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Seit Februar ist der Brexit bereits Realität, doch bis Ende des Jahres gilt noch die Übergangsfrist Bild: Feydzhet Shabanov/stock.adobe.com

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Ende 2020 ist Schluss Diese Fragen sollten Verbraucher wegen des Brexit frühzeitig klären

15.07.2020

Seit dem 1. Februar 2020 ist der Brexit Realität: Das Vereinigte Königreich (UK) ist nicht mehr Mitglied der Europäischen Union. Für Bürger und Unternehmen ändert sich zunächst nichts, da bis Ende des Jahres eine Übergangsphase läuft, in der das EU-Recht im und für das UK grundsätzlich weiterhin gilt, jedoch ohne britisches Mitbestimmungsrecht in den EU-Institutionen. Das UK wird in dieser Zeit auch Teil des EU-Binnenmarktes und der EU-Zollunion bleiben. Die Verhandlungen über das künftige Verhältnis zwischen der EU und dem UK haben Anfang März begonnen. Bislang konnte jedoch kein großer Wurf erzielt werden, dabei drängt die Zeit.

Nachfragen hilft

Die konkreten Folgen für den deutschen Verbraucher sind derzeit nicht abschätzbar. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass es ab 2021 zu Einschränkungen im Waren- und Dienstleistungsverkehr zwischen dem UK und der EU kommt. Jedoch besteht aktuell ebenfalls kein Anlass, Geschäftsbeziehungen mit britischen Unternehmen überstürzt zu beenden. Verbraucher sollten allerdings jetzt bereits nachfragen, wie sich die Unternehmen auf den endgültigen Brexit vorbereiten und wie sie als Kunde betroffen sind. Anleger, die Geld in einen britischen Investmentfonds gesteckt haben, können sich bei Rückfragen zum weiteren Vertrieb an die Informationsstelle im Inland oder an die jeweilige britische Verwaltungsgesellschaft wenden.

Verträge genau lesen

Wer sich nicht sicher ist, ob er Geschäftsbeziehungen zu britischen Unternehmen unterhält, sollte seine Unterlagen überprüfen. In den Darlehensverträgen oder Versicherungspolicen steht, wo der Partner seinen rechtlichen Sitz hat. Bei Investmentprodukten, die über eine internationale Kennnummer für Wertpapiere (ISIN) verfügen, wird die Herkunft des Papiers grundsätzlich über die ersten beiden Stellen dieser Kennnummer ermittelt. Fängt die ISIN mit den Buchstaben GB an, handelt es sich um ein britisches Wertpapier. Auch hinter manchen in Deutschland bekannten Marken und Produkten können britische Unternehmen stehen. Das gilt zum Beispiel für Vertragspartner, die in Deutschland aktiv Kreditkarten, Tagesgeldkonten oder Versicherungen anbieten, wobei sich der Hauptsitz des Unternehmens in Großbritannien befindet. Gleiches gilt für darlehensfinanzierte Anschaffungen. Die Bank, über die die Finanzierung läuft, kann die Niederlassung eines Kreditinstitutes mit Hauptsitz in Großbritannien sein. Teilweise bieten auch Online-Händler Garantieverlängerungen und Geräteschutzversicherungen britischer Unternehmen an.