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Eine Erfolgsgeschichte nahm ihren Lauf: Die einstige Zufluchtsstätte vergrößerte sich stetig

1955 legte der Verein den Grundstein für die ersten Häuser sowie die Erzengel-Michael-Kirche Bild: Diakonie Michaelshoven

Ihren Ursprung hat die Diakonie Michaelshoven in Rösrath-Stephansheide. Dort wurde 1950 der Verein „Coenaculum, Christus lädt ein“ von Pfarrer Erwin te Reh gegründet. In Stephansheide übernahm dieser Verein ein Kinderdorf, das sich vornehmlich um Kriegswaisen kümmerte. Während des Zweiten Weltkrieges befand sich dort ein Gefangenenlager, in dem zunächst französische, dann polnische und schließlich russische Kriegsgefangene untergebracht wurden. Nach 1945 wurde von den Alliierten ein Lager für deutsche Gefangene eingerichtet. Später etablierte sich in Stephansheide ein Pestalozziverein, der sich die Betreuung von Kriegswaisen zur Aufgabe machte. Diese Arbeit übernahm ab 1950 der Verein „Coenaculum“.

Der Plan von Michaelshoven aus dem Jahr 1957 Bild: Diakonie Michaelshoven
Der Plan von Michaelshoven aus dem Jahr 1957 Bild: Diakonie Michaelshoven
Damals wie heute. Nach dem Zweiten Weltkrieg musste vor allem für die vielen Jugendlichen ohne Schulabschluss und Berufsausbildung schnellstmöglich eine gute Versorgung her. Auch die vielen geflüchteten und ausgebombten Menschen suchten Hilfe und eine Unterkunft. Viele fanden Zuflucht bei „Coenaculum“ in Stephansheide. Noch heute werden dort mehr als 30 Kinder und Jugendliche mit und ohne Behinderung betreut.

Die ersten Häuser. Vier Jahre später, im Jahr 1954, erweiterte sich der Verein und kaufte ein großes Stück Land in Köln-Rodenkirchen. Dort entstand Michaelshoven. 1955 legte der Verein den Grundstein für die ersten Häuser in Michaelshoven: Haus Ruth, Thomas-Haus und Haus Andreas sowie die Erzengel-Michael-Kirche und das Pfarrhaus entstanden auf dem Campus im Kölner Süden. Dort suchten viele Kriegsflüchtlinge ebenfalls Unterkunft und Hilfe. Das Thomas-Haus diente Lehrlingen aus den Flüchtlingslagern, Studenten, Junggesellen und einigen Polizisten während der Ausbildung als Wohnheim. Haus Ruth war ursprünglich als einzige Unterkunft in NRW für Mädchen aus der sowjetischen Besatzungszone geplant, fungierte aber später wie das Haus Andreas als Jugendwohnheim und Bildungsstätte. Der Bau der Erzengel-Michael-Kirche begann bereits 1955. Fertiggestellt und eingeweiht wurde sie 1964. Doch schon im Rohbau wurden dort Gottesdienste abgehalten.

Zahlreiche Einrichtungen kamen hinzu

Über die Grenzen hinaus. Gleichzeitig wurde das Bodelschwingh-Haus in Köln-Mülheim errichtet. Diese Einrichtung entstand als der erste Neubau des Vereins außerhalb von Michaelshoven. Das ehemalige Wohnheim für junge berufstätige Männer wurde in den späten 1970er-Jahren zum Wohnheim für Senioren umgebaut. Mehr und mehr Einrichtungen kamen hinzu, die zudem andere Zielgruppen betreffen: Das Berufsförderungswerk, das Berufskolleg, das Fachseminar sowie Einrichtungen zur Pflege und Unterstützung von Menschen mit Behinderung. Ebenso über die Grenzen Kölns hinaus: Michaelshoven eröffnete unter anderem im Rheinisch-Bergischen Kreis, im Rhein-Erft-Kreis und im Oberbergischen Kreis viele weitere Einrichtungen.

Diakonie Michaelshoven feiert 70. Jubiläum

Vorwort

Ende des Zweiten Weltkrieges mussten Millionen Menschen aus den früheren deutschen Ostgebieten flüchten oder wurden vertrieben. Viele von ihnen waren Kinder und Jugendliche, die elternlos und verzweifelt ein neues Zuhause suchten. Auch in Köln und im Bergischen bevölkerten die jungen Kriegswaisen ohne Perspektiven und ohne Halt die Straßen. Deshalb wurde 1950 die Diakonie Michaelshoven gegründet. Von engagierten Menschen, die Herz bewiesen und den jungen Menschen schnell eine neue Heimat geben wollten.

Heute ist die Diakonie Michaelshoven das größte diakonische Unternehmen im Großraum Köln. 2.800 haupt- und 650 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter engagieren sich an über 200 Standorten in Köln, Leverkusen, Mönchengladbach, im Oberbergischen Kreis, sowie im Rheinisch-Bergischen-, im Rhein-Erft- und im Rhein-Sieg-Kreis für Menschen, die Unterstützung brauchen. Wir helfen Seniorinnen und Senioren, Kindern und Jugendlichen, Menschen mit Behinderung, wohnungslosen und arbeitslosen Menschen sowie Männern und Frauen in weiteren Notlagen.

Unser Leitsatz: Mit Menschen Perspektiven schaffen

In den vergangenen Jahrzehnten haben sich die Nöte der Menschen verändert. Doch noch immer stehen für uns und unsere Angestellten Menschlichkeit und Nächstenliebe an erster Stelle. Und der Wille, Personen in Not schnell zu helfen, ganz im Sinne unseres Leitsatzes „Mit Menschen Perspektiven schaffen“.

Das Jahr 2020 steht ganz im Zeichen eines Jubiläums: Mit einem großen Gottesdienst, einem Open-Air-Fest mit kölschen Musikgrößen, einer Fotoausstellung, Aktionen und vielen weiteren Veranstaltungen werden 70 Jahre Diakonie Michaelshoven begangen. Zum Feiern sind alle eingeladen. Wir freuen uns auf Sie!
  
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