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„Ein flüchtiger Blick genügte ihr und sie wusste alles“: Der Vorstand der Mehl-Mühlens-Stiftung, Günter Paul, berichtet von den Ursprüngen des Mehl-Mühlens-Rennen und der Schirmherrin

Mutterstute mit Fohlen auf dem Stiftungs-Gestüt in Röttgen Bild: Marc Ruehl

Am 19. Mai findet bereits zum 34. Mal das Mehl-Mülhens-Rennen auf der Kölner Galopprennbahn statt. Wie ist es damals zu diesem Rennen gekommen?

Günter Paul: Das ist eine lange Geschichte. Ich mache Sie kurz: Schon gleich im ersten Jahr der Stiftung vermittelte Frau Mülhens-Klemm mir den Kontakt zum damaligen Präsidenten des Kölner Renn-Vereins. Er bot mir an, das Henkel-Rennen zu übernehmen, das er damals nach Köln holen wollte. Ich habe nur den Bruchteil einer Sekunde überlegt und spontan zugesagt. Das war für mich deshalb besonders einfach, weil unsere Stifterin, Frau Maria Mehl-Mülhens, der Institution zur Auflage gemacht hatte, ein namhaftes Rennen zu sponsern.

Sie erwähnten die Mehl-Mülhens-Stiftung. Welche Ziele verfolgt die Stiftung?

Paul: Das wichtigste Ziel der Mehl-Mülhens-Stiftung ist die Förderung des Galopprennsports. Sie verwirklicht dieses Ziel mit verschiedenen Unterstützungsleistungen: Zum einen unterstützt sie die Zucht im Gestüt Röttgen selbst. Darüber hinaus fördert sie wissenschaftliche Arbeiten im Zusammenhang mit der Zucht von Galopprennpferden. Schließlich setzt sie sich für die Zucht ganz allgemein ein, indem sie mit Rennpreisen die entsprechenden Voraussetzungen ermöglicht: Nach dem Tierzuchtgesetz sind nämlich Leistungsprüfungen gesetzliche Bedingungen. Und bei Galopprennpferden ist das nun einmal ein Rennen. Daneben hat die Mehl-Mülhens-Stiftung aber auch soziale Aufgaben beispielsweise die der Unterstützung in Not geratener Jockeys.

Maria Mehl-Mülhens hatte eine besondere Verbindung zu Pferden und zum Galopprennsport. Was hat sie besonders fasziniert daran?

Paul: Ich glaube, sie hat die Pferde einfach geliebt. Sie ist auch selbst geritten und wusste, mit Pferden umzugehen. Sie hatte ein glänzendes Auge für ihre Pferde. Wenn ich mit ihr durch den Stall ging, genügte für sie ein flüchtiger Blick in die Box und sie wusste alles über das Pferd, das darin stand. Ich habe das oft erlebt und stets bewundert.

Mit Markus Klug trainiert der amtierende Champion-Trainer auf Gestüt Röttgen. Welche Rolle spielt der Trainer in der aktuellen Situation für die Stiftung?

Paul: Trainer und Züchter sind die Basis des Erfolgs. Mit Markus Klug als Trainer und Frank Dorff als Gestüts-Leiter hat die Mehl-Mülhens-Stiftung einen wirklichen Glücksgriff getan. Wir haben Erfolge, wie sie vorher in der gesamten Zeit der Zucht in Röttgen nicht gegeben hat. Sicher hat der Trainer den Vorteil, eine Trainingsanlage nutzen zu dürfen, wie sie nicht sehr häufig zur Verfügung steht. Aber das genügt für sich allein nicht. Seine Leistung ist, Pferde glänzend einschätzen und einsetzen zu können. Zu Recht hatte deshalb mehr als einmal das Trainer-Championat gewonnen.

Der Kölner Renn-Verein ist von Beginn an Ausrichter des Mehl-Mülhens-Rennens, welche Verbindung hat die Stiftung zur Rennbahn in Weidenpesch?

Paul: Die Mehl-Mülhens-Stiftung ist eine Kölner Stiftung und steht deshalb dem Kölner Renn-Verein besonders nahe. Deshalb lag es auch nahe, das Hauptrennen, dass die Stiftung gesponsert hat, bei diesem Kölner Renn-Verein zu ermöglichen.

Haben Sie einen Wunsch für den sportlichen Ausgang der Rennen am 19. Mai?

Paul: Unser wichtigster Wunsch für den sportlichen Ausgang der Rennen am 19. Mai ist, dass jedes der Rennen fair verläuft und das beste Pferd die realistische Chance bekommt, den Sieg davon zu tragen. Und natürlich habe ich für den Kölner Renn-Verein auch den Wunsch, dass möglichst viele Zuschauer dieses wunderbare sportliche Ereignis miterleben.

Noble Moon triff t auf harte Konkurrenz

Am Sonntag wird es spannend – Sogar ein australischer Rivale ist vertreten

Andrasch Starke auf Top-Favorit Noble Moon Bild: Marc Ruehl
Andrasch Starke auf Top-Favorit Noble Moon Bild: Marc Ruehl
Der Kölner Rennvereins-Präsident Eckhard Sauren könnte am Sonntag wieder einen großen Sieg als Besitzer von Galoppern feiern. Sein Hengst Noble Moon startet mit besten Chancen im klassischen Mehl-Mülhens-Rennen auf der Kölner Rennbahn. Mit Jockey Andrasch Starke zählt er zu den Favoriten des mit 153.000 Euro dotierten Rennens. Alleine 100.000 Euro erhält der Besitzer des Siegers in dem Wettkampf, der in Erinnerung an die legendäre Maria Mehl-Mülhens gelaufen wird. Sie war die langjährige Besitzerin des Gestüts Röttgen in Rath/Heumar vor den Toren Kölns.

Wichtiger Tag

Einen großen Titel hat Noble Moon bereits erreicht: Er ist der amtierende Winterfavorit des deutschen Turfs, hatte das gleichnamige Rennen im Oktober 2018 gewonnen. Wie der Winterfavorit zählt auch das Mehl-Mülhens-Rennen zu den Top 10 im deutschen Galoppsport.

Champion-Trainer am Werk

Deutsche und ausländische Siege im Mehl-Mülhens-Rennen wechseln sich regelmäßig ab. Seit 1871 gibt es denfrüher unter anderen Titeln bekannten Wettbewerb. Der Kölner Trainer Peter Schiergen hat es zweimal gewonnen, mit seinen unvergessenen Schützlingen Tiger Hill und Sumitas. Viermal erfolgreich war Schiergens Kollege Andreas Wöhler (Spexard bei Gütersloh), der am Sonntag Noble Moons stärksten einheimischen Kontrahenten Revelstoke sattelt. Dessen Besitzer kommen aus Australien, wo es üblich ist, sich in so genannten Syndikaten an schnellen Pferden zu beteiligen. So hat Revelstoke zahlreiche Besitzer mit kleinen Anteilen, die dem Rennen am Sonntag Down Under entgegenfiebern. Vielleicht ist unter den ausländischen Konkurrenten ein Spielverderber für die einheimischen Hoffnungen.

Schicke Hüte werden belohnt

Die Rennbahn will eine Tradition bewahren

Hutträgerin Maria Mehl Mühlens Bild: Günther Meisenberg
Hutträgerin Maria Mehl Mühlens Bild: Günther Meisenberg

"Ein Fotograf hält nach den schönsten Exemplaren Ausschau"

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