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Dass Gebäude mit einer bestmöglichen Wärmedämmung ausgestattet werden, ist für die Umwelt von großer Bedeutung Bild: maho/adobe.stock.com

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Klima schonen – Geldbeutel füllen Energie zu sparen lohnt sich in Zukunft immer mehr, für Umweltsünder hingegen wird es in den nächsten Jahren nach und nach teurer

6.01.2021

Um 40 Prozent soll der Ausstoß von Treibhausgasen in der Europäischen Union bis 2030 gegenüber dem Jahr 1990 sinken. Um dieses Ziel zu erreichen und damit einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten, muss Deutschland unter anderem seine Anstrengungen in der Gebäudesanierung verstärken. Denn ein Großteil des Energieverbrauchs geht auf das Konto privater Eigenheime.

Besser dämmen

Viele Altbauten sind nicht ausreichend gedämmt und vergeuden unnötig Energie. Der Gebäudebereich wird daher in den kommenden Jahren einen wesentlichen Teil dazu beitragen müssen, die Klimaschutzziele zu erreichen. Um der dringend benötigten Sanierungswelle einen Anschub zu geben, hat die Bundesregierung in ihrem Klimapaket beschlossen, energetische Einzelmaßnahmen an selbst genutztem Wohnraum steuerlich zu fördern. Bei allen Maßnahmen, die mit Jahresstart begannen, können Immobilienbesitzer profitieren. Verteilt über drei Jahre werden 20 Prozent der Investitionen über die Einkommensteuer zurückerstattet, die Förderung beträgt maximal 40.000 Euro. Absetzbar ist die Wärmedämmung von Wänden, Dachflächen und Geschossdecken. Eine wichtige Voraussetzung: Die Arbeiten müssen von einem Fachunternehmen durchgeführt werden, das die Einhaltung der gesetzlichen Anforderungen an die Wärmedämmung bescheinigt. Wichtig dabei: Die Förderung ist nur für Einzelmaßnahmen anwendbar, nicht mit anderen Ermäßigungen oder Zuschüssen kombinierbar und auf zehn Jahre befristet.

Bild: kiono/stock.adobe.com
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Kälte aussperren

Rund 40 Prozent der Wärme entweicht über das Dach aus dem Haus. Es lohnt sich daher, zunächst einen Blick ins Obergeschoss zu werfen. Mit leistungsfähigen Systemen lassen sich Dächer wirkungsvoll und schlank dämmen – gerade im Altbau ist das sinnvoll. Weitere typische Altbauschwachstellen sind die Kellerdecken. Sie lassen sich vergleichsweise einfach isolieren, zum Beispiel mit Dämmelementen, die von unten an die Decke angebracht werden. Das senkt nicht nur die Energiekosten, sondern schafft auch Wohnbehaglichkeit und vermeidet kalte Füße.

Dicht machen

Eine Rundum-Dämmung der Fassade macht den Wärmeschutz fürs Haus perfekt. Je nach Vorliebe und Bauart eignen sich vorgehängte Fassaden mit einer Verkleidung aus Holz oder anderen Materialien sowie sogenannte Wärmedämmverbundsysteme (WDVS) mit klassischem Putz-Wandabschluss. Eine umweltbewusste Gebäudedämmung ist aber auch mit dem bewährten Dämmstoff EPS möglich. Das Material ist besonders langlebig und effizient in der Wirkung. Bei EPS bleibt sie während der gesamten Nutzungsphase über konstant. Auf diese Weise werden kontinuierlich Wärmeverluste über die Fassade verringert. Ein geringerer Energiebedarf für das Heizen bedeutet nicht nur geringere Heizkosten, sondern spart auch Emissionen ein. Die Isolierung der Fassade ist somit ein sinnvoller erster Schritt zu einer umfassenden Sanierung.

Energieberater konsultieren

Voraussetzung für die Gewährung der KfW-Förderung ist, dass die Maßnahmen mit einem Energieberater geplant werden. Er kann dem Hausbesitzer vermitteln, welche Umsetzung den größten Erfolg verspricht. Die Kosten für den Energieberater sind dabei auch förderfähig – bis zu 50 Prozent können erstattet werden. Der Einsatz eines Energieberaters ist immer zu empfehlen, auch wenn er bei der steuerlichen Förderung nicht vorgeschrieben ist. Auch diesbezüglich können 50 Prozent der Kosten abgesetzt werden.

Ausstoß senken

Mit der CO2-Steuer werden die Verursacher von Emissionen ab dem Jahr 2021 direkt zur Kasse gebeten. So soll der Preis für eine Tonne des klimaschädlichen Kohlenstoffdioxids ab Januar 2021 zunächst 25 Euro betragen und bis 2025 schrittweise auf bis zu 55 Euro steigen. Weitere Preiserhöhungen ab 2026 folgen. Dieses Vorhaben der Bundesregierung hat nicht nur Auswirkungen auf die Spritkosten von Automobilen mit Verbrennungsmotor. Auch die Heizkosten sind in vielen Haushalten betroffen. Am stärksten zur Kasse gebeten werden die Verbraucher, die nach wie vor auf den Energieträger Heizöl setzen, gefolgt von Erd- und Flüssiggas. Für die Nutzung fossiler Brennstoffe in einem alten, unsanierten Gebäude, muss noch tiefer in die Tasche gegriffen werden. Wer fossile Brennstoffe nutzt und in einem Einfamilienhaus 3.000 Liter Heizöl (ca. 30.000 kWh) pro Jahr verbraucht, muss bis zum Jahr 2026 über 600 Euro zusätzlich zu den Brennstoffkosten an Steuern zahlen. Von der CO2-Steuer gänzlich befreit sind dagegen Pelletheizungen: Auf den holzbasierten Brennstoff wird keine CO2-Abgabe erhoben. Das Naturmaterial zählt neben Sonne, Wind und Wasser zu den erneuerbaren Energien und hat eine neutrale CO2-Bilanz. Damit spart eine Pelletheizung nicht nur Steuern, sondern schont auch die Umwelt und das Klima.

Hohe Zuschüsse

Die Bundesregierung fördert den Heizungsaustausch und den Einbau von Pelletheizungen über Zuschüsse des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Wer seine alte Ölheizung gegen eine moderne Pelletheizung ersetzt, erhält 45 Prozent der Bruttoinvestitionskosten. Auch Verbraucher, die eine andere Altanlage wie Nachtspeicherheizungen, Koks-Öfen oder Gasthermen austauschen möchten oder aber sich beim Neubau für eine Pellet-Brennwertheizung entscheiden, können sich über eine Förderung in Höhe von 35 Prozent freuen. (mit Material von djd)
  

Kurz & kompakt

Weniger Mehrweg als vorgeschrieben

Die Mehrwegflasche gilt als die umweltfreundlichste Verpackungart für diverse Getränke. Trotzdem sinkt ihr Marktanteil. Das geltende Verpackungsgesetz schreibt vor, dass die Mehrwegquote bei 70 Prozent liegen soll. Tatsächlich waren es bei der jüngsten Erhebung des Umweltbundesamtes im Jahr 2017 lediglich 42 Prozent. Ebenfalls häufig kommen Einwegflaschen aus Polyethylenterephthalat (PET) vor. Dieser Kunststoff, wird überwiegend aus Erdöl gewonnen.