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Vor allem für die Herstellung von Akkus ist das Gut sehr wichtig Bild: Valerie Garner/stock.adobe.com

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Das neue Gold ist blau Der Rohstoff Cobalt wird für die Produktion von Batterien verwendet, die in Elektrofahrzeugen zum Einsatz kommen – Das Übergangsmetall ist rar und deshalb besonders wertvoll

31.03.2020
Autohaus Badziong GmbH & Co. KG

Entdeckt wurde das chemische Element Cobalt bereits vor langer Zeit. Dementsprechend fand das Übergangsmetall nicht erst im 21. Jahrhundert bei der Herstellung von Smartphone-Akkus oder Batterien von Elektroautos Verwendung. Bereits vor dem 19. Jahrhundert wurde der Rohstoff eingesetzt, um beispielsweise Porzellan und Keramik zu bemalen. Aktuell ist Cobalt im Volksmund allerdings vor allem als Material bekannt, das für die Produktion von neuartigen Technologie-Gegenständen benötigt wird.

Erhöhte Nachfrage

Da in Industrieländern zukünftig vermehrt Fahrzeuge mit Elektromotoren ausgestattet werden sollen, verstärkte sich die Nachfrage nach dem Rohstoff in den vergangenen Jahren deutlich. Dass dieser Trend weiter anhält, ist offensichtlich. Daran ändert auch der Fakt nichts, dass es durch die Weiterentwicklung von Herstellungsprozessen gelungen ist, weniger Cobalt für Produkte wie Elektroauto-Batterien zu verwenden. So wurden Mitte 2019 bereits Akkus für Fahrzeuge entwickelt, die nur noch ein Drittel des ursprünglich verwendeten Cobalts benötigen. Doch da gleichstarke, cobaltärmere oder sogar cobaltfreie Batterien mittelfrisig noch nicht serienmäßig produziert werden können, ist klar: Das Interesse ist riesig, weitere Vorkommen dieses wertvollen Rohstoffes ausfindig zu machen und möglichst einfach erschließen zu können. Laut aktuellen Prognosen wird sich der Bedarf an Cobalt bis zum Jahr 2026 voraussichtlich nahezu verdoppeln.  


"Der Bedarf soll sich in den nächsten sechs Jahren verdoppeln"


Gewinnung aus Erzen

Cobalt wird vor allem aus Kupfer- und Nickelerzen gewonnen. Dabei ist die genaue Beschaffungsart von der Zusammensetzung des jeweiligen Erzes abhängig. Allerdings gibt es weltweit nur wenige Erzlagerstätten, in denen dieser Stoff in großen Mengen abgebaut werden kann. Die beiden wichtigsten davon befinden sich in den zentral- beziehungsweise südafrikanischen Ländern Kongo und Sambia, wobei rund 60 Prozent des aktuell verbrauchten Cobalts aus der Demokratischen Republik Kongo stammen. Problematisch: In kleinen Minen im Süden des Landes schuften Menschen unter prekären Bedingungen, teilweise sogar ohne Sicherheitsausrüstung und für einen geringen Lohn. Diese Umstände gilt es zu verbessern. Zudem ist es von großer Bedeutung weitere Vorkommen aufzuspüren. Etwa 120 Millionen Tonnen werden an verschiedenen Stellen unter den Erdkrusten des atlantischen, pazifischen und indischen Ozeans noch vermutet. Zum Vergleich: Die weltweit bekannten Colbalt-Reserven betragen lediglich 25 Millionen Tonnen. Diese sind – neben den beiden genannten afrikanischen Ländern – in Marokko, auf Kuba, in den USA, in Kanada, in Australien sowie in Russland zu finden.

Prototyp vor Präsentation

Aufgrund dieser Ausgangslage ist klar, dass entweder mehr Cobalt gewonnen werden oder alternative Herstellungsmethoden diverser Akkus gefunden werden müssen. Der US-Hersteller Tesla arbeitet bereits seit längerer Zeit mit Hochdruck daran, leistungsstarke Batterien weitestgehend ohne Cobalt produzieren zu können. Laut Insidern ist dies kürzlich sogar gelungen, weshalb auf einer ursprünglich für den April geplanten Veranstaltung ein erster Prototyp dieser Art vorgestellt werden sollte. Statt aus Cobalt, soll der Akku der Zukunft eine Mischung aus Trockenbatterie und Superkondensator sein. Bis dieser serienmäßig produziert werden kann, wird es aber wohl mindestens noch einige Monate dauern.

DEMOKRATISCHE REPUBLIK KONGO

Rund 60 Prozent des weltweit verbrauchten Cobalts stammt aus dem Kongo. Das zentralafrikanische Land hat 85 Millionen Einwohner und damit eine größere Bevölkerung als Deutschland (83 Millionen). Das durchschnittliche monatliche Bruttoeinkommen beträgt etwa 35 Euro. Die Amtssprache ist Französisch.