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Standortanalyse 2021: Wie wichtig sind einzelne Standortfaktoren und wie zufrieden sind die Betriebe mit diesen in ihrer Gemeinde? Bild: Pixabay/Volker Düster

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Eine 2,4 für den Rhein-Erft-Kreis Kleine und mittlere Unternehmen bewerten Vor- und Nachteile des Firmenstandortes

27.09.2021

Die Industrie- und Handelskammer zu Köln befragt einmal jährlich gezielt kleine und mittlere Unternehmen (KMU) nach ihrer aktuellen Einschätzung zur wirtschaftlichen Entwicklung und den Standortbedingungen. Wie wichtig sind einzelne Faktoren, und wie zufrieden sind die Unternehmen mit diesen in ihrer Gemeinde?

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Welche Bedarfe werden tatsächlich seitens der Unternehmen gesehen? Wo gilt es anzusetzen, um die Region zukunftsfähig weiterzuentwickeln? Das Ergebnis der Erhebung, die allerdings noch vor der Flutkatastrophe am 14. Juli beendet wurde: Der Rhein-Erft-Kreis erhält von den dort ansässigen KMU dieses Mal eine 2,4. Bei den Vorumfragen lag das Ergebnis bei 2,5 und 2,6.

Wichtige Faktoren
   

Von hoher Bedeutung ist für Unternehmen im Kreis die Telekommunikationsinfrastruktur Bild: Pixabay
Von hoher Bedeutung ist für Unternehmen im Kreis die Telekommunikationsinfrastruktur Bild: Pixabay

Vor allem der Telekommunikationsinfrastruktur messen die Betriebe im Rhein-Erft-Kreis eine hohe Bedeutung bei. 94,4 Prozent beurteilen diesen Standortfaktor als „wichtig“ oder „eher wichtig“. Auch dem Zustand der kommunalen Straßen (77,3 Prozent), der Gewerbesteuer (77,1 Prozent), der Qualifikation der verfügbaren Arbeitskräfte (74,5 Prozent), Miet- und Pachtkosten (74 Prozent), Energiekosten (73,1 Prozent), Erreichbarkeit der Absatzmärkte/Kundennähe (72,6 Prozent), Parkmöglichkeiten am Unternehmen (71 Prozent) oder Erreichbarkeit über kommunale Straßen (70,3 Prozent) sehen die Unternehmen eine hohe Relevanz für die Standortqualität. Besondere Zufriedenheit herrscht in Sachen Erreichbarkeit. Jeweils deutlich mehr als 90 Prozent der Befragten sind „zufrieden“ oder „eher zufrieden“ mit der Anbindung des Kreises über Landes- und Bundestraßen sowie Autobahnen.


"Die Zerstörungen an Infrastruktur und Gebäuden in Teilen des IHK-Bezirks konnten nicht mit in die Ergebnisse einfließen"


Verbesserungsbedarf ausmachen

Kaum Handlungsbedarf sehen die Unternehmen bei der Nähe zu Hochschule, Forschungseinrichtungen, Zulieferern und Kooperationspartnern. Bei den von vielen als wichtig erachteten Faktoren Energiekosten, Qualifikation der verfügbaren Arbeitskräfte, Miet- und Pachtkosten und Verfügbarkeit von Arbeitskräften vor Ort ergibt sich klarer Verbesserungsbedarf. Der Wirtschaftsregion Köln gaben die KMU dieselbe Note wie 2020 und auch wie im Vor-Corona-Jahr 2019: 2,6 – ein „Gut mit Tendenz zu befriedigend“ und damit mit Luft nach oben. Allerdings: „Die Zerstörungen an Infrastruktur und Gebäuden in Teilen des IHK-Bezirks konnten nicht mit in die Ergebnisse einfließen,“ sagt Dr. Ulrich S. Soénius, Geschäftsführer Standortpolitik der IHK Köln. „Es ist aber davon auszugehen, dass insbesondere im Hinblick auf die regionale und überregionale Erreichbarkeit sowie auf den Zustand der überregionalen Straßen und Autobahnen nach dem 14. Juli eine schlechtere Bewertung erfolgt wäre.“