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Die monumentalen Paraden im toskanischen Viareggio sind normalerweise ein Magnet für italienische Jecke

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Kölsche sind nicht allein - Alles anders als sonst In vielen Karnevalshochburgen auf der Welt muss der öff entliche Fasteleer, wie man ihn kennt, pausieren

9.02.2021

Das Mardi Gras-Festival in New Orleans stellt das größte karnevalistische Event der USA dar. Im Zentrum stehen die Paraden mit ihren prächtig geschmückten Wagen – durchaus vergleichbar mit den hiesigen Karnevalsumzügen. Nach dem letzten „Zoch“ wird in den Kneipen rund um die Bourbon Street und auf dem offiziellen Abschlussball bis zum Morgengrauen weiter gefeiert.

Am „Ash Wednesday“ ist dann alles vorbei. Mardi Gras blickt auf eine lange Tradition zurück. Bereits im Jahr 1857 fand die erste Parade in den Straßen der Südstaaten-Metropole statt. Selten ist sie seither ausgefallen, nicht einmal 2005 – nach dem verheerenden Hurrikan Katrina, wollten die Menschen auf ihr Fest verzichten. Doch die Pandemie zwang auch die Jecken im fernen Amerika in die Knie. Sie behelfen sich in diesem Jahr mit virtuellen Paraden.

Rio de Janeiro (übrigens eine Partnerstadt Kölns) und São Paulo sind die Hochburgen des brasilianischen Karnevals. Zur närrischen Zeit treffen sich Hunderttausende in den beiden Städten, um den farbenfrohen Paraden der Sambaschulen zuzusehen. Dazu gibt es Straßenkarneval und große Bälle. Hierzulande weniger bekannt ist, dass die Brasilianer auch in vielen anderen Städten jeck sind.

In Recife ist es ein absolutes Muss, kostümiert vor die Tür zu gehen und Olinda ist für seine gigantischen Pappmaché-Puppen (Bonecos de Olinda) berühmt. Allerdings ist Brasilien neben den USA auch das zweitmeiste von Corona betroffene Land der Welt. Die großen Paraden in Rio und São Paulo wurden längst abgesagt, es wird generell wohl eher trist auf den Straßen zugehen.

Karneval in Italien – da denkt sicher jeder gleich an Venedig. Das weltberühmte Maskenspektakel am Markusplatz steht in diesem Jahr auf der Kippe, zumindest gibt es noch keine offizielle Verlautbarung, was daraus werden soll. Ein wenig unbekannter, aber weitaus pompöser ist jedoch der Karneval im toskanischen Viareggio. Riesige Umzüge mit aufwendigen Wagen, Maskenbälle, Feuerwerke und legendäre Partys: Viareggio ist rund um die klassischen Karnevalsdaten normalerweise einen Monat lang im Ausnahmezustand und begrüßt Hunderttausende Gäste. Seit 1873 verkleiden sich die Narren dort – müssen in diesem Jahr aber leider ebenfalls pausieren. Die Veranstalter haben den Karneval 2021 auf den Herbst 2021 verlegt.


"Der kolumbianische Nubbel überlebt in diesem Jahr"


Sehr ähnlich zu unserem Fasteleer läuft es normalerweise im kolumbianischen Barranquilla ab. Die Stadt am karibischen Meer ist eine der größten Karnevalshochburgen weltweit. Von der „Blumenschlacht“ am Karnevalssamstag bis zum traditionellen Begraben des kolumbianischen Nubbels – „Joselito“ genannt – am Veilchendienstag, herrscht am Karnevalswochenende der Ausnahmezustand. Es gibt ein jährliches Motto und Umzüge. Dazu steht der kolumbianische Karneval, der dieses Jahr leider abgesagt werden musste, ebenso wie der rheinische Karneval auf der UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes der Welt.