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Die Pfarrkirche St. Martinus ist das Herz von Borr: Der kleinste Ort des Kreises konnte dem Gotteshaus jüngst eine neue Orgel ermöglichen

Die Pfarrkirche ist Treffpunkt und Stolz des Dorfes Bild: Katrin Höhne

Bunte Blätter tanzen auf der Straße. Das Krähen eines Hahns ist zu hören. Ein Traktor knattert irgendwo in der Ferne auf einem Feld. Auf den Straßen im Ort sind Klinker-und Fachwerkfassaden zu finden. Genau diese Idylle schätzen die Menschen in Borr und Scheuren. Umgeben von Natur und Feldern ist das Dorf im Süden Erftstadts mit rund 400 Einwohnern der kleinste Stadtteil. Und gar nicht so ab vom Schuss, wie manch einer glauben könnte.
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So ist der Ort nah gelegen an Euskirchen (zwölf Kilometer), Düren und Köln (25 Kilometer) oder Bonn (35 Kilometer). Es gibt dort Landwirtschaft. Ansonsten sind Arbeitgeber rar gesät. Die meisten setzen sich hinter das Steuer, um zur Arbeit zu fahren. Zum Einkaufen geht es nach Lechenich, auch schon mal mit dem Bus. Sämtliche Aktivitäten sind vor allem der Feuerwehr und dem Gartenbauverein zuzuschreiben. Die Festivitäten - Feuerwehrfest, Pfarrfest, Karneval - halten die Dorfgemeinschaft zusammen.
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Geschichtsträchtige Kirche

Ein Treffpunkt sowie der Stolz des Dorfes ist die Pfarrkirche St. Martinus im Herzen des Ortes. Das vom ehemaligen Friedhof umgebene Gotteshaus wird durch eine Mauer von den vorbeiführenden Straßen abgegrenzt. Die weiß verputzte Saalbaukirche entstand im Kern in romanischer Zeit. Sie verfügt über einen aufgesetzten Dachreiter, die Außenmauern bestehen aus Bruchstein und Tuff.
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Das Kirchenschiff hat einen eingezogenen, dreiseitig geschlossenen aus der Achse leicht nach Süden abweichenden Chor. Veränderungen im 17. und 18. Jahrhundert bestimmen das heutige Erscheinungsbild. Erst Anfang letzten Jahres freuten sich die Borrer, als ihre kunstvoll gegossene Marienglocke aus Bronze, 150 Kilogramm schwer, nach einer zehnwöchigen Reparatur zurückkehren konnte. Ein 15 Zentimeter langer Riss musste beseitigt werden.
Ein Instrument auf Reisen

Genauso aufregend ging es in dem Jahr weiter. Denn eine neue Orgel sollte auf der Empore aufgebaut werden, um die alte zu ersetzen, die vom Erzbistum ausgeliehen war. Das Instrument stand zunächst in einem Lübecker Privathaus und diente als Unterrichtsinstrument. 2012 wurde die Orgel dann zur Kölner Musikhochschule transferiert. Rund 49.000 Euro kosteten Anschaffung, Transport und Aufbau - eine stolze Summe für die Einwohner von Borr und Scheuren. Aber durch Patenschaften für die Orgelpfeifen, Spenden, Benefizkonzerte und den Verkauf von Orgelbier konnte die Summe um einige tausend Euro reduziert werden.

Den Ein- und Aufbau der Orgel hatte die Pulheimer Orgelbaufirma Tasten Reich übernommen. Die Mitarbeiter hatten das Instrument vor Jahren bereits in der Kölner Musikhochschule aufgebaut und die Installation für das Gebläse übernommen. Das Schleudergebläse ist das einzige, was elektrisch an der Orgel ist, alles andere funktioniert mechanisch. Drei Manuale hat die Orgel, zehn Register und 508 Pfeifen. Von ihrem schönen Klang konnten sich Einwohner und Gäste beim Einweihungskonzert vor rund einem Jahr überzeugen. Dort präsentierte Kantor und Organist Donatus Haus, dem es mit zu verdanken ist, dass nun in Erftstadt eine neue Orgel steht, die Vorzüge des Instruments.

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