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Il Maestro: Riccardo Muti dirigiert das Chicago Symphony Orchestra

Riccardo Muti

Seit mehr als einem halben Jahrhundert prägt Riccardo Muti die Musikwelt mit eindrucksvollen Interpretationen, elegant, pulsierend und energiegeladen, doch ohne Effekthascherei. Das große und inflationär gebrauchte Wort »Charisma« ist hier am rechten Platz, Riccardo Muti genießt einen legendären Ruf bei den großen Orchestern dieser Welt. »Dirigieren sollte eine spirituelle Angelegenheit sein«, sagt Riccardo Muti. »Das heißt, man braucht Kultur, eine Kenntnis von den Menschen. Es sitzen ja Menschen vor einem, die soll man führen. Und das ist das Schwierige an dem Beruf. Man braucht ein ganzes Leben, um das zu verstehen. Wenn man jung ist, will man zeigen, was man kann. Aber mit den Jahren merkt man: Das ist nicht notwendig.« Im Mittelpunkt steht für Riccardo Muti die Musik. Es kann vorkommen, dass er abbricht, wenn allzu viele Huster im Publikum die Musik stören, dass er von vorne beginnt und jeden Zuhörer mitreißt, bis niemand mehr ans Husten denkt. Dabei geht es ihm nicht ums Ego: »Dirigieren ist keine Show. Ich bin Neapolitaner. Wenn ich Showman auf dem Podium sein will, dann schlage ich da jeden! Denn ich komme aus der Stadt des Theaters! Aber je länger ich arbeite, desto mehr reduziere ich meine Gesten.« Unzählig sind die Ehrungen, die Riccardo Muti zuteilwurden, inklusive Ritterschlag durch Queen und Papst, mehr als zwanzig Ehrendoktorwürden und Praemium Imperiale – der hoch dotierte japanische »Nobelpreis der Künste«, den Riccardo Muti 2018 für sein Lebenswerk erhielt. Doch dem Maestro ist noch lange nicht danach, sich zurückzulehnen und Rückschau auf seine sagenhafte Karriere zu halten. Riccardo Muti will dirigieren. Im Januar ist er wieder zu Gast in Köln. Mit »seinem « Chicago Symphony Orchestra, als dessen Chefdirigent er seit 2010 wirkt. Das erste Mal stand der junge Muti 1973 am Pult dieses Klangkörpers. »Bereits damals wurde für mich offenbar, dass diesem Orchester keine Grenzen gesetzt sind in seinen technischen Möglichkeiten und in der Klangfülle, die es produzieren kann«, erinnert sich Riccardo Muti. »Als ich dann als Chefdirigent zu den Musikern kam, fand ich ein Orchester vor, das nichts von seiner Kraft eingebüßt hat, das aber feiner und differenzierter geworden ist.« Mit diesen Qualitäten ist es das ideale Orchester für die Musik Prokofjews: für das bewegende Ballett, das Prokofjew zu Shakespeares tragischer Liebesgeschichte »Romeo und Julia« komponierte und aus dem er zwei wunderbare Orchestersuiten schuf, und für die selten aufgeführte dritte Sinfonie, die ihre Themen und Motive aus der schillernden Oper »Der feurige Engel« bezieht. Prokofjew selbst war höchst zufrieden mit dem Werk, er notierte dazu: »Mir scheint, dass es mir in dieser Sinfonie gelungen ist, meine musikalische Sprache zu vertiefen.« Dorle Ellmers

09.01.2020
Donnerstag 20:00

Chicago Symphony Orchestra
Riccardo Muti Dirigent

Sergej Prokofjew
Romeo und Julia. Auszüge aus den Sinfonischen Suiten op. 64a und b

Sinfonie Nr. 3 c-Moll op. 44 (1928)

Gefördert durch das Kuratorium KölnMusik e.V.

€ 160,– 137,– 114,– 79,– 46,– 25,– | Z: € 98,–

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