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Blick in einen Teil der imposanten Abstellanlage, in der bis zu 64 Stadtbahnwagen Platz finden werden.

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Neue Abstellanlage bekommt ein Gesicht Das Großprojekt der KVB in Weidenpesch soll Anfang nächsten Jahres in Betrieb gehen

23.04.2020

Die Arbeiten zum Bau der neuen Abstellanlage für Stadtbahnen in Weidenpesch schreiten voran. Anfang kommenden Jahres soll die Anlage in Betrieb gehen. Dann werden dort bis zu 64 Stadtbahnwagen abgestellt, gereinigt, gewartet und mit Bremssand gefüllt. Für einige Fahrerinnen und Fahrer der KVB beginnt beziehungsweise endet künftig täglich der Dienst auf dem Gelände neben der Hauptwerkstatt. Noch sind die Bauarbeiter und Handwerker aktiv, doch Stück für Stück werden die einzelnen Elemente der Anlage fertig.

Äußere Erscheinung. Die dreiteilige Abstellhalle hat inzwischen ein Dach bekommen. An den Fassaden finden Arbeiten statt, die der Halle ihr äußeres Erscheinungsbild geben. Vor allem aber wird innen gewirkt. Eines der drei „Schiffe“ der Halle erhält in diesen Wochen seine Bahnsteige und in einem anderen wird der Boden „plan gemacht“, also eingeebnet. Im dritten finden Arbeiten der technischen Gebäudeausstattung mit Elektro-, Sanitär- und Heizungsanlagen sowie die Errichtung der Bahnstromanlage statt. Auf dem Außengelände komplettiert sich die Anlage ebenfalls. Der Großteil der Gleise liegt bereits und kann befahren werden, weitere Schienen kommen hinzu.
  

Rücksicht auf Anwohner. Der Parkplatz, auf dem die Beschäftigten der KVB zwischen der weißen Lackierhalle und dem rot geklinkerten Fahrdienstgebäude ihre Autos abstellen werden, ist durch die erste Pflasterung bereits erkennbar. Der Stellplatz wird übrigens an dieser Stelle angelegt, nachdem die Anwohner in den Gesprächen während der Bauphase Sorgen vor einer nächtlichen Lärmbelästigung geäußert haben. Am ursprünglich vorgesehenen Ort hätte das Türenschlagen die Nachtruhe gestört.

Lager schon im Betrieb. Im Fahrdienstgebäude – erkennbar an der roten Klinkerfassade – wird später der Einsatz gesteuert, werden die Fahrer unter anderem ihre Fahrbücher bekommen. Dort nutzen sie überdies ihre Sozialräume. Dieses Element der Gesamtanlage wird im Sommer als nächstes fertig. Das direkt anschließende Lager ging bereits 2019 in Betrieb.

Ans Netz angeschlossen. Bis in den Dezember dieses Jahres hinein wird an der Zulaufstrecke gearbeitet. Nach der Rodung des niedrigeren Gehölzbewuchses im Winter finden inzwischen die Tiefbauarbeiten statt. Hierauf folgt der Gleisbau. Über die 800 Meter lange Zulaufstrecke und eine Weichenanlage südlich der HGK-Brücke auf der Neusser Straße wird die Abstellanlage an das Schienennetz der KVB angeschlossen (siehe Beitrag unten).

Hohe Investition. In die gesamte Anlage werden insgesamt über 67 Millionen Euro investiert. Bis zu 15,8 Millionen Euro steuert der Zweckverband Nahverkehr Rheinland (NVR) aus Landesmitteln bei, sieben Millionen Euro die Bundesregierung. Über 44 Millionen Euro investiert die KVB aus eigenen Mitteln für den ÖPNV in Köln.


Trennung für den Anschluss der neuen Anlage

Im Kölner Norden richtet die KVB für die Fahrgäste der Linien 12 und 15 einen Ersatzbus-Verkehr ein

An dieser Stelle auf der Neusser Straße sind umfangreiche Baumaßnahmen erforderlich
An dieser Stelle auf der Neusser Straße sind umfangreiche Baumaßnahmen erforderlich

Die neue Abstellanlage in Weidenpesch wird gebaut, damit dort bis zu 64 Stadtbahnwagen – 32 Doppeltraktionen – abgestellt werden können. Morgens werden die Bahnen ausfahren und im Liniennetz eingesetzt, abends und nachts fahren die Bahnen über eine 800 Meter lange Zulaufstrecke wieder ein. Die Zulaufstrecke und damit die Abstellanlage erhalten auf der Neusser Straße, an der Grenze von Weidenpesch und Longerich, ihren Anschluss an die Stammstrecke.

Neue Asphaltdecke. Dafür ist der Einbau mehrerer Weichen notwendig. Der Asphalt der Neusser Straße wird aufgebrochen, die bisherigen Schienen auf einem kurzen Abschnitt freigelegt und aus dem Verbund getrennt. Danach werden die neuen Weichen platziert, an Strom und Entwässerung angeschlossen sowie verschweißt. Es folgen eine neue Asphaltdecke und die Eingrünung von Randbereichen. Später kommen noch Masten für die Oberleitungsanlage sowie deren Seile und stromleitende Fahrdrähte hinzu.

Bahnen pendeln. Für die Gleisbauarbeiten auf der Neusser Straße werden die Wochen der Sommerferien benötigt. Dann ist der Kfz-Verkehr nicht so stark, und weniger Fahrgäste nutzen die Stadtbahn-Linien 12 und 15. Von Montag, 29. Juni, bis Sonntag, 9. August, werden die Linien über einen längeren Abschnitt der Neusser Straße getrennt. Zwischen Chorweiler und Merkenich nördlich des Baubereichs wird – so wie bei vorangegangenen Baumaßnahmen – ein Pendelbahn-Verkehr eingerichtet. An der Haltestelle „Wilhelm-Sollmann-Straße“ besteht Anschluss an einen Ersatzbus-Verkehr, der über den getrennten Bereich bis zum Bahnanschluss weiter südlich auf der Neusser Straße führt. Für den Kfz-Verkehr wird es gleichfalls Einschränkungen geben.


Kurztakt

P&R I

Machbarkeitsstudie für Weiden

In den 24 P&R-Anlagen der KVB finden aktuell mehr als 4.800 Autos Platz. Insbesondere Pendler haben dort die Möglichkeit, auf den ÖPNV umzusteigen und somit die Innenstadt zu entlasten. Dies dient der Luftreinhaltung, dem Klimaschutz und verbessert die Parkplatzsituation in der City und benachbarten Veedeln. Deshalb wird die KVB die Anlage Weiden-West um etwa 570 weitere Plätze ausbauen (derzeit 685). Eine Machbarkeitsstudie soll ermitteln, wie es am besten möglich ist. Die Platzierung der neuen Parkpalette wird damit festgelegt. Gesucht wird aber ebenso nach einem Weg, während der Bauarbeiten auf möglichst wenige Stellplätze verzichten zu müssen. Die P&R-Anlage Weiden-West entlastet die Aachener Straße, in der regelmäßig eine zu große Menge Stickoxid (NOx) gemessen wurde und hat deshalb Priorität bei der KVB.

P&R II

Weitere Maßnahmen

Nach Weiden-West folgt der Ausbau der Anlage Sürth, wo etwa 160 Stellplätze hinzukommen (derzeit 80). Zusammen mit einigen weiteren P&R-Anlagen wurde dieser Parkplatz vor wenigen Jahren von der Stadt übernommen. Auf einem benachbarten Grundstück errichtet ein Investor ein Gebäude, sodass die bisherige Zufahrt verlegt werden musste. Auch die Anlagen Königsforst (derzeit 180 Plätze) und Bocklemünd (derzeit 280) stehen mit Priorität drei und vier weit oben auf der Liste. In Königsforst wird noch nach der besten Möglichkeit einer Erweiterung gesucht; in Bocklemünd soll zunächst das Parkhaus saniert und in diesem Zusammenhang nachfolgend erweitert werden. Bei beiden Anlagen ist derzeit noch offen, wie viele Stellplätze hinzukommen.