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Chanukka statt Christkind: Israel

Bild: ungvar ‒ stock.adobe.com

„Juden kennen das Weihnachtsfest in unserer Form nicht. Sie feiern in der dunkeln Jahreszeit das Chanukkafest. Chanukka bedeutet Weihung und erinnert an die Wiedereinweihung des Tempels in Jerusalem für den Gottesdienst, nach dem Aufstand der Makkabäer gegen die Seleukiden. Das Fest ist ein Symbol für religiöse Unabhängigkeit und den Sieg einer Minderheit über die Mehrheit, des Schwachen über den Starken. Es wird acht Tage lang gefeiert. Die Hauptzeremonie ist das Entzünden der Kerzen eines achtarmigen Leuchters, in dem täglich je eine weitere Kerze brennt. Seit einigen Jahren allerdings findet sich im Angebot der Großstädte bunter Weihnachtsschmuck und immer öfter auch Tannenbäume. Die fallen auf, da sie vegetationsbedingt selten und daher meist künstlich sind, dafür werden sie sehr festlich beleuchtet.“

Monika Möller vom Städtepartnerschaftsverein Köln-Tel Aviv

Beliebte Kartoffelpuffer

USA

Maria Murphy vom Städtepartnerschaftsverein Köln-Indianapolis Bild: Burger
Maria Murphy vom Städtepartnerschaftsverein Köln-Indianapolis
Bild: Burger
„Ich organisiere den Weihnachtsmarkt in Indianapolis, der bei den Menschen sehr beliebt ist. Es gibt eine Bühne mit Programm, eine große Eisfläche in der Mitte und drum herum viele Buden. Besonders beliebt sind deutsche Produkte: Glühwein und Punsch, das Wurst-Haus und die Kartoffelpuffer-Bude, Brezeln, Christstollen und Weihnachtsgebäck. Genauso gibt es Baumschmuck und Weihnachtspyramiden, handgemachtes Kinderspielzeug und Räuchermännchen um nur einiges aufzuzählen. Wir haben sogar einen Chanukka-Stand, da hier viele Juden leben und sie daher auch auf dem Weihnachtsmarkt vertreten sein sollten.“

Kuriose Krippenfiguren

Spanien

Bild: nito ‒ stock.adobe.com
Bild: nito ‒ stock.adobe.com
„Wir als Städtepartnerschaftsverein stellen auf dem Kölner Krippenweg wieder eine Krippe aus Barcelona aus. Darin darf natürlich nicht die Figur des „Caganer“ fehlen. Wörtlich übersetzt bedeutet das „kleiner Scheißer“ und genau das tut diese Figur: Sie erleichtert sich an der Krippe. Wann und warum der Caganer in die heilige Szenerie aufgenommen wurde, ist nicht bekannt. Es wird vermutet, dass das Männchen mit den heruntergelassenen Hosen ein Sinnbild für den Kreislauf der Natur darstellt. Er düngt die Erde und lässt eine gute Ernte für das kommende Jahr erwarten. Eine weitere Tradition ist der „Caga tió“, ein alter Baumstamm, der während der Adventszeit gefüttert wird und auf den die Kinder an Heiligabend rhythmisch klopfen. Die Schläge und die Lieder der Kinder belohnt der „Tió“ damit, indem er Süßigkeiten und Geschenke wieder von sich gibt“

Heike Keilhofer vom Städtepartnerschaftsverein Köln-Barcelona

Wurstbrot an Heiligabend

Niederlande

Charlotte von den Brand vom Städtepartnerschaftsverein Köln-Rotterdam Bild. Privat
Charlotte von den Brand vom Städtepartnerschaftsverein Köln-Rotterdam Bild. Privat
„Weihnachten in den Niederlanden ist etwas anders. Für uns ist der Sinterklaas derjenige, der am 6. Dezember die Geschenke bringt. An Weihnachten selbst ist die Bescherung spärlich, weil Sinterklaas das ganze Gras für die Füße des Weihnachtsmanns, wie wir sagen, schon weggeschnitten hat. Gekaufte Geschenke unter dem Tannenbaum sind für Niederländer oft eine ärmliche Alternative. Man bevorzugt selbstgemachte Geschenke, die oft genug den Empfänger auf den Arm nehmen. Spott gehört definitiv dazu. Selbst Gedichte, die nicht ganz ernst gemeinte Schimpfereien und Mahnungen beinhalten, sind normal ‒ so wie bei euch der Heilige Nikolaus das mit seinem Knecht Ruprecht macht. Wenn ein Niederländer die Weihnachtstage in Köln verbringt, wird er oft am Heiligabend zum Festessen eingeladen. Das ist für uns eine Überraschung, denn in Holland gibt es am 24. Dezember nur eine Tasse Tee und ein „Worstenbroodje“. Das richtige Weihnachtsessen gibt es am 25. Dezember mit der Familie. Am zweiten Weihnachtstag werden die Schwiegereltern und Freunde besucht.“

Weihnachten im Sommer

Türkei

Bild: Hayati Kayhan ‒ stock.adobe.com
Bild: Hayati Kayhan ‒ stock.adobe.com
„Die Türken feiern im Sommer traditionell nach dem Ramadan das Zuckerfest. Das ist dem Weihnachtsfest sehr ähnlich, nur, dass es immer zu einer anderen Zeit im Jahr stattfindet. Man kauft sich schöne neue Kleider, feiert mit der Familie und isst gut. Die Männer gehen morgens in die Moschee und für die Kinder gibt es jede Menge Geschenke. Unsere türkischen Kinder hier in Deutschland haben es allerdings besonders gut: Sie feiern außerdem auch Weihnachten. Wieder gibt es eine Bescherung und oft sogar einen Tannenbaum. Die türkische Community hat viele deutsche Traditionen übernommen.“

Ahmet Altinova vom Städtepartnerschaftsverein Köln-Istanbul

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