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Digital unterwegs im Alter: Immer mehr Menschen im Ruhestand entdecken das Internet für sich, um in Kontakt mit der Familie zu bleiben – spezielle Smartphones machen das auch mobil möglich

Die Volkshochschule Köln bietet verschiedene EDV-Seminare an Bild: Prostock-studio/stock.adobe.com

Analog war gestern. Das zeigt der neue D21-Digital-Index, den das Bundeswirtschaftsministerium in der vergangenen Woche veröffentlichte. Dieser ist mit mehr als 20.000 Befragten die umfangreichste Studie zum Stand der Digitalisierung in Deutschland. Die aktuellen Zahlen veranschaulichen: Die ältere Generation zieht nach. Inzwischen sind 91 Prozent der 50- bis 59-Jährigen, 79 Prozent der 60- bis 69-Jährigen sowie 45 Prozent der Menschen, die älter als 70 Jahre sind, regelmäßig online. Allerdings surfen sie meist von daheim durch das Netz. Denn nur 55 Prozent der 60- bis 69-Jährigen sowie 24 Prozent der Generation 70+ nutzen inzwischen ein Smartphone.

Einige Mobiltelefone erleichtern Rentnern die Bedienung Bild: Andrey Popov/stock.adobe.com
Einige Mobiltelefone erleichtern Rentnern die Bedienung Bild: Andrey Popov/stock.adobe.com
Handys für Senioren. Mal schnell ein Bild machen und an die Freunde verschicken, mit den Enkeln über einen Massenger in Verbindung bleiben oder online ein Ticket für die Straßenbahn kaufen: Viele Senioren können das nicht – entweder, weil sie kein Interesse daran haben oder nicht das passende Gerät finden. Denn Smartphones werden in erster Linie für junge Leute entwickelt – mit vielen technischen Features für diejenigen, die mit Mobiltelefonen aufgewachsen sind oder sie seit Jahren benutzen. Eine große Hemmschwelle ist bereits die komplexe Menüsteuerung vieler regulärer Geräte. Auf ältere Menschen wirkt die Nutzerführung oft verwirrend. Dazu kommen altersbedingte Beeinträchtigungen, die die Bedienung erschweren. Viele Senioren leiden an Augenkrankheiten, Arthrose in den Fingern oder an einem eingeschränkten Hörspektrum. Doch mit dem richtigen Handy können selbst 80-Jährige Anschluss an die digitale Welt finden.

"45 Prozent der über 70-Jährigen sind regemäßig online"

Robuste Geräte. Inzwischen gibt es einige Unternehmen, die spezielle Mobiltelefonie für ältere Menschen entwickeln. Dabei verzichten sie bewusst auf technische Spielereien. Dafür sind sie mit einem großen Display, einem Eingabestift und einer robusten Hülle ausgestattet. Einige verfügen außerdem über einen Notrufknopf. Trotz dieser Sonderfunktionen für Senioren und der hochwertigen Verarbeitung sind solche Handys schon für unter 200 Euro zu haben.

Kurse zur Einführung. Für ältere Menschen, die sich in der digitalen Welt noch nicht so wohl fühlen, gibt es inzwischen zahlreiche Kurse. Die Sozial-Betriebe-Köln etwa bieten zu allen Themen rund um den Computer und die digitale Fotografie Seminare für Menschen ab 50 Jahre an. Dort wird Schritt für Schritt der Umgang mit dem Computer erlernt. Die Volkshochschule Köln hat ebenfalls zahlreiche Angebote in ihrem Programm. Darunter Kurse zur Einführung in das Smartphone, Vertiefungskurse für die Arbeit mit dem eigenen Laptop oder verschiedene Computer-Clubs. Darüber hinaus gibt es viele private Unternehmen, die EDV-Schulungen anbieten. So können auch Großeltern noch zu Onlinern werden. (mit djd)

Optik Wolf
Deutschordens-Altenzentrum Pfarrer-Braun-Haus gGmbH
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