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Bei Arthrose im Knie soll dieses mit Übungen möglichst oft gestreckt werden Bild: missty / stock.adobe.com

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Gelenkübungen helfen bei Arthrose Schmerzen die Gelenke, müssen nicht immer sofort Medikamente her. Auch Übungen und Sport können Beschwerden lindern

28.10.2020

In Deutschland stehen künstliche Hüft- und Kniegelenke an der Spitze der orthopädischen Operationen. Grund für Prothesen ist eine fortgeschrittene Arthrose. Bei schmerzhaftem Gelenkverschleiß kann gerade Bewegung hilfreich sein. Denn auch wenn diese schmerzhaft ist, lohne es sich, die Gelenke beweglich zu halten, rät die Deutsche Gesellschaft für Endoprothetik. Durch Bewegung werde der Knorpel mit Nährstoffen versorgt, die Muskulatur gekräftigt und ein Einsteifen des Gelenks verhindert. Grundsätzlich empfehlen die Experten, jede Gelegenheit zur Bewegung zu nutzen.
  

Besonders häufig sind ältere Menschen von Schmerzen in der Hüfte betroffen Bild: B. BOISSONNET / BSIP
Besonders häufig sind ältere Menschen von Schmerzen in der Hüfte betroffen Bild: B. BOISSONNET / BSIP

Schonende Sportarten

Weitere Empfehlungen sind schonende Sportarten wie Schwimmen, Radfahren und Nordic Walking im eigenen Tempo auszuüben. Zusätzlich könne es hilfreich sein, eventuell bestehendes Übergewicht abzubauen, um die Gelenke zu schonen. Bei Arthrose im Knie sollte dieses möglichst oft aktiv gestreckt werden. Eine Übung hierfür: Auf den Rücken legen und die Knie aufstellen, das Becken anheben und jeweils im Wechsel ein Bein ausstrecken und für mehrere Atemzüge halten. Dieses Training sollten Betroffene mehrere Male hintereinander wiederholen.

Künstliches Gelenk als letzte Option

Für das Hüftgelenk empfehlen die Experten folgende Übung: Auf einem Bein stehen und dabei das andere Bein frontal anheben und um 90 Grad beugen. Dieses Training täglich 20 bis 40 Mal auf beiden Seiten wiederholen. Eine weitere Übung: Auf einem Bein stehen, das andere auf einen Stuhl in 90-Grad-Stellung abstellen und kontrolliert das Becken und den Oberkörper der Standseite nach vorne schieben, dabei das stehende Bein dehnen. Wichtig hierbei ist, dass Betroffene nicht ins Hohlkreuz fallen. Grundsätzlich sollten Treppen bewusst mit aufgerichtetem Becken in Zeitlupe hochgestiegen werden. Bei sehr starkem Leiden kann eine gezielte Therapie mit Schmerzmitteln notwendig sein. Die Experten empfehlen in diesem Fall Entzündungshemmer. Sind alle nicht-operativen Möglichkeiten ausgeschöpft, ist ein künstliches Gelenk dann die letzte Behandlungsoption. (mit Material von dpa)