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Wer überlegt, eine Immobilie zu erwerben, sollte auch Gewerbeeinheiten in Betracht ziehen Bild: victor zastol‘skiy/stock.adobe.com

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Eigenheim als Investition Das sogenannte Betongold als Anlageform ist keine neue Idee, doch eine schlechte ist es keineswegs

15.07.2020

Das niedrige Zinsniveau und damit der Mangel an Anlagealternativen, hoher Bedarf und steigende Mieten haben die Nachfrage nach Wohnimmobilien als Kapitalanlage befeuert. Für viele Menschen ist daher der Gedanke an eine eigene Immobilie naheliegend, ob selbst genutzt oder zum Vermieten. Der Gedanke ist nachvollziehbar: Über die Jahre wird mit den Zins- und Tilgunszahlungen ein Wert geschaffen, der – vollkommen unabhängig von etwaiger Inflation – von Anfang an einkommenswirksam ist: Wer im Eigenheim wohnt, muss keine Miete zahlen, und wer eine oder mehrere Wohnungen vermietet, bekommt Monat für Monat eine Summe, die auch in Zukunft der Marktlage entspricht.

Nicht für jeden Lebensstil

Wenn Experten davor warnen, nur wegen der niedrigen Zinsen einen Immobilienkredit aufzunehmen, meinen sie damit zwei Dinge: In erster Linie sollte der Interessent sehr ehrlich prüfen, ob er das Darlehen mit all seinen Verpflichtungen – auch nach Auslaufen der Zinsbindung – wirklich schultern kann, ohne in Schwierigkeiten zu geraten und ohne dauerhaft frustrierende Einschnitte an der Lebensqualität hinnehmen zu müssen. Zweitens passt eine Immobilie nicht zu jedem Lebensstil. Wer beruflich erst am Anfang steht, noch vieles ausprobieren möchte und sich vorstellen kann, in einer anderen Stadt oder gar im Ausland zu arbeiten oder wer Lebenserfahrungen jenseits des Jobs sammeln möchte, wird ein Eigenheim schnell als Klotz am Bein empfinden – egal, wie niedrig die Zinsen sind.

Besonderheiten bei Fremdnutzung

Bild: rh2010/stock.adobe.com
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Ähnliches gilt für vermietete Wohnungen: Zwar kann deren laufender Betrieb – gegen Gebühr – an eine Hausverwaltung übertragen werden, doch für grundsätzliche Entscheidungen und unvorhergesehene Fälle sollte der Eigentümer schnell vor Ort und im Bilde sein. Finanziell muss bei Vermietungen auch eingeplant werden, dass es hier gelegentlich zu Ausfällen kommen kann. Wer es als Besitzer einer einzigen Eigentumswohnung mit einem problematischen Mieter zu tun bekommt oder gleich mit einer größeren Reparatur konfrontiert wird, macht möglicherweise über Jahre ein Zuschussgeschäft. Bei großen Immobilienvermögen sind solche Ausreißer leichter zu verkraften. Immobilien sind also eher ein Investment, das sich langfristig lohnt und aktive Betreuung erfordert. Die Mieteinnahmen sind weniger wichtig als Wertstabilität oder -zuwachs. Wer ein Objekt zum Vermieten sucht, muss zudem mit anderen Augen an die Auswahl gehen als ein Selbstnutzer. Mietinteressenten bevorzugen zentrale Lagen mit guter Infrastruktur.

Finanzierung abklären

Wer diese Aspekte gründlich bedacht und sich mit voller Überzeugung für eine Immobilie entschieden hat, hat einen anstrengenden Weg vor sich, bei dem nicht immer klar ist, welcher Schritt zuerst getan werden muss. Einerseits gilt es, die Finanzierung abzuklären. Dabei können jedoch erst dann Nägel mit Köpfen gemacht werden, wenn ein konkretes Objekt gefunden ist und der tatsächliche Kreditbedarf feststeht. In der Zwischenzeit können sich die Konditionen schon wieder geändert haben. Und möglicherweise gibt es für die fragliche Immobilie noch andere Interessenten, sodass am Ende nichts aus dem Kauf wird und die Suche von vorne losgeht.  


Alternative Gewerbeimmobilien

Eine Alternative zur Investition in Wohnhäuser sind Gewerbeimmobilien, also beispielsweise Ladenlokale, Bürohäuser oder Lagerhallen. Während die Mieter von Wohnungen sehr weitgehende Rechte haben – schließlich ist das eigene Zuhause keine Ware wie jede andere, die den Vermieter im Alltag Nerven und oft auch sehr viel Geld kosten – haben gewerbliche Mieter erheblich weniger Spielräume, die Kräfte im Vertragsverhältnis sind anders austariert. Gewerbemieter können also beispielsweise nicht die Miete mindern, weil nebenan gebaut wird und sie können sich auch gegen eine Kündigung nicht so nachhaltig zur Wehr setzen wie ein Wohnungsmieter.