Nachrichten aus Köln, der Region und der Welt
Philharmonie-Debüt von Behzod Abduraimov Image 1
Anzeigen
ANZEIGE

Mitreißend an den Tasten: Philharmonie-Debüt von Behzod Abduraimov

Behzod Abduraimov

Die »New York Times« jubelte bereits 2016 über sein »brillantes Solo Recital« in der renommierten Carnegie Hall. In Deutschland gilt der junge usbekische Pianisten Behzod Abduraimov hingegen immer noch als »Geheimtipp «, erklärte unlängst der »Wiesbadener Kurier«. Nun wird das einstige »Wunderkind « auch bei uns immer bekannter. So sprang Abduraimov letzte Saison im Festspielhaus Baden-Baden spektakulär für Daniil Trifonov ein und riss das Publikum zu wahren Begeisterungsstürmen hin. Nun gibt er sein Debüt in der Kölner Philharmonie.

Geboren in Taschkent

Der 1990 geborene Tastenkünstler erhielt die erste Ausbildung in seiner Heimatstadt Taschkent, bevor er in die USA ging und sein Studium 2007 am »International Center for Music« an der Park University in Kansas City abschloss. Weltweit Aufsehen erregte er mit dem Gewinn des »London International Piano Competition« 2009 und dem Sieg beim »Kissinger Klavierolymp« 2010. Seither startete er eine Solokarriere, die ihn schnell in wichtige Konzertsäle und zu Spitzenklangkörpern wie dem Los Angeles Philharmonic oder dem City of Birmingham Symphony Orchestra führte.

Fulminante Interpretationen

Abduraimov gilt als Spezialist für russisches Repertoire, was seine beiden Aufnahmen beim Label Decca beweisen. Auch in Köln spielt er Auszügen aus Prokofjews Ballett »Romeo und Julia« (1937) sowie Mussorgskys berühmten Klavierzyklus »Bilder einer Ausstellung« (1874). Die russischen Werke werden ergänzt von einer weiteren großen Liebe des Usbeken. Sie gilt dem legendären Klaviervirtuosen und Komponisten Franz Liszt, der das Pianospiel im 19. Jahrhundert revolutionierte. 2012 schrieb das BBC Music Magazine über Abduraimovs Debüt-Aufnahme mit dem »Mephisto-Walzer«, diese fulminante Interpretation katapultiere ihn »an die erste Stelle der internationalen Beachtung «. Sein Kölner Klavierrecital eröffnet er jedoch mit einem ruhigeren Liszt-Stück: »Isoldens Liebestod«, ein Extrakt aus Richard Wagners berühmter Oper »Tristan und Isolde« (1865).

Ermöglich wurde der Auftritt durch die großzügige Unterstützung der vom Klavierliebhaber Hans Imhoff ins Leben gerufenen »Imhoff Stiftung«, die seit 2018 ausgewählte Klavierkonzerte in Deutschlands schönstem Konzertsaal fördert. Matthias Corvin

11.03.2019
Montag 20:00

Hans Imhoff Konzert

Behzod Abduraimov Klavier

Franz Liszt
Isoldes Liebestod aus Tristan und Isolde
S 447 (1867) für Klavier

Sergej Prokofjew
Romeo und Julia op. 75 (1937)
Zehn Stücke für Klavier

Modest Mussorgsky
Kartinki s vystavki (Bilder einer Ausstellung)
(1874) für Klavier. Nach Bildern von Viktor Hartmann

Gefördert durch die Imhoff Stiftung

19:00, Einführung in das Konzert durch Christoph Vratz, Empore

€ 30,–
Piano 6

Rolando Villazón in der Kölner Philharmonie

Rolando Villazon
Rolando Villazon
Fasziniert lauschte das Publikum in der puerto-ricanischen Hauptstadt San Juan einem jungen Tenor, der sich 1999 bei einem der weltweit wichtigsten Gesangswettbewerbe mit einem betörenden Timbre präsentierte – und gleich drei Preise gewann. Plácido Domingos Wettbewerb »Operalia« war für Rolando Villazón der Startschuss in eine internationale Karriere, die sehr schnell an Fahrt aufnahm. Nur vier Jahre später debütierte er an der Seite von Renée Fleming in der Partie des Alfredo in Giuseppe Verdis Oper »La Traviata« an der New Yorker Met und danach war sein Aufstieg in die Liga gefeierter Opernstars nicht mehr aufzuhalten. Geboren wurde er in Mexiko-Stadt, und wer sich wundert, wieso Rolando Villazón so gut deutsch spricht – in seiner Kindheit besuchte er die von deutschen Einwanderern gegründete Schule Colegio Alemán Alexander von Humboldt. Als gebürtiger Südamerikaner war es ihm immer ein Anliegen, Musik aus seinem Heimatkontinent bekannter zu machen, und so versprühen das brillante Orchesterstück »América Salvaje« des peruanischen Komponisten Jimmy Lopéz und die farbenreiche Komposition »Tangazo« des Argentiniers Astor Piazzolla echtes lateinamerikanisches Flair. Villazón selbst zollt einem Komponisten seinen vokalen Tribut, dem er viel zu verdanken hat. Es ist Giuseppe Verdi, von dem wenig bekannt ist, dass er auch Lieder komponierte, vornehmlich Romanzen. Luciano Berio verlieh ihnen in einem Arrangement für Gesangsstimme und Orchester einen opernhaften Ton, so dass man fast glauben könnte, es handele sich hierbei um Arien aus weniger bekannten Bühnenwerken des italienischen Meisters. Berio widmete sich auch dem Zyklus »Sieben spanische Volkslieder« von Manuel de Falla. In meisterhafter Weise gelang es ihm, in seiner Bearbeitung für Tenor und Orchester das spanische Kolorit der Gesänge einzufangen. Villazóns oft temperamentvolle Hingabe an den Gesang wird sich auch bei diesen Liedern beweisen. Intensive Gefühle, sinnliche Lebensfreude – das alles ist in de Fallas Liedkompositionen enthalten und verspricht ein besonderes Erlebnis zu werden. Jürgen Gauert

31.03.2019
Sonntag 20:00

Rolando Villazón Tenor

Filarmónica Joven de Colombia
Andrés Orozco-Estrada Dirigent

Jimmy Lopéz
América Salvaje (2006)

Giuseppe Verdi / Luciano Berio
8 Romanzen für Singstimme und Klavier.
Transkribiert für Tenor und Orchester (1991)
Auszüge

José Pablo Moncayo García
Huapango (1941)

Astor Piazzolla
Tangazo (1975)
Variationen über Buenos Aires für Orchester

Manuel de Falla / Luciano Berio
Siete canciones populares españolas
(Sieben spanische Volkslieder) (1914)
für Singstimme und Klavier.
Bearbeitung für Singstimme und Orchester

€ 94,– 84,– 66,– 46,– 29,– 25,– | Z: € 66,–

Divertimento 4
Beachten Sie auch Paket »Große Stimmen« - 3 Konzerte, Präludium Dinner 2018/2019 2

WDR 3 Kulturpartner

Die Jüdischen Kulturtage 2019

Philharmonie-Debüt von Behzod Abduraimov Image 2
Gemeinsam mit den 15 beteiligten Städten hat der Landesverband der Jüdischen Gemeinden von Nordrhein ein spannendes Programm für die Jüdischen Kulturtage Rhein-Ruhr zusammengestellt. An 17 Tagen des Festivals (28.3.-14.4.) mit dem diesjährigen Thema »Zuhause - Jüdisch. Heute. Hier.« kann das Publikum knapp 220 Veranstaltungen in den Sparten Bildende Kunst, Film, Literatur, Musik und Theater erleben. Darüber hinaus wird es zahlreiche Begegnungsprojekte geben, die nicht nur einen Einblick in den jüdischen Alltag in NRW bieten, sondern auch dazu einladen, bestehende Denkmuster aufzubrechen und sich Gedanken über das eigene »Zuhause« zu machen. Es ist allen Beteiligten in der Tat sehr gut gelungen, sowohl das Thema als auch den NRW-Bezug im Programm herauszustellen. Drei Veranstaltungen im Rahmen der Jüdischen Kulturtage finden im WDR-Funkhaus am Wallrafplatz statt und zwar am 2., 7. und 14. April. Wir starten mit einer Podiumsdiskussion am 2. April, die wir mit der Offenbach-Gesellschaft gemeinsam ausrichten: »Karriereschub durch religiöse Konversion? Antisemitismus gestern und heute«.

Nähere Informationen zu allen Veranstaltungen finden Sie unter www.wdr3.de, www.juedische-kulturtage.de; www.yeswecancan.koeln

»Singen« auf dem Instrument

Junge Deutsche Philharmonie
Junge Deutsche Philharmonie
»Fern ist der Grund der Dinge und tief, gar tief; wer will ihn finden?« Diese Frage, der Bibel entnommen, stellt sich der Ausnahmemusiker Jörg Widmann immer wieder. Der brillante Klarinettist repräsentiert denn auch nur eine Seite seiner künstlerischen Identität. Die andere offenbart sich in seinem Schaffen in der Fokussierung existenzieller und spiritueller Dimensionen. Beide Seiten befruchten sich gegenseitig. Schon früh war seine Doppelbegabung als Komponist und Interpret vorgezeichnet. Seit einigen Jahren wirkt Widmann zudem als Dirigent. In allen drei »Funktionen« ist er im Konzert mit der Jungen Deutschen Philharmonie zu erleben. Klarinette spielt er in Felix Mendelssohn Bartholdys Es-Dur-Sonate (1824), die er selbst für eine größere Besetzung umarbeitete. Ausgehend von dem stark auf Wohlklang ausgerichteten Ansatz des 15-jährigen Mendelssohn, fächerte Widmann den Klavierpart mit Streichorchester, Harfe und Celesta sinnlich auf. Als Komponist und Dirigent in Personalunion ist er mit seiner höchst ungewöhnlichen »Messe« für großes Orchester vertreten. Es gibt weder Sänger noch Chor, sondern das Orchester »singt« selbst – »jeder einzelne Musiker«, so Widmann, »singt auf seinem Instrument den jeweiligen Messetext.« Und »nur« als Dirigent geleitet Widmann durch die bewegende zweite Sinfonie von Robert Schumann, dem er sich über Zeit und Raum hinweg sehr verbunden fühlt. Egbert Hiller

17.03.2019
Sonntag 18:00

Junge Deutsche Philharmonie
Jörg Widmann Klarinette und Dirigent

Felix Mendelssohn Bartholdy / Jörg Widmann
Andante aus der Sonate für Klarinette und Klavier Es-Dur (1824)
bearbeitet für Klarinette, Streichorchester, Harfe und Celesta (2016)

Jörg Widmann
Messe für großes Orchester (2005)

Robert Schumann
Sinfonie Nr. 2 C-Dur op. 61 (1845–48)

17:00, Einführung in das Konzert durch Oliver Binder, Empore

Vorverkaufsbeginn: Samstag 17.11.2018
€ 39,– 34,– 28,– 23,– 17,– 10,– | Z: € 28,–

Kölner Sonntagskonzerte 5
LANXESS Studenten-Abo

zurück zur Übersicht Kölner Philharmonie Spezial 03/2019
Datenschutz