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Mit Videokonferenzen haben alle Beteiligten mittlerweile viel Erfahrung Bild: Thomas Banneyer

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„Gute Performance, sauberes Gewissen, positive Wirkung“ Beim virtuellen Runden Tisch von „Kölner Stadt-Anzeiger“ und Kölnischer Rundschau diskutierten sieben deutsche Führungskräfte aus verschiedenen Branchen die Bedeutung von Nachhaltigkeit in unserer Gesellschaft

6.01.2021

Nachhaltigkeit – ein bedeutendes Wort, mit dem mittlerweile viele Unternehmen um umweltbewusste Kunden werben. Für das gute Gefühl oder tatsächlich, weil sie etwas verändern wollen? Nicht immer wird das bei jedem Werbeversprechen deutlich. Beim virtuellen Runden Tisch „Nachhaltig für morgen“ von „Kölner Stadt-Anzeiger“ und Kölnischer Rundschau wurde aber eines klar: Um das Thema kommt keine Branche mehr herum. Darüber diskutierten die IKEA-Nachhaltigkeitsmanagerin Katarzyna Dulko-Gaszyna, die Leiterin der Stabsstelle Nachhaltigkeit der Pax-Bank Jutta Hinrichs, die Niederlassungsleiterin der Quirin Privatbank AG Martina Patzek, der Direktor der Shell Deutschland Oil GmbH Rheinland Raffinerie Marco Richrath, das Vorstandsmitglied der RheinEnergie Achim Südmeier, der Kölner Niederlassungsleiter der Bethmann Bank Matthias Wesseling und Claudia Tillmann, die die operative Leitung bei der Yello Strom GmbH inne hat. Die virtuelle Runde moderierte Thorsten Breitkopf, der Leiter der Wirtschaftsredaktion des „Kölner Stadt-Anzeiger“.

Als Chance verstehen

Durch diverse firmeninternen Videokonferenzen geübt, war die digitale Runde für keinen Teilnehmenden ein Problem – im Gegenteil: Sie entsprach sofort dem Leitgedanken „Nachhaltig für morgen“. Sieht so die Zukunft aus? „Wir müssen inspirieren und dazu beitragen, das Thema Nachhaltigkeit als Chance zu verstehen und damit positiv zu sehen“, fasst Jutta Hinrichs von der Kirchenbank zusammen. „Es geht darum, dass wir alle begreifen, dass wir vor großen Herausforderungen stehen. Die gilt es jetzt zu meistern.“ Und genau die würden alle angehen: die Konsumenten, die Wirtschaft, die Staaten und die Investoren.

Echter Megatrend

Nachhaltigkeit als Trend ist auch eine Möglichkeit, die zukunftsweisend sein kann. „Nachhaltigkeit ist ein Megatrend. Wir alle erleben das im Alltag, aber auch der Blick auf die Finanzmärkte zeigt das gleiche Bild. Das Interesse unserer institutionellen Kunden an nachhaltigen Kapitalanlagen wächst seit Jahren kontinuierlich und mittlerweile fragen auch vermögende Privatkunden vermehrt nach ,grünen’ Anlagen“, erklärt Matthias Wessling von der Bethmann Bank. Deshalb müssten die Banken ihre Verantwortung auch erst nehmen, so wie es die Bethmann Bank bereits täte. Oder wie es Jutta Hinrichs ausdrückt: „Uns ist allen bewusst: Geld regiert die Welt.“ Deshalb spielen die Banken eine wichtige Rolle im Transformationsprozess der Wirtschaft. „Wem sie Geld zur Verfügung stellen und was mit dem investierten Geld passiert, ist von entscheidender Bedeutung für uns alle“, so Hinrichs.

Menschen überzeugen

Zwar nehme das Thema Nachhaltigkeit aktuell stark an Fahrt auf. „Dennoch fragen wir uns als christlich-nachhaltige Bank, wie wir es schaffen, noch mehr Menschen von einer nachhaltigen Geldanlage zu überzeugen. Wir leben das Prinzip Nachhaltigkeit bereits seit unserer Gründung vor mehr als einhundert Jahren und entwickeln diesen ganzheitlichen Ansatz stetig weiter. Dies ist für uns keine Marketingstrategie, sondern unsere Mission.“ Auch Martina Patzek von der Quirin Privatbank AG kann berichten, dass immer mehr ihrer vermögenden Privat- und Firmenkunden nach nachhaltigen Geldanlagen fragen: „Vor 18 Monaten haben wir unsere nachhaltige Strategie gestartet, bis heute sind bereits mehr als 250 Millionen Euro investiert.“ Doch dabei wird es nicht bleiben: „In spätestens fünf Jahren wird jeder vierte Euro nachhaltig angelegt sein, wenn es gut läuft, vielleicht sogar jeder zweite. Denn immer mehr Menschen erkennen: Nachhaltige Geldanlagen sind nicht teuer wie Bio-Produkte, man muss also nicht mehr bezahlen als für herkömmliche Anlagen, man muss keine Renditeabstriche machen und sie sind auch nicht riskanter – wenn man es richtig macht.“


"Das Interesse an nachhaltigen Kaptialanlagen wächst seit Jahren kontinuierlich"


Positive Wirkung

Ein wichtiger Punkt für viele Anleger: Die Rendite ist bei grünen Anlagen eben nicht schlechter. „Gerade dieses Jahr zeigt sich, dass nachhaltige Kapitalanlagen robuster durch die Krise kommen“, erklärt Matthias Wesseling. Und seine Bankkollegin Hinrichs ergänzt: „Auf Rendite müssen Kunden bei nachhaltigen Anlagen nicht verzichten – im Gegenteil: Die Kapitalmärkte haben erkannt, dass nachhaltige Unternehmen besser aufgestellt sind und damit Risiken im Portfolio senken. Die neue Botschaft: gute Performance, sauberes Gewissen, positive Wirkung.“

Aufgrund der Corona-Pandemie wurde die Veranstaltung virtuell durchgeführt Bild: Thomas Banneyer
Aufgrund der Corona-Pandemie wurde die Veranstaltung virtuell durchgeführt Bild: Thomas Banneyer

Spezifische Kriterien

Die Bethmann Bank selbst legt laut eigenen Aussagen enormen Wert auf die sogenannten ESG-Kriterien: Ökologie, Soziales und Unternehmensführung – die drei Kriterien der nachhaltigen Geldanlage. „Für unsere nachhaltigen Anlagen schließen wir Branchen aus, die wir gemäß der Nachhaltigkeitskriterien für nicht akzeptabel halten, beispielsweise die Branchen Tabak, Rüstung und Bergbau. In vielen anderen Branchen suchen wir Unternehmen, die im Vergleich zu ihren direkten Wettbewerbern die entscheidenden Kriterien in ihre Geschäftsstrategie erfolgreich einbauen“, so Wesseling.

Offen für Diskurs

Die ESG-Kriterien spornen auch die Pax-Bank an. „Wie nehmen Unternehmen ihre ESG-Verantwortung wahr? Welche sozialen und ökologischen Risiken schlummern zum Beispiel in den Lieferketten der E-Mobilität? Woher kommen die Rohstoffe? Wie steht es um die Menschenrechte in den Abbaugebieten von Lithium? Darüber haben wir mit einigen großen Unternehmen wie zum Beispiel Daimler, VW, BMW und BASF gesprochen“, berichtet Jutta Hinrichs. Wer mit einer Abfuhr bei diesen Unternehmen gerechnet hat, wird enttäuscht. „Die waren dankbar für die Expertise der kirchlichen Investoren und offen für einen Diskurs. Damit konnten wir unseren ganzheitlichen Blick auf drängende Fragen der Gerechtigkeit und der Schöpfungsverantwortung einbringen.“

Klimaneutralität erreichen
  

Die wichtigsten Kernaussagen wurden direkt notiert Bild: Thomas Banneyer
Die wichtigsten Kernaussagen wurden direkt notiert Bild: Thomas Banneyer

Das zeigt: Nachhaltigkeit interessiert alle Branchen. Wie der Umschwung in einer nachhaltigere Welt gelingen kann, hängt zu großen Teilen aber auch vom Energiesektor ab. Kohle, Öl und Gas müssen ausdienen, damit die großen Ziele der Klimaneutralität erreicht werden können. „Wir stehen vor der Herausforderung für eine wachsende Bevölkerung saubere Energie zu liefern. Da müssen wir alle uns fragen: Welchen Beitrag wollen wir leisten?“, fasst Marco Richrath von Shell zusammen. Doch trotz des „Oil“ im Namen, sei dem Unternehmen bewusst: „Rohöl zu Kraftstoffen und damit zu Verbrennungsprodukten zu verarbeiten, ist kein nachhaltiger Zukunftspfad. Deshalb wird auch der Begriff ,Raffinerie’ als Teil unseres Namens zeitnah verschwinden.“ Große Veränderungen stehen also bei dem Unternehmen an, verbleibende Raffinerie-Standorte sollen transformiert werden zu „Energy and Chemical Parks“. Das unterstützt auch die NRW-Landesregierung. Deshalb haben Wirtschafts- und Energieminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart und Shell-Deutschland-Chef Dr. Fabian Ziegler vor Kurzem eine Absichtserklärung unterschrieben, die den Dialog für die „Transformation Rheinland Raffinerie“ festschreibt. „Wir machen uns massiv Gedanken“, versichert auch Marco Richrath. Dennoch werde Öl vorerst noch gebraucht, zum Beispiel für Chemieprodukte. „Aber auch dafür müssen wir Alternativen finden.“

Auf Papier verzichten

Claudia Tillmann bremst allerdings die zeitnahen Erwartungen etwas: „Wir möchten bei Yello nachhaltiger werden, aber das geht nicht von heute auf morgen. Es ist eher ein Marathonlauf, bei dem wir Schritt für Schritt vorangehen. Einiges haben wir schon erreicht: Unser Standort in Köln ist seit Kurzem klimaneutral, genauso wie der Versand unserer Kundenschreiben. Zudem bieten wir Kunden digitale Services an, um auf Papier verzichten zu können. Dienstreisen haben wir reduziert und buchen keine Inlandsflüge mehr.“ Aber: Ihrer Meinung nach funktioniere Nachhaltigkeit vor allem durch Alternativen, nicht durch Verbote. „Von heute auf morgen können wir nicht alles umstellen und können niemanden dazu zwingen nachhaltiger zu leben. Aber wir können Kunden nachhaltigere Alternativen anbieten und versuchen sie davon zu überzeugen.“


"Rohöl zu Kraftstoffen zu verarbeiten, ist kein nachhaltiger Zukunftspfad"


Bildung als Voraussetzung

Für Achim Südmeier von RheinEnergie bedeutet Nachhaltigkeit allerdings noch etwas anderes als Klimaneutralität. „Global gesehen ist für mich Bildung eine fundamentale Voraussetzung für Nachhaltigkeit, damit jeder lernt, Schlussfolgerungen zu ziehen. In den reicheren Gegenden bedeutet Nachhaltigkeit auch einen konstruktiven Disput führen zu können. Das ist alles sehr komplex.“ Und dennoch: Alle von der Dringlichkeit zu überzeugen, ist Voraussetzung für eine bessere Welt im Morgen. „Die Menschen zu mehr Nachhaltigkeit inspirieren zu können, geht nur, wenn man Betroffenheit auslöst. Wir müssen die Probleme sichtbar machen.“

Bewusster Konsum

Während des Gesprächs herrschte eine angenehme Atmosphäre Bild: Thomas Banneyer
Während des Gesprächs herrschte eine angenehme Atmosphäre Bild: Thomas Banneyer

Sichtbar macht IKEA das Thema Nachhaltigkeit derzeit im großen Stil. Auf fast jedem Werbeplakat verspricht der Konzern einen nachhaltigen Einkauf. Aber geht das überhaupt? „Wir möchten Produkte und Angebote schaffen, die wirklich nachhaltig sind. Für uns bedeutet ,Öko-Konsum’ ein sehr bewusster Konsum“, sagt Katarzyna Dulko-Gaszyna. Und dafür gebe es vor allem in Deutschland einen Markt – aber auch hohe Erwartungen. „Nach einer aktuellen Studie sehen wir, dass neun von zehn Deutschen besorgt über den Klimawandel sind. Für einen nachhaltigeren Lebensstil setzen sie vor allem auf Recycling, Energiesparen zu Hause und das Thema Reisen – weniger oder nachhaltiger“, fasst sie zusammen. Daran knüpft die aktuelle IKEA-Strategie an. „Wir möchten bis 2030 klimapositiv sein – das heißt, mehr Treibhausgase reduzieren als in der IKEA-Wertschöpfungskette ausgestoßen werden. Mit unserer Größe und Reichweite haben wir die Möglichkeit, mehr als eine Milliarde Menschen zu erreichen. Wir möchten sie dazu inspirieren und unterstützen, ein gesünderes und nachhaltigeres Leben zu führen“, erklärt Dulko-Gaszyna.

Recycelte Materialien

Ein weiterer Punkt: Bis zum Jahr 2030 sollen alle IKEA-Produkte aus recycelten Materialien oder aus nachwachsenden Rohstoffen bestehen, etwa aus zertifiziertem Holz oder besserer Baumwolle. Da sei das Unternehmen bereits auf einem guten Weg: „Bis Ende 2020 ist beispielsweise unser Holz zu 100 Prozent FSC zertifiziert beziehungsweise aus nachhaltigen Quellen und unsere gesamte Baumwolle stammt jetzt schon aus nachhaltigerem Anbau“, so Dulko-Gaszyna.

Dringlichkeit erkennen

Ein Plan, der aufgehen könnte. Die Pandemie hat viele Menschen nicht nur hinter den Computer und in virtuelle Runde Tische gezwängt, sondern auch zum Hinterfragen. Das glaubt zumindest Martina Patzek von der Quirin Privatbank AG: „Was können wir vermeiden? Wie nachhaltig bin ich selbst unterwegs? Nachhaltigkeit bedeutet langfristiges Denken: Nachhaltigkeit ist aber ein Marathon, kein Sprint.“ Und bisher hat das Thema zwar vermehrt den Weg in die Öffentlichkeit, in Medienberichte und Unternehmensstrategien gefunden, es gibt aber immer noch einen Teil der Bevölkerung, der die Dringlichkeit des Themas nicht in eigenes Handeln umsetzt. „Uns treiben die 50 Prozent der Bevölkerung um, die Nachhaltigkeit immer noch für verzichtbar und nicht praktikabel halten“, gibt Jutta Hinrichs von der Pax-Bank zu Bedenken. Wie können die Branchen auf diesen Teil Einfluss nehmen? Ihrer Meinung nach braucht es eine deutliche Kampagne, wie sie sie selbst jüngst aufgelegt haben. „Wir legen ganz bewusst den Finger in die Wunde. Unsere beispielhafte Botschaft lautet daher: Finanziere ich mit meinem Geld die Abholzung des Regenwaldes? Unterstütze ich mit meinem Geld Kinderarbeit?“, so Hinrichs. „Unsere Hoffnung ist, dass so viele Menschen wie möglich beginnen, über ihre Geldanlagen nachzudenken und achtsam werden für eine nachhaltige Ausrichtung.“  


"Das Interesse an nachhaltigen Kaptialanlagen wächst seit Jahren kontinuierlich"


Ressourcen wiederverwerten

Aber nicht nur nachhaltige Anlagen oder Materialien sollen auf Dauer an den Kunden gebracht werden. Das Konzept der Zukunft lautet Kreislaufwirtschaft: Ressourcen, die bereits vorhanden sind, wieder verwerten, um neue Produkte herzustellen. Somit braucht es im Idealfall noch nicht einmal mehr den nachhaltigen Anbau von Baumwolle – die bereits vorhandene wird einfach wieder genutzt. Das geht auch IKEA an. „Bisher erwarten die Konsumenten vor allem weniger Verpackung und eine längere Haltbarkeit von Dingen. Statt eines konsumorientierten Black Friday haben wir auf einen ,Buy back Friday‘ gesetzt. In einem Kampagnenzeitraum bis Weihnachten haben wir verstärkt gebrauchte und benutzte IKEA-Produkte von unseren Kunden zurückgekauft, um sie wieder zu verwerten“, berichtet Dulko-Gaszyna.

Infrastruktur bereitstellen

Das Thema Kreislaufwirtschaft ist für Shell ebenfalls wichtig. „Wir denken vom Kunden rückwärts. Um zu dekarbonisieren, müssen wir gezielt arbeiten: Wenn zum Beispiel mehr E- oder Wasserstoff-Busse auf die Straße sollen, müssen wir für die Lade- und Tankinfrastruktur sorgen“, so Marco Richrath. Wie das innovativ funktionieren kann? „Wir suchen die Zusammenarbeit mit verschiedenen Bereichen, um einen Energy-Campus in Wesseling aufzubauen. Dort sollen Energiewende-Firmen und -Start-ups sowie Wissenschaft und Forschung mit dabei sein. Das ist ein großer Spagat zu bisherigen Geschäftsmodellen, den die ganze Wirtschaft machen muss.“ Aber eines sei klar: Die Unternehmen hätten es in der Hand, ihre Erwartungen klar zu machen, aber die Menschen müssen mitgenommen werden. „Im Rheinischen Revier steht ein enormer Wandel bevor. Da geht es auch um die Frage, wie ich Industrie- in grüne Arbeitsplätze umwandeln kann.“

Gleichgewicht finden

Achim Südmeier stimmt zu. „Wir sind auch für die Daseinsvorsorge zuständig und nicht nur den Märkten unterlegen. Dennoch ist es ein schwieriger Nachhaltigkeit-Komplex: Die Ökologie ist wichtig, aber auch die Ökonomie und das Soziale. Das ist ein Spannungsfeld. Unternehmen müssen bei jeder Investition hinschauen“, fordert er. Doch Nachhaltigkeit ist mehr als Konsum, Verkehr oder Geld-Anlage. Südmeier erinnert an die weiteren Felder Stromerzeugung oder Fleischkonsum. „Aber ich bin mittlerweile sehr zuversichtlich, dass wir vorankommen, wenn ich auf die Energiewirtschaft schaue. Sie hat den Schwenk in Richtung Ökologie verstanden. Es gibt einen Umkehrtrend“, lobt Südmeier. „Trotzdem essen wir Deutschen nach wie vor zu viel Fleisch, ökologisch auch ein großes Problem. Es gibt also viele Felder, um die wir uns kümmern müssen und es ist schwierig.“

Komplex und schwierig

Er ist auch der große Mahner zum Schluss der Runde. Selbst wenn wir uns derzeit schon anstrengen, möglichst alles nachhaltig auszurichten: „Mit unseren aktuellen Ambitionen werden wir unsere bisher gesteckten Ziele nicht erreichen. Das macht nachdenklich und wir müssen uns fragen: Was ist mir eine nachhaltige Welt wert?“ Verzicht könne eine Lösung sein, und da müsse dann auch ordnungspolitisch eingegriffen werden. „Es könnte zum Beispiel Vorschrift sein, kein neues Haus mehr ohne Photovoltaik-Anlage zu bauen. Sonst bleiben wir hinter unseren eigenen Zielen zurück.“ Nachhaltigkeit – der Mega-Trend der Gegenwart und Zukunft. Aber: sehr komplex und schwierig, wie es Achim Südmeier zusammenfasst. Von Jennifer Wagner
  

Der Runde Tisch

Der Runde Tisch ist eine Veranstaltung des Medienhauses DuMont Rheinland. Regelmäßig bitten „Kölner Stadt-Anzeiger“ und Kölnische Rundschau Spitzenvertreter verschiedener Wirtschaftszweige und Institutionen zum informellen Austausch. Die Gesprächsrunden finden sowohl zu überregionalen als auch zu lokalen Themen statt.

Die Teilnehmer des Runden Tisches

Bild: IKEA
Bild: IKEA

„Wir möchten Produkte und Angebote schaffen, die wirklich nachhaltig sind. Für uns bedeutet Öko-Konsum einen sehr bewussten Konsum.“

Katarzyna Dulko-Gaszyna
Sustainability Managerin, IKEA Deutschland  


Bild: Pax-Bank
Bild: Pax-Bank

„Es geht darum, dass wir alle begreifen, dass wir vor großen Herausforderungen stehen. Die gilt es jetzt zu meistern.“

Jutta Hinrichs
Leiterin Stabsstelle Nachhaltigkeit bei der Pax-Bank  


Bild: Quirin Privatbank AG
Bild: Quirin Privatbank AG

„In spätestens fünf Jahren wird jeder vierte Euro nachhaltig angelegt sein – wenn es gut läuft, vielleicht sogar jeder zweite.“

Martina Patzek
Direktorin, Niederlassungsleiterin, Quirin Privatbank AG  


Bild: Philipp Dimitri
Bild: Philipp Dimitri

„Wir stehen vor der Herausforderung, für eine wachsende Bevölkerung saubere Energie zu liefern. Welchen Beitrag wollen wir leisten?“

Dr. Marco Richrath
Direktor, Shell Deutschland Oil GmbH Rheinland Raffinerie  


Bild: RheinEnergie
Bild: RheinEnergie

„Global gesehen ist Bildung eine fundamentale Voraussetzung für Nachhaltigkeit, damit jeder lernt, Schlussfolgerungen zu ziehen.“

Achim Südmeier
Vorstand Energiebeschaffung und Vertrieb, RheinEnergie  


Bild: Yello Strom GmbH
Bild: Yello Strom GmbH

„Wir möchten nachhaltiger werden, aber das geht nicht von heute auf morgen. Es ist eher ein Marathonlauf.“

Claudia Tillmann
Operative Leitung, Yello Strom GmbH  


Bild: Matthias Wesseling
Bild: Matthias Wesseling

„Nachhaltigkeit ist ein Megatrend. Wir alle erleben das im Alltag, aber auch der Blick auf die Finanzmärkte zeigt das gleiche Bild.“

Matthias Wesseling
Leitender Direktor und Niederlassungsleiter Köln, Bethmann Bank