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Die Arbeit beginnt im Schrebergarten: Die Saison im Kleingärtnerverein Blücherpark in Neuehrenfeld läuft an. Für die 697 Pächter bedeutet das: Ärmel hochkrempeln

Martina Lorbach hat Freude im Grünen Bild: Ralf Schädel

Kaum ist die frostige Jahreszeit vorbei, blüht das Leben in Deutschlands rund 1,2 Millionen Schrebergärten wieder auf. Die Pächter wollen ihre Parzellen auf Vordermann bringen und sie für die Kleingartensaison herausputzen. Nicht anders ist es an der Arnimstraße in einem der ältesten und größten Kleingartenvereine Kölns. Auf einem Areal von annähernd 219.000 Quadratmetern werden fleißig Gartenflächen mit Obst und Gemüse bewirtschaftet, Ziergärten und Rasenflächen bepflanzt und gepflegt.

"Wir hatten den Wunsch, uns nicht nur auf dem Balkon, sondern auch in der Natur gärtnerisch auszuprobieren und einen entspannten Rückzugsort zu haben"

Martina Lorbach
Kleingärtnerin im Blücherpark

Idee realisieren

Am Ende ging es schnell für Martina Lorbach, ihre Tochter und einige Freunde. „Wir hatten den Wunsch, uns nicht nur auf dem Balkon, sondern auch in der Natur gärtnerisch auszuprobieren und einen entspannten Rückzugsort zu haben“, erklärt die 46-Jährige. Sie wurde Mitglied im Kleingärtnerverein Blücherpark und ließ sich auf die Warteliste der bis zu 100 Bewerber setzen. Im Januar kam das Angebot, ein Grundstück am Bienenweg pachten zu können. Sie überlegte nicht lange, griff zu und begann zu planen.

Kräftig anpacken

Bild: Ralf Schädel
Bild: Ralf Schädel
Zunächst hat sich die Neu-Pächterin viel angelesen: „Wir wollen einen naturnahen Garten anlegen und haben uns über Käferkeller, Trockenmauern für Insekten und Eidechsen sowie eine Totholzhecke als Nistplatz für Vögel informiert“, sagt die ambitionierte Kleingärtnerin. Als erstes wurde die Laube entrüppelt. Derzeit ist Lorbach dabei, die von den Vorbesitzern reduzierte Nutzfläche fristgerecht wiederherzustellen. Die neuen Pflanzkästen für Kartoffeln, Zwiebeln, Möhren und Zucchini muss die Hobbygärtnerin daher jetzt einsetzen.

Feste Regeln

Bild: Jeanette Dietl – stock.adobe.com
Bild: Jeanette Dietl – stock.adobe.com
Auch wenn es im Kleingärtnerverein Blücherpark nicht so streng zugeht wie in anderen Schrebergartensiedlungen, achtet der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Alfred Rau gemeinsam mit den sogenannten Wegewarten schon darauf, dass bestimmte Vorgaben eingehalten werden. „Wir weisen mit etwas Fingerspitzengefühl auf die Nutzung und die Ruhezeiten hin“, bemerkt er. Ein größeres Problem sei vielmehr das Müllaufkommen Fremder und die Entsorgung dieses Abfalls. „Gerade am Fröscher Weg, wo die Kleingartensiedlung von der Parkseite frei zugängig ist, entladen Anwohner aus der Gegend oftmals Fernseher, Waschmaschinen und anderen Hausmüll“, sagt der 64-jährige Vorstandsvorsitzende. Das sei ungemein ärgerlich, weil die Entsorgungskosten auf die Pächter umgelegt werden müssten. 

Bild: monticellllo – stock.adobe.com
Bild: monticellllo – stock.adobe.com
Erfreulich hingegen ist, dass es Rau und seinem Helferteam am 6. April diesen Jahres gelang, das Wasserleitungssystem wieder in Betrieb zu nehmen. So können Martina Lorbach und die restlichen Kleingärtner im Neuehrenfelder Blücherpark zu gegebener Zeit den Lohn ihrer Arbeit ernten.

Kurz & Kompakt

Kosten für Pächter

Als der Verein 1917 gegründet wurde, waren für die Pacht pro Quadratmeter nur einige Pfennige fällig. Für viele Familien boten die Kleingärten nach dem Ersten Weltkrieg eine gute Möglichkeit, schwierig zu bekommende Nahrungsmittel wie Gemüse und Kartoffeln selbst zu ziehen. Heute zahlen die 697 Kleingärtner für ihre 300 bis 350 Quadratmeter großen Parzellen 59 Cent pro Quadrameter. Hinzu kommen Mitgliedsbeitrag, Stromkosten, kommunale Abgaben und Versicherung, sodass sich die Gesamtkosten auf etwa 350 Euro belaufen.

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