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Den Kunden stehen viele Modelle zur Auswahl, Optiker beraten sie im Hinblick auf die optimale Passform und den Stil der Brille Bild: Yakobchuk Olena - stock.adobe.com

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Ein tiefer Blick in die Augen Optiker sind Modeberater, Logiker und Handwerker in einem

27.01.2021

Eine Brille muss einwandfrei zum Träger passen, sowie das jeweilige Sehproblem beheben. Beides liegt in der Verantwortung von Augenoptikern. Dirk Schäfermeyer vom Zentralverband der Augenoptiker und Optometristen (ZVA) kennt den Beruf von allen Seiten: Er hat als Auszubildender angefangen, später einen Hochschulabschluss als Diplom-Ingenieur Augenoptik gemacht und als Filialleiter viele Jahre lang selbst ausgebildet.

Der Aggerverband

Vielseitige Aufgaben

Optiker kommen den Menschen sehr nahe und müssen gut erklären können, was gerade passiert. „Der Kunde hat viel gehört, kommt vielleicht mit einigen Unterlagen vom Augenarzt – das einzuordnen, ist dann Aufgabe des Optikers“, erklärt Schäfermeyer. „Besonders schön am Beruf ist, dass man in hoher Frequenz Erfolgserlebnisse hat.

Der Test ist das Fundament der Sehstärkenbestimmung Bild: penofoto.de - stock.adobe.com
Der Test ist das Fundament der Sehstärkenbestimmung Bild: penofoto.de - stock.adobe.com

Weil ein großer Teil der Arbeit darin besteht, den Kunden zu beraten und dabei zu helfen, wieder gut zu sehen, können sich Optiker oft über positive Reaktionen freuen,“ so der Diplom-Ingenieur. Angehende Augenoptiker sind meist von Beginn an in die Arbeitsprozesse integriert. Die Aufgaben beginnen noch vor Ladenöffnung. „Da kümmert sich jeder sozusagen um seinen ‚Mise en Place‘, wie ein Koch wird der Arbeitsplatz vorbereitet“, sagt Schäfermeyer. Welche neuen Brillenmodelle wurden ausgeliefert und müssen ausgepackt werden? Sind alle Unterlagen und Geräte bereit? Der Beruf hat viel mit Mode zu tun. Kunden wollen beraten werden, wenn es um die Wahl einer passenden Fassung geht. Augenoptiker stehen dabei nicht nur als Stilberater zur Seite, sondern können beurteilen, wie und wo die Brille angepasst werden muss.


"Wie bei einem Koch wird morgens der ‚Mise en Place‘ vorbereitet"


Geschick gefragt

Selbst wenn inzwischen die meisten Brillen industriell gefertigt werden, müssen die Lehrlinge mit den handwerklichen Tätigkeiten vertraut sein. Dazu gehört das Bearbeiten und Schleifen von Gläsern und Kunststoff oder das Löten von Fassungen. „Wichtig ist zu wissen, wie man mit den unterschiedlichen Materialien umgehen muss“, sagt Schäfermeyer. Etwa, ob ein Kunststoff Aceton verträgt oder wie viel Spannung ein Brillenglas aushält. Zu den anspruchsvollen Seiten der Ausbildung zählt alles, was mit der Ermittlung von Zentrierdaten und dem Optikrechnen zu tun hat. Es geht darum, festzustellen, wie sich eine Fehlsichtigkeit ausgleichen lässt. Spaß an Mathematik ist deshalb von Vorteil. Einen Nachteil des Berufs können die Arbeitszeiten im Einzelhandel darstellen. (mit Material von dpa)
  

Kriterien für eine Lehre

Viele Azubis bringen einen Real- oder Gymnasialabschluss mit, wie die Daten des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) zeigen. Die duale Ausbildung wird vergütet. „Im Schnitt könnten Azubis im ersten Lehrjahr pro Monat mit 580 bis 600 Euro brutto rechnen“, sagt Schäfermeyer. Im dritten Lehrjahr bewege sich die Vergütung etwa zwischen 800 und 850 Euro. Die Bundesagentur für Arbeit beziffert sie für das letzte Ausbildungsjahr auf 695 bis 850 Euro.