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Kataraktoperationen kommen häufig vor Bild: stock.adobe.com / DragonImages

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Eine Operation bringt Klarheit Moderne Intrakularlinsen korrigieren nicht nur den Grauen Star, sondern auch gleichzeitig verschiedene Sehschwächen

19.01.2021

Betroffene sehen wie durch einen Nebelschleier, sie reagieren empfindlich auf Blendungen und bemerken ein vermindertes Kontrastsehen: Ein Grauer Star, auch unter dem Namen Katarakt bekannt, schränkt im fortgeschrittenen Stadium die Lebensqualität im Alltag deutlich ein. Und mit zunehmender Sichtverschlechterung bleibt in vielen Fällen nur eine Operation als Behandlungsmöglichkeit. Denn Medikamente gegen die Eintrübung der Augenlinse gibt es nicht. Unbehandelt kann ein Grauer Star sogar zur Erblindung führen.

Ambulanter Eingriff
  

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Bild: stock.adobe.com / bilderzwerg

Die Kataraktoperation wird in Deutschland jährlich rund 800.000 mal durchgeführt – und damit häufiger als jeder andere chirurgische Eingriff in der Medizin. In der Regel wird diese OP ambulant unter örtlicher Betäubung ausgeführt und dauert rund 20 Minuten. Dabei wird zunächst ein minimaler Schnitt in die Augenhornhaut gesetzt und eine kleine kreisrunde Öffnung im Kapselsack geschaffen, bevor anschließend die getrübte Augenlinse durch Ultraschall oder einen Femtosekundenlaser zertrümmert und abgesaugt wird. Durch die winzige Öffnung in der Augenkapsel wird nun eine spezielle Kunstlinse in zusammengefaltetem Zustand eingeführt. Diese breitet sich anschließend eigenständig aus.

Zahlreiche Typen

Welche künstliche Linse am besten für den Betroffenen geeignet ist, wird bei einer gründlichen Untersuchung festgestellt. Es gibt sowohl Ein- als auch Mehrstärkenlinsen. Standard-Intrakularlinsen sind nur auf einen Entfernungsbereich ausgelegt, meist auf die Ferne. Bedeutet: Auch nach der Operation benötigt der Patient bei einer Altersweitsichtigkeit noch eine Brille zum Lesen. Fast unabhängig von einer Sehhilfe werden Betroffene mit Multifokallinsen. Diese Premiumlinsen versprechen ein gutes Sehen in der Ferne und in der Nähe, sie korrigieren Kurz- und Weitsichtigkeit ebenso wie Alterssichtigkeit.


"Grauer Star kann im schlimmsten Fall zur Erblindung führen"


Dauerhafte Verbesserung

Für Betroffene mit Astigmatismus, also einer Hornhautverkrümmung, eignen sich torische Linsen, mit denen der Graue Star und gleichzeitig die Verkrümmung dauerhaft korrigiert werden können. So erhalten Patienten nach der Operation meist eine gute Fernsicht ganz ohne Brille. Darüber hinaus gibt es Linsentypen, die zusätzlich zum Brennpunkt in der Ferne und in der Nähe auch einen Brennpunkt im Intermediärbereich haben – die Region, die etwa für Arbeiten am Computer genutzt wird. (mit Material von djd)
  

Kurz und kompakt

ALTERNATIVE ZUR BRILLE

Mythen rund um die Kontaktlinse

Gut drei Millionen Deutsche setzen bereits auf Kontaktlinsen als echte Alternative zur Brille. Geschichten, die berichten, dass das Haftglas im Auge verloren gehe oder daran festklebe, sind tatsächlich nur Schauermärchen. Es ist anatomisch gar nicht möglich, dass eine Linse hinter das Auge gerät. Sie kann höchstens unter das Oberlid rutschen. Durch Anheben des Lids und Augenrollen setzt sich die Sehhilfe aber meist von allein wieder an die richtige Stelle. Sollte der Träger das Gefühl haben, die Linse habe sich am Auge festgesaugt, gibt es einen einfachen Trick: einen Tropfen Kochsalzlösung ins Auge geben, damit die Linse wieder auf dem Auge schwimmen oder herausgleiten kann. Bei sachgemäßer Handhabung ist somit die Angst vor einer Infektion beim Tragen unbegründet.

SCHLEICHENDER PROZESS

Ursache der Alterssichtigkeit

Im Laufe des Lebens verliert die Augenlinse ihre Elastizität, die Fähigkeit zur Akkommodation nimmt stetig ab. Der sogenannte Nahpunkt, in dem Objekte vor dem Auge gerade noch scharf erkannt werden können, rückt im Laufe des Älterwerdens weiter in die Ferne. Dieser Prozess beginnt schon im Jugendalter, wird im Regelfall allerdings nicht bemerkt, da für gewöhnliche Tätigkeiten immer noch eine ausreichende Akkommodation zur Verfügung steht. Wer sein Sehvermögen testen lassen möchte, sollte sich an einen Augenoptiker oder Optometristen wenden. Durch die Untersuchung und eine ausführliche Beratung fi ndet sich dann die individuell passende Sehhilfe, wie beispielsweise eine Gleitsichtbrille oder multifokale Kontaktlinsen.