foto: srs
Ihre Namenswahl hätten die Colombinen kaum besser treffen können. Die „Colombina“ ist eine Figur aus der Commedia dell‘Arte, dem italienischen Straßentheater, das um 1560 in Italien gegründet wurde. Zum ersten Mal war dieses Theater auch eine Bühne für Frauen, denn dort werden weibliche Rollen von Damen gespielt – zuvor war ihnen das versagt. Lediglich als Tänzerinnen waren sie im Theater willkommen. Colombina, die kecke Dienerin und gewiefte Zofe, wirbelt das Spiel auf der Bühne tüchtig durcheinander. Sie hält die Fäden in der Hand, stiftet Verwicklungen an, um sie dann am Ende wieder aufzulösen. Sie flirtet mit Harlekin, ist gerissen, kann mit Geld umgehen und diskutiert über die Liebe. Colombina, wörtlich übersetzt „die kleine Taube“, ist heiter, klug, selbstbewusst und bringt die Liebenden zusammen. Mit Auftritten in verschiedensten Verkleidungen stiftet sie Chaos und löst die kompliziertesten Verstrickungen auf.

Die Veranstaltungen

5. Januar 2020
Herrensitzung

1. Februar 2020
Secret CC 4.0 – Maskenballparty

8. Februar 2020
Colombinen-Nacht

20. Februar 2020
Weiberfastnacht
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