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Energielösung vor Ort: In Wesseling gibt es bereits eine LNG Tankstelle für LKW, und demnächst auch eine Wasserstofftankstelle für PKW Bild: von Hoensbroech

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Liquefied Natural Gas – die coolste Diesel-Alternative

24.11.2021

Die geplante Gas-Verflüssigungsanlage im Werk Köln-Godorf kühlt Bio-Methan und Erdgas auf coole minus 162 Grad. Dadurch wird es flüssig. Shell will künftig Kunden in Deutschland mit dem Kohlendioxid-neutralen Kraftstoff Bio-LNG versorgen. Die neue Anlage nutzt dabei Biomethan und soll eine Jahreskapazität von rund 100.000 Tonnen produzieren. Damit will Shell den Ausstoß klimaschädlicher Gase des Schwerlastverkehrs in Deutschland deutlich senken: in einem ersten Schritt um bis zu eine Million Tonnen CO₂ pro Jahr.

Die Anlage wird nach dem neuesten Stand der Technik entwickelt. Shell plant, die Bauarbeiten 2023 abzuschließen. Das Gas kommt über das bestehende Erdgasnetz, in das auch Biomethan eingespeist wird. Das flüssige LNG wird anschließend per Tankwagen von der Anlage an die eigenen Tankstellen gebracht. Neben der eigentlichen Verflüssigung umfasst die geplante Anlage noch eine Gasreinigung und -trocknung, drei Tanks zur Lagerung und zwei Abfüllstationen für Tankwagen sowie eine Fackel für das Abbrennen von Gasen im Falle von Außerbetriebnahmen für Wartungen oder bei Notfällen.

„Wir sind stolz, dieses Projekt für das Rheinland gewonnen zu haben“, sagt General Manager Dr. Marco Richrath. Mit der Infrastruktur des Shell Energy and Chemicals Park Rheinland und der Region sowie mit dem Know-how der Mitarbeiter seien alle Voraussetzungen vorhanden, um die Energiewende zu gestalten und sich als wandlungsfähiger Energie- und Chemiestandort zu profilieren. „Und natürlich ist so ein großes und richtungsweisendes Projekt auch ein klares Bekenntnis zum Standort und zur Energiewende – erst recht in Zeiten der Pandemie“, so Dr. Richrath.

Shell wird dabei Biomethan nutzen, um Kunden flächendeckend einen erschwinglichen, CO₂-neutralen Kraftstoff für den Schwerlastverkehr anzubieten. Das Konzept berücksichtigt dabei die gesamte inländische Wertschöpfungskette: Verflüssigungsanlage, Beschaffung von Biomethan vornehmlich aus Gülle sowie die Verteilung von CO₂-neutralem LNG über das eigene Tankstellen-Netz. Bis 2023 sollen es 40 eigene Stationen werden. Die Tankwagenflotte wird ebenfalls sukzessive auf LNG umgestellt.

Shell Deutschland-Chef Dr. Fabian Ziegler erklärt: „Wir wollen dazu beitragen, das Pariser Klimaschutzabkommen und unsere globale Ambition zu unterstützen, spätestens 2050 ein Energiegeschäft mit Netto-Null-Emissionen zu betreiben.“ Die LNG-Technologie ist ausgereift und verfügbar. Es sei ein wichtiger Schritt, den Shell jetzt machen könne und wolle. „Und wir freuen uns, wenn andere öffentliche und private Organisationen mit uns in den unterschiedlichen Bereichen der Wertschöpfungskette zusammenarbeiten wollen, um Bio-LNG weiter auszubauen, wenn die Kundennachfrage es zulässt“, betont Dr. Fabian Ziegler. Laut einer Thinkstep-Studie kann bereits fossiles Shell LNG dazu beitragen, die Well-to-Wheel Treibhausgasemissionen von schweren Lkw um bis zu 22 Prozent im Vergleich zu Diesel zu reduzieren.

Darüber hinaus sind Fahrzeuge, die mit LNG betrieben werden, leiser. Wird Bio-Methan beigemischt, das aus organischen Abfällen oder Gülle gewonnen wird, kann LNG seinen CO₂-Fußabdruck auf volle CO₂-Neutralität reduzieren. Shell optimiert dabei stetig die eigenen Lieferketten, um die Treibhausgasemissionen weiter zu minimieren.
  

Das ist LNG

Liquefied Natural Gas (LNG) ist eine klare, farblose und ungiftige Flüssigkeit – der deutsche Begriff ist Flüssigerdgas. LNG bildet sich, wenn Erdgas auf etwa minus 160 Grad heruntergekühlt wird. Es hinterlässt einen geringeren CO₂-Fußabdruck und hat im Vergleich zu Diesel deutlich reduzierte Stickoxid-, Schwefel- und Partikel-Emissionen. Durch den Einsatz von Biomethan ist es sogar möglich, CO₂-neutrales LNG herzustellen.