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Dr. med. Gregor Spira ist einer der Pioniere bei der Bestrahlung von Prostatakrebs Bild: Thomas Banneyer

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„Ein Abbruch kann böse Folgen haben“ Viele Patienten scheuen während der Pandemie den Weg zum Arzt und setzen Behandlungen lieber aus oder brechen sie ab – Davon rät Facharzt Dr. med. Gregor Spira Krebspatienten dringend ab

28.10.2020

Dr. med. Gregor Spira, Facharzt für Strahlentherapie und Radioonkologie sowie Geschäftsführer des medizinischen Versorgungszentrum für Strahlentherapie in Köln spricht im Interivew über seine Patienten-Erfahrungen während der Corona-Krise. Zudem erklärt er, worin die Vorteile der Strahlentherapie bei Brust- und Prostatakrebs liegen.

Die meisten Ihrer Patienten leiden an Krebs. Was würde es bedeuten, wenn sie die Behandlung coronabedingt aussetzen?

Dr. med. Spira: Hatten wir zum Glück bisher nicht. Ich würde sie aber in einem solchen Fall unbedingt ermutigen, die Behandlung weiter zu führen, da eine nicht optimal behandelte Krebserkrankung weitaus schlimmere Folgen haben kann.

Besteht in Corona-Zeiten eine Gefahr für den Patienten zu einer strahlentherapeutischen Behandlung zu gehen?

Dr. med. Spira: Nein. Es gab bisher keinen einzigen Infektionsfall in unserer Praxis. Die Lüftung einer radioonkologischen Praxis ist extrem leistungsstark und das gesamte Personal setzt die notwendigen Hygienemaßnahmen sehr konsequent durch.

Was bedeutet es, wenn ein Patient sich während der strahlentherapeutischen Behandlung infiziert? Muss die Behandlung abgebrochen werden?

Dr. med. Spira: Wenn ein Patient positiv getestet wurde, darf er unsere Räumlichkeiten solange nicht betreten, bis er einen negativen Test nachweisen kann. Das kann unter Umständen zehn bis 14 Tage dauern. Die Behandlung wird dann nicht abgebrochen, sondern nur pausiert.

Brustkrebs ist die am häufigsten auftretende Krebserkrankung bei Frauen. Wie wird dieser Krebs am effektivsten behandelt?

Dr. med. Spira: Die Behandlung von Brustkrebs ist immer eine multidisziplinäre Behandlung. Das heißt: Mehrere Fachrichtungen sind an der Behandlung und somit auch an der Heilung beteiligt. In der Regel erfolgt eine Kombination aus Operation, medikamentöser und strahlentherapeutischer Behandlung. Wenn alle Disziplinen optimal eingebunden sind, sind die Erfolgschancen über alle Stadien etwa 70, in den frühen Stadien sogar 90 Prozent.

Sie sind Facharzt für Strahlentherapie und bieten die 4-D-Bestrahlung an. Was sind die Besonderheiten dieser Methode?

Dr. med. Spira: Die 4-D-Strahlentherapie der weiblichen Brust hat den Vorteil, dass in tiefer Einatmung – also bei der Inspiration, wenn sich der Brustkorb hebt – die Brust mehrere Zentimeter vom Herz entfernt ist. Nur dann erfolgt die notwendige Bestrahlung des Brustkörpers. Das Herz ist gerade bei jüngeren Frauen durch eine vorausgegangene Chemotherapie angegriffen und sollte unbedingt geschont werden. Dies betrifft vor allem die Bestrahlung der linken Brust, die dem Herzen besonders nahe ist.

Bei Männern ist Prostatakrebs die häufigste Krebserkrankung. Sie sind Experte für die Strahlentherapie des Prostatakarzinoms. Welchen Vorteil hat die Strahlentherapie?

Dr. med. Spira: Nur mit der alleinigen Strahlentherapie werden in den frühen Stadien der Erkrankung Heilungsraten von mehr als 90 Prozent erzielt. In den fortgeschrittenen Fällen ist die Strahlentherapie der Operation sogar überlegen. Das Besondere ist aber, dass die Strahlentherapie deutlich weniger Nebenwirkungen – wie Impotenz und Inkontinenz – als die Operation hat. Auch der zeitliche Aufwand ist geringer.
  

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