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Anbetung der Heiligen Drei Könige, Museum Schnütgen Bild: Rheinisches Bildarchiv, Köln, M. Mennicken

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Meisterwerk in Bruchstücken Das Dreikönigenrelief wurde aufwendig rekonstruiert – Eine Lücke bleibt

6.08.2020

Es war Detektivarbeit nötig, um das Dreikönigenrelief komplett ausstellen zu können. Der größere Teil, der seit 1993 im Besitz des Museums Schnütgen ist, war von dem Experten Guido de Werd aus Kleve als bedeutendes Werk Meister Arnts erkannt worden. Arnts Meisterschaft wird deutlich in der Lebendigkeit der Szene, dem Gestenreichtum der Figuren, in den prachtvollen Gewändern und charaktervollen Köpfen. Und trotz aller Bewegung wird der Blick des Betrachters immer wieder auf die wichtigsten Figuren im Zentrum gelenkt: Maria mit dem Jesuskind.

Umfassende Restaurierung. Noch ganz neu im Museum ist die Szene am rechten Rand: Erst 2019 konnten vier Einzelteile in Frankreich erworben werden. Die Stücke waren in schlechtem Zustand, aber die Restauratorin für Skulptur am Museum Schnütgen, Andrea Hünteler, restaurierte sie erfolgreich und fügte sie an der rechten Seite des Reliefs an, wodurch nun drei weitere Diener zu sehen sind. Eine schwierige Aufgabe, wie Hünteler berichtet: „Eine große Herausforderung bestand darin, die extrem geschädigte und gelockerte Farbfassung aus dem 19. Jahrhundert, die über geringen Resten älterer Fassungen liegt, zu stabilisieren. Rückstände aus früheren Eingriffen haben diese Maßnahme zusätzlich erschwert.“
   

Der Arm ist im Weg. Zwischen den Neuerwerbungen am rechten Rand und dem großen Relief bleibt nun allerdings ein Spalt offen, denn der erhobene rechte Arm des schwarzen Königs ist im Weg. Nach einer früheren Beschädigung des Königs steht er heute etwas zu niedrig und nicht ganz korrekt ausgerichtet da. Aber selbst nach der Korrektur dieser Position würde der Ellbogen mit dem Relief rechts kollidieren, wenn man die Teile zusammenschiebt.

Raum für Spekulationen. „Die neuen Fragmente lieferten zunächst mehr Fragen als Antworten“, sagt Hünteler. „Kunsttechnologische Untersuchungen bestätigten, dass das große Relief und die Fragmente aus Eichenholz der gleichen Zeit gefertigt wurden. Wir müssen aber davon ausgehen, dass es zu einer späteren Formatanpassung des Reliefs kam. Die komplexen Überlegungen führten zu einer besonderen Präsentation in der Ausstellung, die Raum für eigene Spekulationen lässt.“ Auf einem Video, das in der Ausstellung und auf dem Youtubekanal des Museums zu sehen ist, wird diese besondere Problematik durch eine digitale Simulation erklärt.  


Arnt der Bilderschneider – Meister der beseelten Skulpturen

bis 20. September 2020

Anschrift:
Museum Schnütgen
Cäcilienstraße 29–33
50667 Köln

Öffnungszeiten:
Di. bis So. 10 bis 18 Uhr, Do. bis 20 Uhr

www.museum-schnuetgen.de
museum.schnuetgen@stadt-koeln.de
Telefon: 0221 221 31355

Anfahrt:
Erreichbar mit Bus, U-Bahn, Straßenbahn über Haltestelle „Neumarkt“; Tiefgarage Cäcilienstraße direkt unter dem Museum

Eintrittspreise:
Sonderausstellung „Arnt der Bilderschneider“ 10 €, ermäßigt 7 € (inkl. Dauerausstellung)

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