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Schilder wie dieses erleichtern Blinden und sehbehinderten Menschen die Orientierung in den unterirdischen KVB-Haltestellen

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Mit den Händen lesen, wo es langgeht Die KVB rüstet 41 Haltestellen mit Handlaufschildern für Sehbehinderte und Blinde aus – Jeder Wegweiser ist ein Unikat

11.09.2020

Sechs Punkte – drei in der Höhe und zwei in der Breite. Mehr braucht es nicht, um einem blinden oder stark sehbehinderten Menschen die Teilhabe an der Welt der Lesenden zu ermöglichen oder die Orientierung in einer unterirdischen Haltestelle zu sichern. Unterschiedlich kombiniert, ergeben sich 64 Möglichkeiten, um Buchstaben, Zahlen und Zeichen darzustellen.
  

Wirtschaftsingenieur Klaus Köster hat sich die Blindenschrift selbst beigebracht
Wirtschaftsingenieur Klaus Köster hat sich die Blindenschrift selbst beigebracht

Ein Jahr im Test. Klaus Köster (32) brachte sich die Blindenschrift – 1825 von dem 16-jährigen Louis Braille erfunden – selbst bei. „Es gehört nicht viel dazu, außer Konzentration“, sagt der Wirtschaftsingenieur. Seit 2016 leitet er das Projekt „Handlauf-Beschriftungen“ bei der KVB. Diese sollen Blinden und Sehbehinderten eine Orientierungshilfe bieten. Zwei Jahre lang entwickelte Köster in Zusammenarbeit mit der Stadt Köln und den Behindertenverbänden ein Beschriftungskonzept, das zunächst rund ein Jahr lang an der Haltestelle Heumarkt der Nord-Süd Stadtbahn getestet wurde. Die „unterirdische Kathedrale“ ist ein komplexes Bauwerk mit drei Ebenen. „Wenn man nicht sehen kann, ist es schwer, sich dort zurecht zu finden“, erklärt Köster. „Im November 2017 haben wir an den 24 Treppenauf- und -abgängen 48 speziell angefertigt Schilder anbringen lassen. Sie werden gefräst und bestehen aus Aluminium. Die Beschriftung ist in Profil- und Brailleschrift ausgeführt. Zusätzlich sind die Schilder schwarz eloxiert, und die Profilschrift ist in einem starken Kontrast zur schwarzen Grundlackierung poliert und metallfarbig abgesetzt. So können Sehbehinderte sie lesen.“

Fördergelder bewilligt. Die kontrastreiche Ausführung von Handlaufschildern ist in Deutschland bisher noch nicht verbreitet. „Da sind wir Vorreiter“, sagt Klaus Köster mit ein bisschen Stolz in der Stimme. „Im März 2019 haben wir die rund 200.000 Euro teure Maßnahme zur Förderungen beim Nahverkehr Rheinland (NVR) angemeldet und 90 Prozent Fördergelder bewilligt bekommen. Die restlichen 20.000 Euro teilen sich Stadt und KVB. Jetzt setzen wir das Konzept an 41 weiteren unterirdischen Haltestellen um.“ Derzeit werden die knapp 1.000 Schilder, von denen jedes ein Unikat ist, sukzessive von Klaus Köster erarbeitet, in Brailleschrift übersetzt und dann in einem speziellen Verfahren von einer österreichischen Firma für Gravurtechnik produziert. Sie werden jeweils am Anfang und am Ende des rechten Handlaufs in Gehrichtung montiert und sind leicht auffindbar. Köster: „Wir hoffen, dass wir im Oktober mit der Anbringung der Schilder beginnen und die Situation für Blinde und sehbehinderte Menschen in Köln damit nachhaltig verbessern können.“  
  

KurzTakt

Die KVB rüstet 41 Haltestellen mit Handlaufschildern für Sehbehinderte und Blinde aus – Jeder Wegweiser ist ein Unikat Image 1
Die KVB rüstet 41 Haltestellen mit Handlaufschildern für Sehbehinderte und Blinde aus – Jeder Wegweiser ist ein Unikat Image 2

KVB-Shop
Neue Produkte im Sortiment

Der KVB-Shop läuft: Über 2.550 Artikel sind in den ersten Monaten schon online bestellt worden. Besonders gefragt sind Baumwolltaschen, Kugelschreiber und Sattelbezüge fürs Rad. Der Klimabus, der Einkaufswagen-Chip mit Dom, die Hüllen fürs Chipkarten-Ticket und die Coffee-to-go-Becher wurden ebenfalls häufig bestellt. Trotz kleinerer Startprobleme und der folgenden Corona-Krise ist die KVB mit dem Zuspruch sehr zufrieden. Der Shop bietet eine Vielzahl attraktiver und nützlicher Produkte, die diese offenbar zu schätzen wissen und durch ihren Kauf die Identifikation mit dem Unternehmen und der Marke KVB stärken. Der Shop hat zudem auf die Maskenpflicht in Bus und Bahn reagiert: Es wurden hochwertige Stoffmasken mit Logo und kölschen Sprüchen produziert, die guten Absatz finden. Der Online-Laden ist kein statisches Gebilde: Regelmäßig kommen neue Artikel hinzu – so beispielsweise eine DVD, die zu einer Zeitreise ins Köln der 1960er-Jahre einlädt. Und zum Schulstart wurden ein Schlüsselanhänger mit Baubiber sowie ein Konturenlineal mit aufgenommen.

www.kvb-shop.de