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In Weidenpesch wurde der erste Teil einer umfangreichen Weichenanlage eingebaut

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Gleisbau mit Schallschutz Auf der Neusser Straße in Weidenpesch investieren die Kölner Verkehrs-Betriebe in ein System, das Vibrationen verhindert

11.09.2020

Für die Entstehung der neuen KVB-Abstellanlage in Weidenpesch fanden während der Sommerferien umfangreiche Gleisbauarbeiten auf der Neusser Straße statt. Dort wurden zwei Weichen des Anschlusses der Zulaufstrecke an die Schienenstrecke der Stadtbahn-Linien 12 und 15 eingebaut. Ab 2021 werden die Züge über die Weichenanlage und die rund 850 Meter lange Zulaufstrecke fahren, wenn sie zwischen Abstellanlage und Liniennetz wechseln. Für die Gleisbaumaßnahme musste der Betrieb der beiden Linien sechs Wochen lang getrennt werden. Insgesamt investiert die KVB für die Gleisbauarbeiten auf der Neusser Straße rund drei Millionen Euro, die teilweise durch das Land Nordrhein-Westfalen und den Bund gefördert werden.

Kurze Trennung. Bedingt durch die Unterbrechung von Lieferketten in der Corona-Situation konnten die weiteren vier benötigten Weichen noch nicht fertig hergestellt und angeliefert werden. Deshalb wird es im Oktober noch einmal eine kurze Trennung des Betriebs geben, wenn die nächsten beiden Weichen eingesetzt werden. Die letzten beiden finden bis Jahresende ihren Platz am Straßenrand, wobei deren Einbau keine Auswirkungen auf den Verkehr haben wird.
  

Im Untergrund verhindern Gummi-Noppen-Matten die Entstehung von Vibrationen
Im Untergrund verhindern Gummi-Noppen-Matten die Entstehung von Vibrationen

Für die Anwohner. In einem Abschnitt der Weichenanlage wurde ein sogenanntes „Masse- Feder-System“ eingebaut. Um die Anwohner möglichst vor Vibrationen des Bahnverkehrs zu bewahren, hat die KVB dort in den Schallschutz investiert. Das System verhindert, dass sich die Bewegung der Züge durch Vibrationen über die Schienen und den Untergrund bis in die benachbarten Gebäude auswirkt.

Besondere Stabilität. Das „Masse-Feder-System“ besteht, vereinfacht gesagt, aus einer Betonschicht, über die eine mit Noppen bestückte Gummimatte ausgelegt wird. Über dieser Matte werden Stahlgitter platziert, die einer zweiten, darauf gegossenen Betonschicht besondere Stabilität geben. Darüber werden Weichen, Schienen und Schwellen gelegt – in ihrer Lage genau ausgemessen und verschweißt. Es folgen die Betonierung der Schienenzwischenräume und zuletzt eine Asphaltschicht, über die der Verkehr rollt. Das gesamte mehrschichtige System wird an seinen Rändern durch die hochgezogene Gummimatte und eine Reihe von Kantsteinen vom benachbarten Untergrund abgegrenzt.

Feste Verbindung. Wenn die Bahnen diese Stelle später passieren, dann nehmen die Gummimatten die in den Boden wirkenden Kräfte auf. Durch sie wird – zusammen mit der baulichen Abgrenzung – eine feste Verbindung des Baukörpers mit der direkten Umgebung verhindert. Die Gummimatten „schlucken“ die Vibrationen und in den Nachbargebäuden sollten dann keine Gläser klirren.

www.kvb.koeln/fahrtinfo/baustellen/abstellanlage/index.html 
   

KurzTakt

Auf der Neusser Straße in Weidenpesch investieren die Kölner Verkehrs-Betriebe in ein System, das Vibrationen verhindert Image 1

Linie 7
Stabiler ÖPNV

In Westhoven und Ensen wurde für insgesamt rund 1,6 Millionen Euro die Schieneninfrastruktur der Linie 7 erneuert. Auf einer Länge von circa 1.100 Metern wurden die Schienen und Schwellen sowie der Schotter ausgetauscht, damit wurde zugleich die Gleislage optimiert. Der Unterbau wurde auf einer Länge von 520 Metern komplett erneuert und durch Geotex-Matten ergänzt. Auch der Schotter wurde anschließend neu gestopft. Durch die umfangreichen Arbeiten erhielt der Gleiskörper eine bessere Befestigung. Auf weiteren rund 320 Metern wurden lediglich die Schwellen ausgetauscht und der Schotter gereinigt. Die KVB vermeidet durch solche Erneuerungsmaßnahmen Störungen, die die Attraktivität des ÖPNV vermindern würden.