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Bild: Dariusz Jarzabek/stock.adobe.com

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Krisensichere Geldanlage in Corona-Zeiten Viele Menschen sind verunsichert und sorgen sich um ihre Finanzen – Experten raten zur Vermögensstreuung

15.07.2020

Das Jahr 2020 wird lange Zeit im Gedächtnis bleiben. Die Corona-Pandemie stürzte die Wirtschaft in eine tiefe Krise, die längerfristigen Folgen sind derzeit nicht absehbar. Dabei ist das Jahr finanzwirtschaftlich durchaus positiv gestartet: Die stabile Lage am Aktienmarkt deutete zu Beginn des ersten Quartals darauf hin, dass Anleger sich auf ein ertragreiches Jahr freuen konnten. Der Ausbruch des neuartigen Virus machte diese Hoffnung jedoch zunichte und sorgte für massive Einbrüche an der Börse. Auch wenn sich der Aktienmarkt allmählich etwas stabilisiert, sind viele Anleger verunsichert. Schließlich ist völlig unklar, wie sich die Corona-Krise weiter entwickeln wird und welche Auswirkungen das auf den Finanzmarkt hat.

Schwankungen einkalkulieren

Verbraucherschützer warnen vor den hohen Schwankungen beim Goldpreis Bild: Thomas Hansen/stock.adobe.com
Verbraucherschützer warnen vor den hohen Schwankungen beim Goldpreis Bild: Thomas Hansen/stock.adobe.com

Doch wie lege ich mein Geld in Krisenzeiten wie diesen am besten an? Diese Frage treibt aktuell viele Menschen um. Das beobachtet auch Juliane Weiß, Sprecherin beim Bundesverband deutscher Banken (BdB): „In Anbetracht der Schwankungen an der Börse kann man momentan schnell kalte Füße bekommen und sich um das eigene Geld sorgen.“ Wer bereits an der Börse investiert hat, sollte zunächst nicht in Panik verfallen, sondern mit Bedacht agieren. Sofern das angelegte Vermögen aktuell nicht benötigt werde, rät Juliane Weiß dringend von vorschnellen Verkäufen ab: „Bleiben Sie dabei, aber checken Sie regelmäßig Ihr Depot. Der Blick in die Vergangenheit zeigt, dass sich Börsen nach Krisen wieder erholt haben.“

Eigene Risikobereitschaft abwägen

Wer in der jetzigen Situation über eine Geldanlage am Aktienmarkt nachdenkt, sollte sich auf jeden Fall intensiv mit dem Thema beschäftigen und genau abwägen, ob das jeweilige Modell das richtige ist. „Wie man sein Geld anlegt, hängt nicht zuletzt von der eigenen Risikobereitschaft ab“, betont die Sprecherin des BdB. „In Krisenzeiten ist mit Schwankungen an der Börse zu rechnen. Deswegen sollte man sich über zwei Dinge im Klaren sein: Wie viel Risiko möchte ich eingehen und über welchen Zeitraum soll die Anlage laufen?“ Wertpapiere wie Aktien, Anleihen, Fonds und an der Börse gehandelte Investmentfonds (ETFs) sind sehr risikoreich und spekulativ, können aber hohe Gewinne einbringen – wenn Anleger auf lange Sicht planen sowie Geduld und starke Nerven mitbringen.  


"Der Blick in die Vergangenheit zeigt, dass sich Börsen nach Turbulenzen wieder erholt haben"


Niedrigzinsen bei sicheren Modellen

Wertpapiere und Fonds sind risikoreich, können aber auf Dauer hohe Gewinne einbringen Bild: peterschreiber.media/ stock.adobe.com
Wertpapiere und Fonds sind risikoreich, können aber auf Dauer hohe Gewinne einbringen Bild: peterschreiber.media/ stock.adobe.com

Wer lieber auf Sicherheit setzt, muss sich bewusst machen, dass es aktuell schwieriger denn je ist, das Geld zu vermehren. Die Zinsen sind nach wie vor sehr niedrig, Experten rechnen in den nächsten Jahren nicht mit einem Anstieg, im Gegenteil. Vielmehr sorgt der massive wirtschaftliche Einbruch durch die Corona-Pandemie für eine schwächere Preisentwicklung und dadurch für niedrigere Zinsen.

Sparbuch, Festgeld und Co.

Das zeigt sich etwa beim klassischen Sparbuch. Die Einlagen sind nach wie vor sicher, aber jetzt erst recht mit sehr niedrigen Zinsen verbunden. Tagesgeldkonten haben zwar keine feste Verzinsung, bringen aktuell jedoch ebenfalls kaum etwas an Zinsen ein. Eine langfristige Anlage auf Festgeld- Konten bietet einen festen Satz, der von Haus zu Haus variiert, sich jedoch im Schnitt auch auf einem niedrigen Niveau bewegt.

Mit Verlusten rechnen

Ebenfalls langfristig angelegt ist das Modell der klassischen Lebensversicherung, die jedoch eher zur Absicherung der Familie angeraten wird. Als Geldanlage müssen Verbraucher mit Verlusten rechnen. Ein Bausparvertrag ist ebenfalls eher nicht als Geldanlage geeignet, sagt die Finanzexpertin Juliane Weiß. Wer jedoch ein Eigenheim plant, kann mit dieser Art der Baufinanzierung kaum etwas falsch machen.


"Geld auf verschiedene Anlageformen zu verteilen, ist eine gute Taktik"


Immobilien sind weiterhin gefragt

Ob zur eigenen Nutzung oder als vermietetes Objekt: Immobilien gelten weiterhin als sichere Wertanlage. Allerdings haben die aktuell niedrigen Zinsen kaum Einfluss auf die Preise, die gerade in Ballungsgebieten konstant zunehmen. Schließlich wird das Angebot stetig knapper.

Insiderwissen bei Luxusgütern

Als Gewinner in Sachen Wertanlage wird von manchen Experten der Rohstoff Gold gehandelt. Während der Aktienmarkt hohe Verluste erlitt, nahm der Goldpreis in der ersten Jahreshälfte zu. Verbraucherschützer warnen jedoch vor hohen Schwankungen, denen das Edelmetall unterliegt. Explizites Insiderwissen und einen langen Atem setzen Luxusgüter als Wertanlage voraus. Wer sich in Bereichen wie Kunst, Antiquitäten, Vintage-Mode oder Oldtimern sehr gut auskennt und viel Geduld mitbringt, kann durch den Verkauf zum richtigen Zeitpunkt hohe Gewinne erzielen.

Gute Alternative

Wer in der Krise und darüber hinaus sein Geld möglichst sicher und dennoch ertragreich anlegen möchte, sollte auf das Prinzip der Vermögensstreuung setzen, empfehlen Experten. Die BdB-Sprecherin Juliane Weiß sagt: „Sein Geld auf verschiedene Anlageformen wie Festgeld, Immobilien(fonds) und Aktien zu verteilen, ist eine gute Taktik. Auch bei der Anlage in Aktien gilt: Ausschließlich beispielsweise auf ein DAX-Unternehmen zu setzen, ist mit einem hohen Risiko verbunden. Hier breit zu streuen, etwa mit einem ETF auf dem MSCI World, ist eine gute Alternative.“