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Der kanadische Pianist Jan Lisiecki

Jan Lisiecki

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Staunenswert mühelos Der kanadische Pianist Jan Lisiecki

9.01.2020

»Ich habe ihn mit einem der beiden Chopin-Konzerte gehört«, erinnert sich der Bariton Matthias Goerne, »und war völlig erstaunt, wie er den oft stupide runtergespielten Klaviersatz mit Leben gefüllt hat.« Lob aus berufenem Munde. Der Sänger zeigte sich interessiert an einer Zusammenarbeit mit dem um eine Generation jüngeren Jan Lisiecki – schließlich man traf sich zu Konzerten und für eine CD-Produktion mit Beethoven-Liedern. Auch danach war Goerne noch voll des Lobes, über Lisieckis Fähigkeit, die vermeintliche Begleitung zu einer eigenen Stimme neben der des Sängers aufzuwerten. Solche Anerkennung ist keinesfalls selbstverständlich, doch sie fügt sich in eine nachhaltige Entwicklung, die Lisiecki im Eiltempo zu durchlaufen scheint. Erst vor kurzem hat er alle fünf Beethoven-Konzerte aufgenommen – als Pianist und als Dirigent der Academy of St. Martin in the Fields. In der Fachpresse war anschließend betont schnörkellos zu lesen: »Lisiecki ist ohne Zweifel eine Ausnahmeerscheinung im Kreis der Pianisten. Seine Lesart der Klavierkonzerte Beethovens ist überzeugend, sein Spiel geprägt von Leichtigkeit, großer technischer Meisterschaft und klanglicher Finesse.« »Wenn Du die Technik einmal drauf hast, kannst Du Dich ganz um die Musik kümmern «, erklärt Liescki im Gespräch. Doch bei ihm scheint es wirklich so, als gäbe es technische keine Hürden. Bei Mendelssohn fliegen seine Finger mit staunenswerter Leichtigkeit, bei Chopin tritt noch eine gewisse Kernigkeit im Anschlag hinzu. Es gibt Pianisten, von Glenn Gould über Evgeny Kissin bis Kit Armstrong, die der Welt entrückt scheinen, um der Kunst nahe zu sein – bei Lisiecki sucht man solche Tendenzen vergebens. Vielleicht weil bei ihm vieles so unverkrampft, so selbstverständlich erscheint. Zu Schulzeiten hat er vier Klassen übersprungen; mit sechs träumte er von einem Auftritt in der Carnegie Hall; mit dreizehn erfüllte er sich diesen Wunsch. »Aufgewachsen aber bin ich zunächst mit viel Pink Floyd und mit noch mehr Jazz, also mit Brubeck, Coltrane, Garbarek und Pat Metheny«. Vielleicht erklärt das auch, warum sich Lisiecki so behände und wach durch die unterschiedlichen Stile der Musikgeschichte bewegt. »Ich diene der Musik mit Herz und Seele. Ich versuche ihre volle Schönheit zu zeigen. « Das klingt bekenntnishaft einfach, genauso wie: »Musik sollte man grundsätzlich genießen.« Was immer er spielt, sein Vortrag lebt von einem runden Ton, sensibel und sicher. Regelmäßiger Ausgleich abseits der Tasten ist Lisiecki wichtig. »Ich schwimme und wandere gerne. Und natürlich fahre ich auch Ski, schließlich bin ich ein Kanadier«, erklärt er. In Calgary kam er 1995 zur Welt – als Sohn polnischer Immigranten, was auch seine tiefe Verbundenheit mit der Musik Chopins erklärt. Dessen Klavierkonzerte hat er bereits mit 13 Jahren für das renommierte Eigenlabel des Warschauer Chopin-Instituts aufgenommen. Dabei gelingt ihm die Verbindung aus Brillanz und Temperament mit Charme und Intimität geradezu mühelos. »Meine Eltern besaßen die beiden Werke mit Krystian Zimerman und dem Polish Festival Orchestra auf CD. Es war tatsächlich meine Einführung in diese Welt.« Christoph Vratz


21.01.2020
Dienstag 20:00
Jan Lisiecki Klavier

Johann Sebastian Bach
Capriccio B-Dur "sopra la lontananza del frato dilettissimo" BWV 992 (1704)

Felix Mendelssohn Bartholdy
Sechs Lieder ohne Worte, 6. Heft op. 67 (1839–44), Rondo capriccioso E-Dur op. 14 (1828), 17 Variations sérieuses d-Moll op. 54 (1841)

Frédéric Chopin
Deux Nocturnes op. 27 (1835/36)
Deux Nocturnes op. 62 (1846)
Ballade Nr. 4 f-Moll op. 52 (1824/43)

Ludwig van Beethoven
Rondo a capriccio G-Dur "Die Wut über den verlornen Groschen" op. 129 (1795/98)

Anton Rubinštejn
Valse-Caprice in Es-Dur op. 118 (1870)

12.02.2020
Mittwoch 20:00

Jan Lisiecki Klavier
Deutsches Symphonie-Orchester Berlin
Robin Ticciati Dirigent

Sergej Rachmaninow
Die Toteninsel op. 29 (1909), Sinfonische Dichtung für Orchester nach Arnold Böcklin

Frédéric Chopin
Konzert für Klavier und Orchester Nr. 2 f-Moll op. 21 (1829/30)

Igor Strawinsky
L'Oiseau de feu (1909–10)
Ballett in zwei Bildern für Orchester. Szenario von Michail Fokin nach einem russischen Volksmärchen

€ 79,– 69,– 56,– 42,– 29,– 10,– | Z: € 56,–
Klassiker! 5


Einladung zum Tanz

François-Xavier Roth und sein Orchester Les Siècles

Francois-Xavier Roth
Francois-Xavier Roth

Louis XIV. war ein Mann der Kriege und der Künste. Und nicht zuletzt auf dem Tanzparkett war der Monarch ein wahrer Könner, der sich laut Augenzeugen schon mal leicht wie eine Feder in die Lüfte schrauben konnte. Die passende Musik hatte ihm dazu sein genialer Haus- und Hofkomponiert Jean-Baptiste Lully in die Füße geschrieben. Zudem unterhielt er den Sonnenkönig mit Ballettmusiken, die er für die Komödien von Molière komponierte. Den Höhepunkt dieser Zusammenarbeit bildete 1670 die Comédie-Ballet »Le Bourgeois Gentilhomme«, für die Lully neben Bourrées und Gavottes spanische Tänze und türkische Märsche auffuhr. Eine klangprächtige wie rhythmisch exquisite Suite aus diesem Lully-Coup bildet denn nun auch die Ouvertüre zu einer musikalischen Tanz-Soiree, zu der Kölns GMD François-Xavier Roth jetzt mit seinem einzigartigen Originalklang-Orchester Les Siècles einlädt. Vier Jahrhunderte französische Musik- und Tanzgeschichte umfasst der Abend, bei dem Ballettmusiken aus dem Barock, der Romantik und der klassischen Moderne auf dem Programm stehen. Und ob es sich dabei um Ausschnitte aus Opern auch von Jean-Philippe Rameau und Jules Massenet handelt oder um Debussys »Prélude à l'aprèsmidi d'un faune« und Ravels spektakuläre Walzer-Apotheose »La Valse«, die für die legendären »Ballets Russes« entstanden sind – mit diesem facettenreichen Klangpanorama entpuppt sich Les Siècles nicht nur einmal mehr als »musikalisches Chamäleon « (François-Xavier Roth). Auch spieltechnisch stellt das Orchester seine verblüffende Wandlungsfähigkeit unter Beweis, wenn es die Kunst der historischen Aufführungspraxis beim Wort nimmt und tatsächlich jedes Werk auf Instrumenten der jeweiligen Entstehungszeit präsentiert. So erklingt etwa eine Posaune, die schon bei der Uraufführung von Ravels »Bolero« im Einsatz war. Auch solchen wertvollen Klangantiquitäten haucht nun Les Siècles bei seinem Ballettmusik-Konzert derart neues, frisches und packendes Leben ein, dass man dazu schon fast das eigene Tanzbein schwingen möchte. Guido Fischer


19.01.2020
Sonntag 18:00
Les Siècles
François-Xavier Roth Dirigent

Auszüge aus

Jean-Baptiste Lully
Suite aus »Le Bourgois Gentilhomme« LWV 43 (1670)

Jean-Philippe Rameau
Les Indes galantes (1736)
Suite Nr. 1 für Orchester, ediert von Paul Dukas

Léo Delibes
Coppélia ou La Fille aux yeux d'émail (1870)
Ballett in zwei Akten nach E.T.A. Hoffmanns Erzählung »Der Sandmann«

Jules Massenet
Le Cid (1883–85)
Oper in vier Akten. Libretto von Adolphe Philippe d’Ennery, Edouard Blau, Louis Gallet nach Pierre Corneille sowie

Claude Debussy
Prélude à l'après-midi d'un faune L 86 (1891–94) für Orchester. Nach einem Gedicht von Stéphane Mallarmé

Maurice Ravel
La Valse (1919–20)
Poème chorégraphique pour orchestre

17:00, Einführung in das Konzert durch Oliver Binder, Empore

€ 56,– 50,– 42,– 32,– 23,– 10,– | Z: € 42,
Kölner Sonntagskonzerte 4


Diese App macht Sie zum Beethoven-Experten

Der kanadische Pianist Jan Lisiecki Image 1

Die ganze Welt feiert 2020 den 250. Geburtstag von Beethoven. WDR 3 bringt die Musik und das Leben des berühmten Komponisten mit einer App auf Ihr Handy.

Für Elise, die Mondscheinsonate und Beethovens 9. – jeder kennt diese Werke. Aber was ist das Revolutionäre an Beethovens Musik und wie ist sie entstanden? Zum 250. Geburtstag des Weltstars bringt WDR 3 klassische Musik in die Welt der »Augmented-Reality«. Mit »Beethoven – Folge der Musik« kann die Musik ganz anders entdeckt und erlebt werden – spielerisch.

Zwei Welten treffen aufeinander

Die Musik kann durch das Spiel entdeckt werden und Gaming durch die Musik. Ähnlich wie bei »Pokémon Go« wird die Vorderkamera vom Smartphone oder Tablet benutzt. Der Spieler sieht seine reale Umgebung. Diese wird ergänzt durch Blumen, Vögel und Schmetterlinge, vorausgesetzt man bleibt im Takt. Es entsteht eine typische Game-Ästhetik, direkt auf ihrem Display: bunt und ständig in Bewegung.

Das Handy als Taktstock

Mit einem Punkt auf dem Display folgen Sie einer dynamischen Linie, die zur Musik passt. Ein sogenannter Tracer gibt Richtung und Tempo der Bewegung vor. Sie tauchen in die Musik ein und erfahren durch kurze Texte was die Essenz von Beethovens Werk ist und was ihn weltberühmt gemacht hat.

Studierende haben mitentwickelt

Gemeinsam mit Studierenden des Cologne Game Labs, einem Institut für Spieleentwicklung der TH Köln, und dem Kölner Spiele-Start-up »Massive Miniteam« hat das Kulturradio WDR 3 eine neue Form der Musikvermittlung geschaffen. Die kostenlose App kann ab dem 6. Januar für Android und iOS heruntergeladen werden.


Spicy & sexy!

Die Komische Oper Berlin zu Gast

Paul Abraham: Dschainah - Das Mädchen aus dem Tanzhaus
Paul Abraham: Dschainah - Das Mädchen aus dem Tanzhaus

Seit Barrie Kosky Intendant der Komischen Oper Berlin ist, geht es an diesem Traditionshaus endlich nicht nur wieder hoch her! Dank Kosky ist Berlins kleinstes Opernhaus tatsächlich zur allerersten Operetten-Adresse geworden – und zwar bundesweit! Einen besonderen Narren hat er dabei an den herrlich schwungvollen Würfen gefressen, mit denen Paul Abraham in den 1920er und 30er Jahren in Berlin auftrumpfte, bevor auch er schließlich vor den Nazis fliehen musste. Schon Anfang 2019 konnte sich das philharmonische Publikum von Abrahams umwerfend prickelnder Musik überzeugen, als das komplette Team der Komischen Oper Berlin mit dessen Operette »Viktoria und ihr Husar« in Köln gastiere. Nun haben Kosky & Co. einen weiteren Abraham-Schatz ausgegraben. 84 Jahre nach ihrer Wiener Uraufführung ist die Operette »Dschainah, das Mädchen aus dem Tanzhaus « erstmals auf deutschen Bühnen zu erleben. Und bei der konzertanten Aufführung dieser turbulenten Love-Story zwischen einem französischen Marineoffizier und einer vietnamesischen Geisha schlüpft in die Rolle der resoluten Schwiegermutter keine Geringere als die französische Schauspielerin und Sängerin Zazie de Paris. Das Orchester der Komischen Oper dirigiert Hendrik Vestmann. Und vor sich hat er eine Partitur, die mit ungarischen Klängen und flotten Jazz-Rhythmen gespickt ist. Oder wie es Hausherr Barrie Kosky auf den Punkt bringt: »Paul Abrahams Musik einfach nur spicy und sexy«. Guido Fischer


12.01.2020
Sonntag 20:00

Johannes Dunz Tenor
Zazie de Paris Alt
Mirka Wagner Sopran
Dániel Foki Bariton
Talya Lieberman Sopran
Hera Hyesang Park Sopran
Chorsolisten und Orchester der Komischen Oper Berlin
Hendrik Vestmann Dirigent

Paul Abraham
Dschainah, das Mädchen aus dem Tanzhaus (1935)
Operette in zwei Akten. Libretto von Alfred Grünwald und Fritz Löhner

€ 64,– 54,– 46,– 34,– 23,– 10,– | Z: € 46,–
Divertimento 4