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Bereits Napoleon Bonaparte hat in diesem Gebäude wiederholt übernachtet Bild: srs

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Von der Madonna bis Napoleon Ein Besuch der Baudenkmäler in Weidenpesch bietet jede Menge Sehenswertes

14.01.2021

Wer in Weidenpesch unterwegs ist, trifft auf einige historische Orte. Zu den Baudenkmälern gehört beispielsweise das Wohn- und Geschäftshaus auf der Neusser Straße 547–549, in dem der Gasthof „Zur alten Zollgrenze“ untergebracht ist. Seit 1995 stehen überdies die Kapelle „Madonna im Grünen“ und die umgebende Anlage an der Schmiedgasse und Leuthenstraße in der Denkmalliste des Landes Nordrhein-Westfalen.

Französische Zollstation

Das älteste Gebäude in Weidenpesch wurde 1698 erbaut und dient heute noch als Gasthof. In der Atmosphäre der „Zollgrenze“ schmeckte das Kölsch offenbar schon immer gut.
  

Die Kapelle „Madonna im Grünen“ entstand im Jahr 1945 Bild: srs
Die Kapelle „Madonna im Grünen“ entstand im Jahr 1945 Bild: srs

In der Überlieferung steht zu lesen, dass die Zollgrenze ehemals einem sogenannten Barger der Stadt Köln für treue Dienste in Krieg und Frieden als „Meierhof“ vom damaligen Erzbischof von Köln, Maximilian Heinrich von Bayern, vermacht wurde. Da dieses Gehöft der Stadt vorgelagert war, wurde sie ab 1794 von den Franzosen zur Napoleonischen Zollgrenzstation ausgebaut. Napoleon Bonaparte hat in dem Haus wiederholt übernachtet. Im Oktober 1813 soll Napoleon bei seinem Rückzug aus Moskau in der alten Zollgrenze seine Pferde gewechselt haben und von der Tochter des Hauses einen Labe-Trunk (älterer Begriff für Erfrischungsgetränk) entgegengenommen haben. Als 1899 die Galopprennbahn noch nicht so ausgebaut war wie heute, waren hinter der Zollgrenze in den Stallungen die Rennpferde untergebracht.
   

Grüne Oase

Schon im 13. Jahrhundert stand an der Weggabelung Schmiedegasse und Leuthenstrasse eine Kirche, die dem Heiligen Stephanus geweiht war. 1860 wurde die Stephanuskirche wegen Baufälligkeit abgerissen. Pastor Johannes Fürtjes und der Fabrikant Thomas Carl Tromm realisierten 1945 die Idee, an der Stelle des alten Gotteshauses eine Marienkapelle zu errichten. Stifter Tromm wollte so seine Dankbarkeit beweisen, dass er im Krieg von Unheil verschont geblieben war. Die Kapelle „Madonna im Grünen“ nach Entwurf von Sohn Carl Tromm wurde aus den Feldbrandsteinen der Stephanuskirche errichtet, die aus den Trümmern gesammelt worden waren.


"Die Kapelle steht in der Denkmalliste des Landes NRW."


Kontakt

„Zur alten Zollgrenze“
Neusser Straße 549
50737 Köln

„Madonna im Grünen“
Schmiedegasse/Leuthenstraße
50735 Köln