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Sanfte Klänge: An der Förderschule lernen Schüler Veeh-Harfe

Die Notenblätter liegen unter den Saiten – das schafft schnelle Erfolgserlebnisse Bild: Siegbert Dierke

Es sind kleine Punkte, die über das Papier zu tanzen scheinen. Sie begeistern die Kinder in der Oberbantenberger Helen- Keller-Schule sehr. Dort gibt die Wiehlerin Silvia Lenzing in der Förderschule mit dem Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung zehn Schülern Unterricht an der Veeh-Harfe. Silvia Lenzing ist seit 2013 Veeh-Partnerin, ein Teil der Ausbildung war die Arbeit mit Menschen mit Behinderung. „Es gibt spezielle Noten für Menschen mit Handicaps“, sagt Lenzing. In Kooperation mit der Musikschule der Homburgischen Gemeinden bietet sie diese Stunden an.

Seit knapp vier Jahren unterrichtet Silvia Lenzing die Schüler der Helen-Keller-Schule an der Veeh-Harfe Bild: Siegbert Dierke
Seit knapp vier Jahren unterrichtet Silvia Lenzing die Schüler der Helen-Keller-Schule an der Veeh-Harfe Bild: Siegbert Dierke
Therapeutischer Erfolg. Angefangen hat es mit dem 17-jährigen Levi. Er war privat schon Schüler von Silvia Lenzing. Levi erzählte in der Schule von seinem Harfenunterricht, Silvia Lenzing erklärte sich bereit dort zu unterrichten und so startete das Projekt 2015. Die Effekte auf die Kinder sind nicht zu leugnen: „Die Kinder werden ruhiger, Traurigkeit wird durch die Musik gelindert“,so Lenzing. Selbst Kinder oder Jugendliche, die sich abkapseln, versuchen Tonfolgen zu spielen und haben Erfolgserlebnisse. Bei der Veeh-Harfe liegt das Notenblatt unter den Saiten, die mit einer oder zwei Händen gezupft werden.

Talente entwickeln. Miguel hat ein tolles Gehör. Der Elfjährige kann das, was er auf der Veeh-Harfe spielt, mit Unterstützung von Lenzing auf das Klavier übertragen. Auch Nicole (15) hat Talent. Sie übt so fleißig, dass sie schon auf Hochzeiten auftreten durfte und bei einer Taufe spielte. Manuel wiederum ist Linkshänder und muss mit Hilfe seiner Lehrerin immer wieder umdenken – seine Motorik wird durch das Musizieren gefördert. Einige Plätze in Silvia Lenzings Unterricht gibt es noch. Wer sich dafür interessiert, kann sich an die Musikschule wenden: 02262/99260.

Zum Instrument

Die Veeh-Harfe geht auf Hermann Veeh zurück. Der Landwirt war auf der Suche nach einem Instrument für seinen Sohn Andreas, der mit dem Downsyndrom zur Welt gekommen war. Andreas war zwar musikbegeistert, das Erlernen eines Instruments erschien aber fast unmöglich. Eine Erinnerung aus seiner Kindheit an Zupfinstrumente mit Notenschablonen war für Hermannn Veeh die Inspiration, die letztlich zur Harfe führte.
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