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Von Brühl aus durch die ganze Welt: Julia Rick ist die beste Wakeboarderin des Planeten und seit Jahren unschlagbar

Foto: privat

Die Hürtherin Julia Rick ist ein Phänomen. In diesem Jahr wurde die 26-Jährige nicht nur zum siebten Mal in Folge Wakeboard-Europameisterin, ihr gelang jüngst auch die Titelverteidigung bei der WM in Mexiko. Dabei landete sie spektakuläre Tricks mit einer enormen Leichtigkeit, sodass ihre Auftritte trotz vieler Höchstschwierigkeiten stets sehr souverän wirken.

Harte Arbeit

Um zur weltbesten Wakeboarderin aufzusteigen, feilte sie in der Vergangenheit allerdings extrem hart an ihren Fähigkeiten. Bis zu vier Stunden am Tag verbringt Rick auf dem Wasser, weshalb sie technisch immer sauberer wurde. Zunehmend schwierigere Tricks eignete sie sich außerdem an. So steht sie mittlerweile als einzige Frau der Welt einen sogenannten 1080, also eine dreifache Drehung um die eigene Längsachse. Damit sie zu solchen Kunststücken in der Lage ist, kommt neben dem eigentlichen Training mit dem Board täglich noch eine Stunde Workout im Fitnessstudio dazu. Immerhin muss Rick eine enorme Kraft in den Beinen und den Unterarmen aufbringen, damit sie sicher auf dem Brett steht und den Griff des Zugseils nicht verliert.

Dank des Sports bereist die Hürtherin ferne Länder. In Brühl trainiert sie mittlerweile nur noch selten Foto: privat
Dank des Sports bereist die Hürtherin ferne Länder. In Brühl trainiert sie mittlerweile nur noch selten Foto: privat
Fußball beim 1. FC Köln

Dass sie überhaupt mit dem Wakeboarden beginnen würde, war vor zehn Jahren noch nicht zu erahnen. Immerhin war Rick im Teenageralter enorm fußballbegeistert. Mehr noch: Sie spielte beim 1. FC Köln bereits im Zweitligateam und träumte von einer Profikarriere. Doch ab ihrem 17. Geburtstag flachte dieser Wunsch immer mehr ab. „Ich habe mich mit einigen Freunden am Brühler Bleibtreusee getroffen und das Wakeboarden erstmals ausprobiert“, erinnert sich Rick an den Startpunkt ihrer neuen Leidenschaft. „Im Jahr zuvor war ich dort schon mal Wasserski gefahren, doch Wakeboarding hat mir von Anfang an noch mehr Spaß gemacht.“ So wurde Rick in den Wochen und Monaten danach zum Stammgast auf der Brühler Anlage. Schnell war klar: Sie ist nicht nur ehrgeizig, sondern auch extrem talentiert. Tricks, die andere erst nach jahrelangem Training schafften, gelangen ihr innerhalb kürzester Zeit.

Rick zeigt spektakuläre Sprünge, bei denen sie sich mehrere Meter über der Wasseroberfläche befindet Foto: privat
Rick zeigt spektakuläre Sprünge, bei denen sie sich mehrere Meter über der Wasseroberfläche befindet Foto: privat
Anfänge am Bleibtreusee

Entsprechend gute Ergebnisse erzielte sie bei ihren ersten Wettkämpfen, während ihre eigentliche Leidenschaft, der Fußball, plötzlich zur Nebensache wurde. Vielmehr entschied Rick noch im gleichen Jahr, sich als professionelle Wakeboarderin zu versuchen. Unterstützung erfuhr sie dabei von ihren Eltern, die sie zu diversen Wettkämpfen begleiteten. Zudem ist Rick bei der Sportfördergruppe Bundeswehr und wird von ihren Sponsoren Panasonic sowie Mysticwake aufgrund ihres riesigen Erfolgs unterstützt. Allerdings ist das auch nötig, da Rick während der Wettkampfsaison von April bis November durch die gesamte Welt reist. Auch ihre Trainingslager finden meist nicht mehr in Brühl, sondern in wärmeren Gefilden statt.

"Bis zu vier Stunden am Tag verbringt Rick auf dem Wasser"

Sportart populärer machen

Reich wird sie trotz ihres immensen Erfolgs vom Wakeboarden allerdings nicht. „Von den Preisgeldern können die Teilnehmer in dieser Sportart leider nicht leben. Im Falle eines Turniersiegs kann vielleicht die Reise zum Austragungsort finanziert werden“, erklärt Rick. „Bei der WM gibt es überhaupt kein Preisgeld, sondern für die Bestplatzierten lediglich die Medaillen.“ Um Geld geht es Rick beim Wakeboarden nach ihren zahlreichen Erfolgen aber schon längst nicht mehr. Vielmehr ist es ihr Ziel, weitere Tricks zu landen, die bisher noch keiner Frau vor ihr gelungen sind. Zudem will sie ihre Sportart populärer machen und dafür sorgen, dass Wakeboarden eines Tages olympisch wird. Sie selbst wird diesen Tag als aktive Sportlerin nicht mehr erleben, was aus Sicht des Deutschen Olympischen Sportbunds sehr schade ist. Immerhin würde Ausnahmetalent Rick auch diese Goldmedaille mit ziemlich großer Sicherheit nach Deutschland holen.

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