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Schriftverkehr mit dem Finanzamt – das „droht“ auch allen, die bereits in Rente sind Bild: contrastwerkstatt/stock.adobe.com

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Ich? Post vom Amt? Auch Rentner sollten Schreiben des Finanzamts ernst nehmen und den Inhalt sorgfältig prüfen

31.05.2021

Die Mehrheit der Rentner muss zwar keine Steuern zahlen. Das heißt aber nicht, dass sie nicht zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet sind. Darauf macht die Lohnsteuerhilfe Bayern aufmerksam. Maßgeblich für die Abgabepflicht ist der Gesamtbetrag der Einkünfte. Bei Rentnern ist das der Betrag, der übrig bleibt, wenn man von der gesetzlichen Rente den Rentenfreibetrag und die Werbungskostenpauschale von 102 Euro abzieht. Im Veranlagungszeitraum 2020 lag der Grenzwert für Einzelveranlagung bei 9.408 Euro, im Falle einer Zusammenveranlagung bei 18.816 Euro.

Es muss informiert werden

Wird der Grundfreibetrag überschritten, heißt das noch nicht, dass Steuern gezahlt werden müssen. Auch bei Überschreitung des Grundfreibetrags kann die Steuer am Ende immer noch 0 Euro betragen. Denn Rentner profitieren vom Renten- und dem steuerlichen Grundfreibetrag und können Ausgaben wie Krankheitskosten geltend machen. Werden durch Rentenanpassungen die Grenzbeträge überschritten, muss das Finanzamt darüber informiert und auch wieder eine Steuererklärung abgegeben werden. Darüber hinaus entsteht für alle Rentner eine Abgabepflicht, sobald das Finanzamt zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung aufgefordert hat. Beträgt die Steuer 0 Euro, kann dennoch ein Verspätungszuschlag fällig werden. Zwar wird dieser nicht automatisch mit dem Mindestsatz von 25 Euro pro verspäteten Monat berechnet, weil das Finanzamt das bei einer Steuer von 0 Euro nicht darf. Dennoch gibt es Finanzämter, die individuell entscheiden, ob ein Verspätungszuschlag gezahlt werden soll. Betroffene sollten dann Einspruch einlegen, raten die Experten. (Mit Material von dpa/tmn)