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Viele Unternehmen können ihren Betrieb dank eines Hygienekonzepts aufrechterhalten Bild: amorn/stock.adobe.com

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„In Oberberg noch einmal mit einem blauen Auge davongekommen“ Marcus Otto, der Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Bergisches Land zieht eine Ausbildungsbilanz des Krisenjahres 2020

27.01.2021

Es war eine wahre Aufholjagd im Oberbergischen Kreis. Das neue Ausbildungsjahr im Handwerk hat zwar mit einem Minus abgeschlossen, allerdings ist es ein „gutes“ Minus. Tatsächlich können die Handwerksbetriebe auf die Bewältigung des zurückliegenden Jahres sehr stolz sein. Ich als offizieller Vertreter und Repräsentant des Handwerks in der Region bin es allemal. Trotz der Herausforderungen der Pandemie und den Einschränkungen – verbunden mit teilweisen Umsatzeinbrüchen – haben zahlreiche Betriebe nach vorne geschaut.  

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Die Zukunft ist klar im Blick. Das Handwerk braucht den Nachwuchs und ist auf neue Ausbildungsverträge angewiesen. Denn eins ist gewiss, das große Thema Fachkräfte beschäftigt uns nach wie vor. Es ist 2020 etwas in den Hintergrund gerückt, aber die Herausforderungen auf dem Gebiet sind nach wie vor existent. Vor diesem Hintergrund freut es mich, dass die Handwerksbetriebe in Oberberg dennoch zahlreiche Ausbildungsverträge abgeschlossen haben, so dass wir in der Region noch einmal mit einem blauen Auge davongekommen sind.

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In Zahlen ausgedrückt: Im Frühjahr 2020 kam die Eintragung von neuen Ausbildungsverhältnissen kurz zum Stillstand, Ende August hatten wir noch ein Minus von 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und zum Jahresabschluss haben wir eben „nur“ noch ein Minus von fünf Prozent.


"Die Handwerksbetriebe können stolz auf sich sein"


Alle eint ein großes Ziel
  

Marcus Otto, Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Bergisches Land Bild: Kreishandwerkerschaft
Marcus Otto, Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Bergisches Land Bild: Kreishandwerkerschaft

Dennoch sehe ich diese Entwicklung mit Sorge. Denn jeder junge Mensch, den wir heute nicht ausbilden, fehlt uns in drei Jahren als Fachkraft. Um den Bedarf an ausgebildeten Handwerkern in Oberberg in den nächsten Jahren decken zu können, müssen die Einstellungsverträge bei einem Plus von etwa acht Prozent liegen. Aus diesem Grund haben wir alle das gleiche Ziel – im Handwerk, in der Verwaltung, im Gesundheitssektor, im Dienstleistungsbereich – in allen Branchen und auf allen Gebieten: Dem entgegen zu wirken und zu verhindern, dass sich der Fachkräftemangel weiter verstärkt. Das Handwerk wird weiterhin eine große Relevanz haben – nicht zuletzt in der Bewältigung unserer Zukunftsaufgaben im Energiebereich, im Klimaschutz oder im Umgang mit unserer Mobilität. Davon bin ich überzeugt.

Ihr Marcus Otto
Hauptgeschäftsführer Kreishandwerkerschaft Bergisches Land