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So geht die Rettung der Welt!: Klassik-Comedy mit Igudesman & Joo

Igudesman & Joo

Als der niederländische Dirigent Bernard Haitink 2009 seinen 80. Geburtstag feierte, wäre er fast gestorben – und zwar, wie er später gestand, »vor Lachen«! Denn zur Party hatte Haitink die beiden Klassik-Komödianten Aleksey Igudesman (Violine) & Hyung-ki Joo (Klavier) eingeladen, die es faustdick hinter den Ohren haben. Nur mit Klavier und Violine bewaffnet, boten die beiden mit ihrer »Classic-Comedy« einen etwas anderen Blick auf die altehrwürdige Musikgeschichte und zogen dabei alle Register. Inzwischen haben sich Star-Geiger Gidon Kremer, oder Terry Jones von »Monty Python« als Fans dieses Classic Duo Infernale geoutet. Und auf YouTube wurden die Videos der beiden Musiker, die sich in England an der renommierten Yehudi Menuhin School kennengelernt haben, unzählige Millionen Mal angeklickt.

Das letzte Mal bespielten und bespaßten Igudesman & Joo die Kölner Philharmonie 2016 mit der fulminanten Show »And now Mozart!«. Ausschnitte aus Werken des Salzburgers dürfen neben u.a. Bach und anderen Klassik-Heroen aber auch jetzt nicht beim aktuellen Programm fehlen, bei dem es um nichts weniger als um die »Rettung der Welt«! Und erleben Sie selbst, wie Igudesman & Joo dann unsere Erde auf links drehen und sie (noch) schöner, lustiger und damit noch lebenswerter machen! Reinhard Lemelle

28.12.2019
Samstag 20:00

Igudesman & Joo
Aleksey Igudesman Violine, Schauspiel, Gesang und vieles andere
Hyung-ki Joo Klavier, Schauspiel, Gesang und vieles andere

Die Rettung der Welt

€ 30,–

Neue Kraft spüren

»das non bthvn projekt« huldigt Beethoven auf ungewöhnliche Weise

Klassik-Comedy mit Igudesman & Joo Image 1
Bereits am 16. Dezember startet in Köln das Beethoven-Jahr. Der dabei verfolgte Ansatz ist ein unüblicher: Mit ihrem »non bthvn projekt« hat die KölnMusik die Kölner Philharmonie gewissermaßen zur Beethoven-freien Zone erklärt. Denn die beauftragten Komponisten nutzen für ihre Werke nämlich das zur Inspiration, was Beethoven vielleicht niemals geäußert hat… Ludwig van Beethoven im Jubiläumsjahr durch eine Vielzahl von Kompositionen zu huldigen ist ein Weg, dessen 250. Geburtstag zu begehen. Warum nicht gegen alle Erwartungen einen anderen Ansatz verfolgen als den bewährten? Ausgangspunkt ist eine nicht unbedeutende Hinterlassenschaft aus dem Alltagsleben des großen Komponisten: Als Beethoven noch nicht einmal 30 Jahre alt war, zeigten sich erste Anzeichen eines Gehörleidens, das schließlich zu vollständiger Taubheit des Komponisten führte. Um nicht von jeglicher Kommunikation abgeschnitten zu sein, legte er die so genannten Konversationshefte an, von denen sich über die Jahre bis zu 400 angesammelt haben sollen. Sie beinhalten maßgeblich die Reaktionen seiner Umwelt auf das, was Beethoven äußerte. Die über 130 erhaltenen Hefte bilden die Basis der Auseinandersetzung von insgesamt 25 Komponisten mit Beethoven. Diese wurden anlässlich des Beethovenjahres von der KölnMusik beauftragt. Den Auftakt macht am 16. Dezember das Klangforum Wien, das Klaus Langs Werk »linea mundi« aufführt. Dessen Werk wird den Zusammenhang zwischen dem Medium Konversationsheft und dem Beethoven‘schen Schaffensprozess herstellen. Tags darauf bringt Herbert Schuch Lucia Ronchettis »Cartilago auris, magna et irregulariter formata« zur Uraufführung, eine Komposition für Klavierspieler und zwei Percussionisten. Sie bezieht sich in ihrem Werk auf eine Notiz aus dem Jahre 1825 »Neue Kraft spüren«. Der Titel des Werkes geht zurück auf die Autopsie von Beethovens Ohr, dessen Bericht zufolge es »sehr groß und unregelmäßig geformt« gewesen sein soll. In ihrer Komposition sieht Ronchetti daher auch das Klavier als »gigantisches und symbolisches Ohr Beethovens […], das etwas von den akustischen Geistern und Träumen des großen Komponisten enthüllt«. Die Percussionisten werden – angelehnt an die Autopsie – die Klangproduktionen des Pianisten als »mysteriöse Agenten des auditiven Systems« analysieren und entschlüsseln, wobei sie auch die erzeugten Klänge mit unterschiedlichem Material transformieren. Auf dem Programm des Abends stehen darüber hinaus Werke für Klavier solo von Johannes Brahms, Clara und Robert Schumann. KM

16.12.2019
Montag 20:00

Klangforum Wien
Bas Wiegers Dirigent

Klaus Lang
linea mundi. (2019) für Ensemble Kompositionsauftrag der Kölner Philharmonie (KölnMusik) im Rahmen des Non-Beethoven-Projekts für das Jahr 2020 Deutsche Erstaufführung

Georg Friedrich Haas
in vain (2000) für 24 Instrumente

19:00, Einführung in das Konzert durch
Bjørn Woll, Empore

€ 30,–

17.12.2019
Dienstag 20:00

Herbert Schuch Klavier
Johannes Fischer Percussion
Dirk Rothbrust Percussion

Clara Schumann
Variationen für Pianoforte über ein Thema von Robert Schumann fis-Moll op.|20 (1853)

Robert Schumann
Etüden in Form freier Variationen über ein Beethovensches Thema WoO 31 (1832–35) für Klavier. Thema aus der Sinfonie Nr. 7 A-Dur op. 92 von Ludwig van Beethoven Carnaval. Scènes mignonnes sur quatre notes op. 9 (1834/35)

Johannes Brahms
Variationen über ein Thema von Robert Schumann fis-Moll op. 9 (1854)

Lucia Ronchetti
Cartilago auris, magna et irregulariter formata (2019) für Klavierspieler und zwei Percussionisten

Kompositionsauftrag der Kölner Philharmonie (KölnMusik) im Rahmen des Non-Beethoven-Projekts für das Jahr 2020, Uraufführung

19:00, Einführung in das Konzert durch
Christoph Vratz, Empore

€ 30,–

Beide Konzerte werden im Rahmen von BTHVN 2020 veranstaltet. Das Beethoven-Jubiläum wird ermöglicht durch Fördermittel der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, des Rhein-Sieg-Kreises und der Bundesstadt Bonn.

»Alle weiteren Konzerttermine des Projekts
»Non-Beethoven« finden Sie unter : koelner-philharmonie.de/non-beethoven«

Das Beethoven-Wochenende bei WDR 3

Klassik-Comedy mit Igudesman & Joo Image 2
Das Beethoven-Jubiläumsjahr 2020 startet am 14. Dezember 2019 mit einem Paukenschlag und bringt den radikalen Erneuerer der Musik zurück zu seinen Wurzeln – den Hauskonzerten. In privaten Wohnzimmern, in Ladenlokalen, Vereinsräumen und Foyers, in Clubs und Kirchen in ganz Deutschland feiern zahlreiche Konzerte, Lesungen, Vorträge und Performances das Genie des Mannes aus Bonn. WDR 3 ist am 14. Dezember 2019 mit dabei und öffnet seinen kleinen Sendesaal bei freiem Eintritt für ein Funkhauskonzert der besonderen Art: Von 10 bis 18 Uhr spielen ausgewählte Ensemble der Musikhochschulen aus Nordrhein-Westfalen Kammermusik von Beethoven. Ein Höhepunkt wird der Auftritt von Musikerinnen und Musikern des WDR Sinfonieorchesters, die Beethoven sechste Sinfonie – die »Pastorale« – in einer Kammermusikbearbeitung von Guntram Fischer aufführen werden. Am Sonntag widmet sich WDR 3 den ganzen Tag mit seinen Sendungen dem Komponisten. Besonders zu empfehlen: Der WDR 3 Klassik Klub. Hier können Sie Aufzeichnungen des Vortags aus dem Kölner Funkhaus noch einmal erleben und live das musikalische Beethoven-Angebot aus unseren Landesstudios Aachen, Bielefeld, Siegen und Wuppertal.
  
Am 16. Dezember beginnt das offizielle Jubiläumsjahr in Bonn im Opernhaus mit einem Festakt und dem Beethoven Orchester Bonn unter seinem Generalmusikdirektor Dirk Kaftan. Wenn Sie dabei sein möchten, dann bewerben Sie sich jetzt bei unserem WDR 3-Hörertelefon unter der Nummer 0221-56789333. Die Beethovenjubiläumsgesellschaft und WDR 3 laden Sie ein. Es gibt eine begrenzte Kartenanzahl. Wer es nicht schafft: das Konzert wird auch live in WDR 3 und im Internet übertragen.

Nähere Informationen über www.wdr3.de und www.bthvn2020.de

Maria und die Nachtigall

Konzerte mit Anna Prohaska, Patricia Kopatchinskaja & Dorothee Oberlinger

Anna Prohaska
Anna Prohaska
Weihnachten feiert man bekanntlich am liebsten in vertrauter Runde, mit Familie und engen Freunden. Und genau dies tun rund um das philharmonische Weihnachfest auch drei absolute Ausnahmemusikerinnen gemeinsam mit großartigen Musikerpersönlichkeiten. So gibt sich am 1. Weihnachtstag die Könnerin auf der Blockflöte Dorothee Oberlinger nicht nur mit ihrem mitreißenden Ensemble 1700 die Ehre. Als Special Guest ist der doppelbegabte Dmitry Sinkovsky als ein mit magischen Stimmbändern gesegneter Countertenor sowie als Geiger zu erleben. Aber natürlich setzt auch Oberlinger in den Barockherrlichkeiten von Bach bis Vivaldi und Händel immer wieder zu Höhenflügen an. Der Kombination „Menschliche Zauberstimme trifft auf tiefe Violinseele“ kann man aber auch beim Konzert begegnen, mit denen die österreichische Sopranistin Anna Prohaska ihren Ruf als Allrounderin bestätigt. Das Programm „Maria Mater Meretrix“ hat sie mit der gleichermaßen vielseitigen Violinistin Patricia Kopatchinskaja konzipiert. Im Mittelpunkt stehen die beiden Maria-Gestalten des Neuen Testaments, die Mutter von Jesus Christus sowie seine Jüngerin Maria Magdalena. „Uns geht es um die menschliche Reise der Maria von der Mutter Jesu zur Schmerzensmadonna“, so Anna Prohaska. Zugleich richtet sie zusammen mit Kopatchinskaja und der von ihr geleiteten Camerata Bern über die Figur der Maria Magdalena den Blick auf die Unterteilung zwischen Heiliger und Hure: „Sind wir nicht alle Geschöpfe, die irgendwo zwischen diesen beiden Extremen angesiedelt sind?“ Ausgewählt haben die beiden Musikerinnern für dieses spannende Programm Werke von Hildegard von Bingen, aus der Barockmusik, aber auch aus der Musik des 20. Jahrhunderts etwa von Kurt Weill und György Kurtág. Eine ebenfalls musikalisch ungemein packende Werkzusammenstellung stellt Anna Prohaska gemeinsam mit drei Musikerfreunden auch bei ihrem zweiten philharmonischen Konzert am 2. Weihnachtstag vor. So bildet sie mit Pianist Igor Levit, Ning Feng an der Violine und Isang Enders (Violoncello) ein Quartett für einen der bewegendsten Liederzyklen des 20. Jahrhunderts. Es ist Schostakowitschs für Sopran und Klaviertrio komponierte „Romanzen-Suite“ aus dem Jahr 1967. Guido Fischer

08.12.2019
Sonntag 16:00

Anna Prohaska Sopran
Camerata Bern
Patricia Kopatchinskaja Violine und Leitung

Maria Mater Meretrix nach einem Konzept von Patricia Kopatchinskaja & Anna Prohaska

Werke von u.a. : Gustav Holst, Walther von der Vogelweide, George Crumb, Frank Martin, Joseph Haydn, Lilli Boulanger, Antonio Caldara, John Tavener

€ 39,– 34,– 28,– 23,– 17,– 10,– | Z: € 28,–
Sonntags um vier 2

25.12.2019
Mittwoch 18:00
1. Weihnachtstag

Dmitry Sinkovsky Violine und Countertenor
Ensemble 1700
Dorothee Oberlinger Blockflöte und Leitung

Werke von u.a. : Johann Sebastian Bach, Georg Friedrich Händel, Antonio Vivaldi

€ 30,–

26.12.2019
Donnerstag 20:00
2. Weihnachtstag

Anna Prohaska Sopran
Ning Feng Violine
Isang Enders Violoncello
Igor Levit Klavier

Werke von u.a. : Franz Liszt, Dmitrij Schostakowitsch, Alvin Curran Felix Mendelssohn Bartholdy

€ 30,–

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