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Eine tierische Therapie, die den Stress bewältigt: Reiten hilft Kindern und Jugendlichen, innere Unruhe in Entspannung umzuwandeln

Alex hat sichtlich Spaß an der Arbeit mit dem Pferd Bild: Diakonie Michaelshoven

Alex reitet seit drei Jahren im Therapiereitbereich der Diakonie Michaelshoven. Der elfjährige Schüler mit dem Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom (ADS) liebt es, auf dem Rücken der starken Tiere zu sein. Der Kontakt zu den Pferden hilft ihm, seine innere Unruhe zu bekämpfen. Heute reitet er auf Conny, ein belgisches Kaltblut von stattlicher Größe. Wie selbstverständlich sitzt Alex im Sattel, die Zügel fest in der Hand, von Angst keine Spur: „Ich genieße die Ruhe beim Reiten. Es ist entspannend für mich.“ Sonst sei er sehr geräuschempfindlich, wie er selbst sagt. „Wenn wir durch den Wald reiten, ist es nicht so laut. Dann sind nicht viele Leute da. Ich mag es gerne, alleine zu sein.“
  
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Verbesserung des Verhaltens. Bevor er die Reittherapie antrat, war sein Alltag geprägt von Nervosität und Aufregung. Mittlerweile ist er ausgeglichener. „Seine Frustrationsgrenze ist viel niedriger, seitdem er bei uns reitet“, sagt Reitpädagogin Lisa Frost. „Er erlebt mit den Tieren viele Erfolgserlebnisse. Gleichzeitig muss er sich in Geduld üben, was vorher nicht seine Stärke war.“ Alex weiß: „Beim Reiten verbessert man sein Verhalten. Pferde sind Anti-Stress. Wenn ich schlecht drauf bin, lege ich mich auf den Rücken eines Pferdes und atme tief durch.“

"Sie nehmen mich so, wie ich bin."

Alex (11)

Wie ein Freund. Nicht nur das im Sattel sitzen, sondern auch das Striegeln und das Aufzäumen bereitet Alex viel Spaß. Er trägt gerne die Verantwortung für das Tier. „Das macht mich stolz“, sagt er. Für ihn ist Conny wie ein bester Freund. „Dem Pferd kann ich auch mal ein Geheimnis erzählen. Es merkt, wenn es mir nicht gut geht.“ Die Vierbeiner begegnen den Teilnehmern wertfrei. „Sie nehmen mich so wie ich bin und lachen mich nicht aus“, ergänzt Alex.
  
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Über Spenden finanziert. Conny und die anderen Einhufer leisten jeden Tag wertvolle Arbeit. Seit 1990 bietet die Diakonie therapeutisches Reiten an. Rund 80 Nutzer besuchen jede Woche den Bereich, der von drei ausgebildeten Reitpädagogen und weiteren Mitarbeitern betreut wird. Das Angebot nutzen Kinder, Jugendliche und Menschen mit einer geistigen Behinderung. Für sie ist das Ausreiten ein Highlight. Der Kontakt zu den Tieren wird nicht als Therapie, sondern als Spaß empfunden. Für den Erhalt des Reitbereiches sind vor allem Spenden notwendig, weiß Frost: „Conny ist über Hilfsgelder finanziert worden. Die Tierarztkosten vom letzten Jahr konnten wir von Patenschaften bezahlen.“

Beruflich integriert

Auch das Berufsförderungswerk (BFW) Köln, ein Unternehmen der Diakonie Michaelshoven, hat Anlass zur Freude: Es wurde 1969/1970 gegründet und feiert seinen 50. Jahrestag. Zu seiner Aufgabe zählt die Herstellung der beruflichen Beschäftigungsfähigkeit und eine dauerhafte Integration für Menschen, die – meist aus gesundheitlichen Gründen – nicht (mehr) in den Arbeitsmarkt vermittelt werden können. Als moderne Einrichtung der beruflichen Rehabilitation werden sie dabei unterstützt, ihren gesetzlich verankerten Anspruch auf Teilhabe am Arbeitsleben zu verwirklichen. Dazu arbeiten mehr als 300 BFW-Fachleute in der Ausbildung in rund 35 Jobs (kaufmännische, IT, gewerblich-technische, soziale und Gesundheitsberufe), in der Betreuung der Rehabilitanden, für ihre Vermittlung in Unternehmen. Mit Erfolg – wie es das hohe Ansehen des Berufsförderungswerks bei Kölner Arbeitgebern als zuverlässiger „Lieferant“ von gut ausgebildeten Fachkräften beweist. Weitere Informationen zum BFW Köln finden Interessierte unter: www.bfw-koeln.de

Wussten sie, dass die Diakonie Michaelshoven …

...2015 die Akademie Michaelshoven eröffnet hat und Fortbildungen für interne und externe Kunden anbietet? Pro Jahr werden rund 200 Fort- und Weiterbildungen angeboten, vom Yogakurs bis hin zur Spezialisierung in Fachgebieten.

... zum Teil denkmalgeschützt ist? Auf dem 20 Hektar großen Areal in Rodenkirchen befinden sich viele Häuser, die klassische Elemente der Architektur der 1950er-Jahre zeigen, wie beispielsweise klare Strukturen, Rasterfassaden und freischwebende Treppenhäuser.

... rund 2.800 Mitarbeitende aus 36 Nationen beschäftigt? Der Anteil der weiblichen Mitarbeiter liegt bei rund 68 Prozent. Zudem betätigen sich 650 Ehrenamtliche.

... zwölf KiTas in Köln und der Region eröffnet hat? Alle Kindertagesstätten haben spezielle Schwerpunkte. Diese liegen etwa im Bereich Musik, Kunst, Naturpädagogik oder in der Sprachförderung. Zwei Einrichtungen sind integrativ

... eine Orgel hat, die nach barocker Vorlage des Orgelbauers Gottfried Silbermann (1683–1753) aus Sachsen gebaut ist? Das Instrument aus der Werkstatt von Kristian Wegscheider in Dresden wurde Pfingsten 2003 eingeweiht. Ihre kleinste Pfeife ist zehn Millimeter lang, ihre größte 4,85 Meter. Auffallend ist ihr tiefer Klang, weil sie einen halben Ton tiefer gestimmt ist.

... viele Einrichtungen und Hilfsangebote für WOHNUNGSLOSE Menschen in Köln und im Oberbergischen Kreis bereit hält.

… eine zentrale Annahme- und Ausgabestelle für Sachspenden auf dem Gelände der Diakonie Michaelshoven in Köln-Rodenkirchen hat? In der Herzkammer Michaelshoven arbeiten Ehrenamtliche, die die Abgaben annehmen. Bewohner und betreute Menschen erhalten dort kostenlos notwendige Sachen.

… in der Mensa auf dem Campus über tausend Mahlzeiten täglich zubereitet? Dabei reicht das Angebot vom Frühstück über das Mittagessen bis hin zu Snacks am Abend.

... sechs Pflegeheime anbietet? Dort finden u.a. Senioren mit der Diagnose Demenz oder Alzheimer eine geschützte Umgebung und liebevolle Pflege. Eine besondere Wohngemeinschaft bildet dabei im Thomas-Müntzer-Haus in Köln-Rodenkirchen die Wohngruppe für Senioren mit einer geistigen Behinderung.

... an mehr als 200 Standorten vertreten ist, und das weit über die Grenzen Kölns hinaus? Die Einrichtungen und Standorte befinden sich in Leverkusen, dem Rheinisch-Bergischen Kreis, dem Rhein-Erft-Kreis, dem Oberbergischen Kreis, dem Rhein-Sieg-Kreis sowie Mönchengladbach.
  
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