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„Ein mehr an Lebensqualität“: Interview mit Birgit Heide und Uwe Ufer, Vorstand der Diakonie Michaelshoven

Uwe Ufer (54), kaufmännischer Vorstand

Welcher Gründungsgedanke steht hinter der Einrichtung Diakonie Michaelshoven?

Birgit Heide: Ende des Zweiten Weltkrieges gab es zahlreiche Kriegswaisen auf den Straßen. Deshalb wurde 1950 die Diakonie Michaelshoven in Rösrath gegründet. Ziel war es, den Kindern schnell eine neue Heimat zu geben und ihnen zu helfen, die schrecklichen Erlebnisse zu verarbeiten.

In welche Richtung hat das Unternehmen sich verändert, welche Schwerpunkte sind hinzugekommen und welche hat es heute?

Heide:
Zunächst waren wir ja eine reine Jugendhilfeeinrichtung. Nach und nach sind weitere Aufgabenfelder dazugekommen: die Behinderten-, die Wohnungslosenhilfe, die berufliche Rehabilitation und Integration in Arbeit sowie die Altenpflege und Angebote für Menschen in Krisen.

Uwe Ufer:
Diese Aufgaben sind stets aus gesellschaftlichen Notwendigkeiten entstanden. Heute liegt ein Schwerpunkt unserer Arbeit auch in der Pflege von älteren Menschen. In 20 Jahren werden es sicherlich wieder andere Themen sein.

Was zeichnet die Institution aus?

Ufer:
Der Staat und die Kommunen können sich darauf verlassen, dass wir gesellschaftliche und soziale Probleme zeitnah lösen. Dies tun wir nicht nur mit unserer ganzen fachlichen Expertise, sondern auch mit viel ökonomischem Augenmaß und einem Wertekanon im Hintergrund. Uns ist es sehr wichtig, Menschen zu helfen, die nirgendwo anders Unterstützung erhalten, beispielsweise Kindern und Jugendlichen, die stark verhaltensauffällig sind oder Menschen mit schweren oder mehrfachen Behinderungen.

Birgit Heide (62), theologischer Vorstand Bilder: Diakonie Michaelshoven
Birgit Heide (62), theologischer Vorstand Bilder: Diakonie Michaelshoven
Wie prägt das Leitmotiv „Mit Menschen Perspektiven schaffen Ihre Arbeit?

Heide: Wir möchten jedem Einzelnen seine eigene Perspektive ermöglichen, ihm helfen, möglichst selbstständig und unabhängig zu leben. Dieser Gedanke von „Wir machen das gemeinsam“ zeigt zudem unser Vertrauen in die Zukunft und – theologisch gesehen – die Hoffnung und den unerschütterlichen Glauben, dass es für jeden Menschen einen Weg gibt.

Wie wichtig sind die ehrenamtlichen Helfer für Sie?

Ufer: Sehr wichtig. Wenn wir davon sprechen, dass wir den Menschen ein Mehr an Lebensqualität geben wollen, dann können wir das nur mit den ehrenamtlichen Mitarbeitenden realisieren. Wir sind sehr dankbar, dass es eine so große Anzahl an Menschen gibt, die uns helfen wollen.

Als evangelisches Unternehmen bezieht die Diakonie Michaelshoven ihre Werte auf das Christentum. Welche sind das?

Heide: Das ist vor allem die Nächstenliebe. Das Gleichnis vom Samariter zeigt, wie dieser sich des verletzten Menschen angenommen und für ihn gesorgt hat. Auf diesem Prinzip beruht auch unsere diakonische Arbeit. Und schon 1950 war uns wichtig, dass wir eine einladende Diakonie sind, und jeder Mensch sich bei uns willkommen fühlt. Dieses Prinzip haben wir bis heute bewahrt.

Wohin wird sich die Diakonie Michaelshoven perspektivisch entwickeln? Was streben Sie für die Zukunft an?

Ufer: Das hängt stark von den zukünftigen gesellschaftlichen Entwicklungen ab. Hier müssen wir schauen, welche Bedarfe die Menschen in Zukunft haben werden und wie wir ihnen optimal helfen können. Was aber fest steht: Wir möchten weiter wachsen, nicht nur in Köln, sondern auch in den angrenzenden Regionen.

Ehrenamt leicht gemacht

In der Diakonie Michaelshoven leisten mehr als 650 Menschen unentgeltliche Tätigkeiten.

Davon profitieren die betreuten Personen enorm. Denn Ehrenamtliche schenken etwas, was nicht selbstverständlich ist: Zeit. Doch wo und wie können Interessierte sich engagieren?

MIT EINEM EHRENAMT VIEL BEWEGEN


Sie möchten anderen Menschen helfen und gerne ein Ehrenamt in Köln oder Umgebung ausüben? Oder suchen Sie nach einer Möglichkeit für Ihr Unternehmen, bei der Sie und Ihre Mitarbeiter sich ehrenamtlich betätigen können? In der Diakonie Michaelshoven können Sie sich in ganz unterschiedlichen Bereichen engagieren und Ihre Stärken einbringen. Sie können beispielsweise Kinder und Jugendliche, Menschen mit Behinderung, Senioren und Menschen in schwierigen Lebenslagen ehrenamtlich unterstützen.

HELFENDE HÄNDE

Die Mitarbeiter der Helfenden Hände engagieren sich ehrenamtlich, ohne Gegenleistung. Sie unterstützen mit kleinen, unbürokratischen Hilfen die Menschen in ihrem Stadtviertel, die dies nicht (mehr) selbst können. Wie etwa beim Annähen eines Knopfes, bei kleineren Computerproblemen oder auch mit Fahrdiensten zum Arzt. Die Männer und Frauen übernehmen dabei nur Tätigkeiten, die so geringfügig sind, dass dafür zum Beispiel kein Handwerker bestellt werden muss. Und sie übernehmen auch keine regelmäßigen Arbeiten.

EINFACH ANRUFEN!

Der einfachste Weg, sich über ein Ehrenamt zu informieren, ist der Kontakt zu Koordinator Carlos Stemmerich. Mit ihm findet jeder ein passendes Tätigkeitsfeld – ob in der Altenhilfe, im Spendenbereich oder der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Ehrenamtler können das Tätigkeitsfeld selbstverständlich zu einem späteren Zeitpunkt wechseln. Gemeinsam wird zudem der zeitliche Umfang der Tätigkeit besprochen.

Telefonischer Kontakt: Carlos Stemmerich: 0221/995611-34
Bild: Diakonie Michaelshoven
Bild: Diakonie Michaelshoven
MAXI BIEWER, RTL-MODERATORIN

„Nur durch ehrenamtliches Engagement können viele Angebote in der Diakonie Michaelshoven erst angeboten werden. Es ist eine gesellschaftliche Notwendigkeit füreinander da zu sein. Daher unterstütze ich das Ehrenamt.“
  
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