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Als Azubi-Bestatter ist das Einfühlungsvermögen wichtig

Einen Sarg zu gestalten und anschließend zu schmücken gehört zu den Aufgaben eines Bestatters Bild: Bundesverband Deutscher Bestatter

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In besondere Situationen hineinversetzen Als Azubi-Bestatter ist das Einfühlungsvermögen wichtig

19.05.2020

Es ist vielleicht kein Job für jedermann, doch er ist besonders facettenreich und damit für viele potenzielle Azubis durchaus interessant – die Rede ist vom Beruf des Bestatters. Am Anfang der Ausbildung stehen eher die praktischen Tätigkeiten im Vordergrund, also das Begleiten von Trauerfeiern, die Überführung sowie die Versorgung von Verstorbenen oder das Fertigstellen von Särgen. Im weiteren Verlauf spielt dann das Thema Beratung eine immer größere Rolle. Darüber hinaus werden permanent Rechtsgrundlagen, betriebswirtschaftliche Aspekte und kulturelle Hintergründe verschiedener Religionsgemeinschaften vermittelt.

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Aber: Es kommt in diesem Beruf nicht auf auf das gesammelte Wissen, sondern auch auf Einfühlungsvermögen an. „Die Azubis müssen auf Menschen zugehen und auf die besondere Situation der Angehörigen eingehen können, da Bestatter in der Regel wesentlich mehr mit Lebenden als mit verstorbenen Personen zu tun haben. Sprich: Sie müssen feinfühlig sein und mit Trauer umgehen können“, sagt Dr. Fabian Lenzen, der als Dozent am Bundesausbildungszentraum der Bestatter in Münnerstadt tätig ist. „Das sind allerdings Fähigkeiten, die sich schwer erlernen lassen. Darüber hinaus kann es nicht schaden, wenn die Azubis körperlich robust sind, da während der Ausbildung handwerkliche Aspekte sowie die Überführung von Verstorbenen ebenfalls eine Rolle spielen.“
  

Bei einer Trauerfeier ist eine passende Dekoration für viele Menschen von großer Bedeutung Bild: Bundesverband Deutscher Bestatter
Bei einer Trauerfeier ist eine passende Dekoration für viele Menschen von großer Bedeutung Bild: Bundesverband Deutscher Bestatter

Duales System

Der Beruf zur Bestattungsfachkraft wird so gelehrt, wie es im handwerklichen Bereich üblich ist, also im dualen System. Das heißt, dass die Azubis in der Regel drei Jahre lang im Betrieb und außerdem in der Berufsschule ausgebildet werden. Dabei kommen in Deutschland drei Berufsschulen in Frage, die sich in Bad Kissingen, in Wermelskirchen und in Springe befinden. Aufgrund dessen wird ein Blockunterricht abgehalten, der mehrere Wochen am Stück stattfindet. Insgesamt handelt es sich dabei um 13 Wochen im Jahr. Zusätzlich zur Ausbildung im Betrieb und zum Unterricht an der Berufsschule kommen überbetriebliche Lehrlingsunterweisungen am Bundesausbildungszentrum der Bestatter in Münnerstadt. Die Themenschwerpunkte dort sind Grabtechnik, Warenkunde, Dekoration, Beratungsgespräch, Hygiene sowie Trauerpsychologie.


"Die Auszubildenden müssen mit Trauer umgehen können"


Hauptschulabschluss ist Voraussetzung

Die Voraussetzung für Bewerber ist ein Hauptschulabschluss. Der Azubi-Lohn beträgt im ersten Jahr 520, im zweiten 610 und im dritten 700 Euro brutto. Nach der Ausbildung werden in etwa 2.000 Euro brutto gezahlt, mit zunehmender Berufserfahrung sind dann circa 2.500 Euro brutto drin.