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Büros sollten etwa mit Ventilatoren ausgestattet sein Bild: New Africa/stock.adobe.com

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Schutz vor Wärme Es gibt kein Recht auf Hitzefrei, aber Arbeitgeber haben eine Fürsorgepflicht

14.08.2020

Nach § 618 Abs. 1 Bürgerliches Gesetzbuch trifft ihn eine Fürsorgepflicht gegenüber seinen Arbeitnehmern. Zudem sind die Arbeitsräume so einzurichten, dass eine Gefährdung für das Leben und die Gesundheit der Mitarbeiter vermieden wird. Dabei sehen die „Technischen Regeln für Arbeitsstätten Raumtemperatur“ vor, dass die Temperatur am Arbeitsplatz 26 Grad nicht überschreiten soll. Liegt die Temperatur zwischen 26 und 30 Grad, soll der Arbeitgeber Schutzvorkehrungen treffen, um die Wärmebelastung für die Mitarbeiter zu mindern. Ab 30 Grad muss er Maßnahmen ergreifen.

Oberhalb von 35 Grad ist ein Raum nicht mehr als Arbeitsraum geeignet. Dabei gilt jeweils die Innen- und nicht die Außentemperatur. Besondere Rücksicht ist auf gesundheitlich Vorbelastete und besonders schutzbedürftige Beschäftigte – zum Beispiel Jugendliche, Ältere, Schwangere und stillende Mütter – zu nehmen. Ein Anspruch auf Hitzefrei entsteht bei hohen Temperaturen im Büro aber nicht automatisch. Arbeitnehmer sollten sich nicht eigenmächtig von ihrem Platz entfernen, sondern in Absprache mit ihrem Chef. Andernfalls kann eine Abmahnung oder gar eine Kündigung drohen. Arbeitgeber sollten wiederum beachten, dass ein Verstoß gegen die „Technischen Regeln für Arbeitsstätten Raumtemperatur“ bußgeldbewehrt ist.


"Bei mehr als 35 Grad ist es zu heiß zum Arbeiten"


Maßnahmen ergreifen

Dem Arbeitgeber ist zu raten, rechtzeitig Maßnahmen zu treffen, damit die Arbeitnehmer durch die Hitze keine gesundheitlichen Probleme bekommen. Diese können etwa darin bestehen, dass er Klimageräte, Ventilatoren oder Kaltgetränke bereitstellt, Alternativräume anbietet, Bekleidungsvorschriften lockert oder die Büros früh am Morgen lüftet. Zudem kann vereinbart werden, dass an heißen Tagen mit der Arbeit früher begonnen wird.

Kathrin Thienhaus
Fachanwältin für Arbeitsrecht
Bietmann Rechtsanwälte
Steuerberater PartmbB, Köln