Nachrichten aus Köln, der Region und der Welt

Specials: Oberberg

Sonderveröffentlichung
ANZEIGE

Eine Idylle wie in Bullerbü: Julia Dewenter und Thomas Schumacher züchten die bedrohte Rasse Bentheimer Landschafe

Die Produkte seiner Tiere verkauft er unter anderem auf den Weihnachtsmärkten in Wiehl und Bielstein Bild: Matthias Pohl

Es geht gar nicht anders: Besucher, die sich dem Hof von Thomas Schumacher und Julia Dewenter in Kleinfischbach nähern, werden unweigerlich an die Idylle im schwedischen Bullerbü erinnert. Gänse schnattern, zierliche Bantam-Hühner lassen sich streicheln, der Kater schnurrt und die beiden Hütehunde lassen sich gerne ein bisschen kraulen.

Geförderte Schafzucht. Die Tiere, die den Mittelpunkt der Arbeit des Ehepaares bilden, blöken ein paar hundert Meter weiter auf ihren Wiesen. Die beiden Wiehler haben sich mit ihrem von der EU zertifizierten Grünlandbetrieb der Erhaltungszucht von Bentheimer Landschafen verschrieben. Seit 1991 engagiert das Paar sich dafür, diese vom Aussterben bedrohte Rasse mit ihrer Zucht zu erhalten. Die Familie hält außerdem Braune Berg- sowie Rauhwollige Pommersche Landschafe. Etwa 60 Zuchttiere tummeln sich auf den Wiesen, dazu kommen pro Jahr um die 90 Lämmer. „Die Geburten gehen in den meisten Fällen ganz natürlich vonstatten. Wir müssen selten eingreifen“, sagt Thomas Schumacher. Ist fachliche Hilfe doch einmal nötig, wird eine Bielsteiner Tierärztin gerufen.

Geburten laufen meist natürlich

Engagierte Experten. Julia Dewenter ist Agraringenieurin, bringt also viel Fachwissen mit ein und bildet ihre Hütehunde, zwei Border Collies, selbst aus. Thomas Schumacher hat eine kaufmännische Ausbildung absolviert. Er arbeitet als Fachwirt bei einer Gummersbacher Unternehmensberatung und engagiert sich seit 22 Jahren ehrenamtlich im Vorstand des Bundesverbandes der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen (GEH). Die GEH zeichnete den Hof übrigens im Jahr 2006 als Arche-Züchter aus. In seiner freien Zeit kümmern sich Thomas Schumacher und seine Familie, um die Pflege des Bauerngartens. Und die Tiere sind zu versorgen: So müssen der Brutkasten für die Falken, den der oberbergische Naturschutzbund der Familie anvertraute, intakt gehalten und die Schafprodukte vermarktet werden.

Bild: Matthias Pohl
Bild: Matthias Pohl
Schlachtung vor Ort. Denn auch das gehört zum Leben in der Landwirtschaft dazu: Altschafe werden zu Wurst, Salami oder Mettwurst verarbeitet. Dazu kommt der mobile Metzger, Matthias Kürten aus Wipperfürth, auf den Hof. Er schlachtet und wurstet gleich vor Ort – das erspart den Tieren den Stress des Transportes. Thomas Schumacher erinnert sich: „Das gab durchaus Diskussionen mit unseren drei Kindern, denen diese Schlachttage wahrlich nicht leicht fielen. Meine Töchter essen auch tatsächlich kein Fleisch mehr.“

Bekannte Produkte. Thomas Schumacher plädiert für bewussten Fleischgenuss. „Ich mag kein anonymes Fleisch. Dann esse ich lieber weniger, dafür weiß ich um die Herkunft“, sagt er während er weitere Produkte wie Felle oder Sitzkissen zeigt. Die warmen Teppiche aus der braunen, gräulichen oder hellen Wolle verführen dazu, immer wieder mit der Hand darüber zu fahren, um deren Weichheit zu spüren. Diese Naturteppiche werden seit einigen Jahren im Auftrag der Wiehler in Hessen, in der Behindertenwerkstatt „Lebensgemeinschaft“ in Schlitz, angefertigt. Die wolligen Kunstwerke sind übrigens so beliebt, dass es mittlerweile lange Wartezeiten für sie gibt.

Ins Gespräch kommen

Wer mit Thomas Schumacher über seine Tiere ins Gespräch kommen möchte, hat dazu Gelegenheit auf dem Wiehler Weihnachtsmarkt (8. und 9. Dezember) sowie beim Bielsteiner Weihnachtsmarkt (15. und 16. Dezember). Dort können Interessierte die Produkte begutachten und Fragen zum Biohof stellen.

ABC der Region

Bild: naypong/ stock.adobe.com
Bild: naypong/ stock.adobe.com
A wie Auto

Das Elektrofahrzeug der Stadtverwaltung, ein Renault Zoe, wartet nur darauf, auch von Privatleuten ausgeliehen zu werden. Eine Registrierung unter www.e-wald.eu ist erforderlich. Alle weiteren Infos gibt es unter 02262/99-195.

B wie Burghaus

Wer die „Seven Nights of Tribute” im Bielsteiner Burghaus erleben möchte, sollte sich jetzt schon Karten sichern. Der Vorverkauf bei Wiehlticket für die Konzertreihe im März 2019 hat begonnen: 02262/99-285

Bild: zinaidasopina112/ stock.adobe.com
Bild: zinaidasopina112/ stock.adobe.com
C wie Café

Das Repair-Café im Kinder- und Jugendzentrum (Wiesenstraße 8) bewahrt Elektro- und Haushaltsgeräte und vieles andere vor der Entsorgung. Es ist geöffnet am Samstag, 8. Dezember, von 14 bis 17 Uhr. Wer die „Seven Nights of Tribute” im Bielsteiner Burghaus erleben möchte, sollte sich jetzt schon Karten sichern. Der Vorverkauf bei Wiehlticket für die Konzertreihe im März 2019 hat begonnen: 02262/99-285.

Sparkasse der Homburgischen Gemeinden
zurück zur Übersicht Meine Region Wiehl
Datenschutz