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Des Kaisers Rasthaus: Napoleon Bonaparte machte einst Station in dem 1698 erbauten Gasthaus „Zur alten Zollgrenze“ in Weidenpesch

Bild: srs

Wer sich von Norden her dem Ortsteil Weidenpesch auf der Neusser Straße nähert, entdeckt noch ein wenig von dem ehemals ländlichen Charakter des Ortes, der in geringem Umfang bewahrt wurde. Hier und da finden sich Spuren des historischen Weidenpesch am Wegesrand. Auf der Denkmalschutz-Liste steht außerdem ein Gebäude, in dem einst Napoleon Bonaparte übernachtete.

Die Front des Gasthofes Bild: srs
Die Front des Gasthofes Bild: srs
Verwirrung bei der Post. Schon im frühen 17. Jahrhundert war das Dorf Merheim, der Vorläufer von Weidenpesch, auf einer alten Karte zu sehen. Seinen Namen Weidenpesch erhielt der Stadtteil erst später, weil die Post oft falsch geliefert wurde. Der Ort geht aus einem Hof des Stiftes St. Gereon hervor und hieß ursprünglich „Weiden Paecherhof“. Wie der gesamte heutige Stadtbezirk Nippes wurde Weidenpesch von den Franzosen 1794 zur „Mairie de Longerich“ zusammengefasst und von den Preußen ab 1815 als „Bürgermeisterei“ weitergeführt. Als es 1888 zur Eingemeindung nach Köln kam, begann die Verwirrung. Schließlich gibt es im Rechtsrheinischen bereits einen Stadtteil Merheim. Da half selbst der Zusatz „Merheim/linksrheinisch“ nicht, der damals hinzugefügt wurde. Aufgrund der Verwechslungsgefahr wurde nach 1945 beschlossen, den Stadtteil in Weidenpesch umzubenennen.

Leckeres Kölsch. Das älteste Gebäude in Weidenpesch ist für seine Gastlichkeit bekannt. Im Haus mit der Aufschrift „Zur alten Zollgrenze“ an der Neusser Straße ließen sich die Gäste das Kölsch schon früher schmecken. 1698 wurde das Wirtshaus erbaut und dient heute noch als Gasthof. Weil der Hof der Stadt vorgelagert war, wurde er ab 1794 von den Franzosen zur Napoleonischen Zollgrenzstation ausgebaut. Sogar Napoleon Bonaparte hat in dem Haus wiederholt Station gemacht und übernachtet. Der französische Kaiser soll zudem im Oktober 1813 bei seinem Rückzug aus Moskau in der alten Zollgrenze seine Pferde gewechselt und Rast gemacht haben.

Unter Denkmalschutz. Als 1897 die damals frisch eingeweihte Weidenpescher Galopprennbahn noch nicht so ausgebaut war wie heute, waren in den Stallungen hinter der „Alten Zollgrenze“ die Rennpferde untergebracht. Da verwundert es nicht, dass sich das Rennbahnpersonal vom Rennbahnschmied bis zum Jockey dort ebenfalls wohlfühlte.

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