Nachrichten aus Köln, der Region und der Welt
Anzeigen

Der schönste Moment für die Wagenbauer ist, wenn das fertige Exemplar beim Rosenmontagszug von den Menschen belacht und bejubelt wird – darüber sind sich alle einig

ANZEIGE

Von der Skizze bis zum Wagen Ohne sie sähe der Zoch nicht aus wie der Zoch: Die Wagenbauer arbeiten von November bis Rosenmontag emsig an den Persiflage-, Fest- und Prunkwagen – auch in diesem Jahr

9.02.2021
Ohne sie sähe der Zoch nicht aus wie der Zoch: Die Wagenbauer arbeiten von November bis Rosenmontag emsig an den Persiflage-, Fest- und Prunkwagen – auch in diesem Jahr Image 2

1. Punkt, Punkt, Komma, Strich?

Mit Beginn der Session geht in der großen Halle des Kölner Karnevalsmuseums am Maarweg das Licht an. Sieben Tage die Woche zeichnen, werkeln und malen dort die Wagenbauer. Die Künstler, die verschiedenen Berufsgruppen angehören, erwecken mit ihren beeindruckenden Kreationen die kreativen Persiflageskizzen der Kritzelköpp zum Leben. Aus Bleistiftstrichen entstehen Figuren aus Styropor, Draht und Pappmaschee, Wagen aus Dachlatten und Spanplatten.

Ohne sie sähe der Zoch nicht aus wie der Zoch: Die Wagenbauer arbeiten von November bis Rosenmontag emsig an den Persiflage-, Fest- und Prunkwagen – auch in diesem Jahr Image 3

2. Die Planung ist die halbe Miete

Früher fertigten die Wagenbauer ihre Arbeiten nach eigenem Entwurf. Seit ein paar Jahren sind für die Ideen die Kritzelköpp zuständig. Doch bevor Figuren und Wagen entstehen können, überführen die Wagenbauer die zweidimensionalen Skizzen des Kreativkommandos in eigene Konstruktionszeichnungen. „Das Zeichnen hilft dabei, das Werk zu studieren, bevor man es umsetzt“, sagt Jörg Liebetrau, der seit fast 30 Jahren Wagenbauer ist. Normalerweise plant er dabei mit einer maximalen Höhe von 4,60 Metern. In diesem Jahr entstehen Figuren mit dem Maßstab 1:3 mit 1,5 Metern Höhe.  


Ohne sie sähe der Zoch nicht aus wie der Zoch: Die Wagenbauer arbeiten von November bis Rosenmontag emsig an den Persiflage-, Fest- und Prunkwagen – auch in diesem Jahr Image 4

3. Der Einfall nimmt Gestalt an

Wagenbauer ist eine komplexe Tätigkeit. Es wird mit unterschiedlichen Materialien gearbeitet. Größere Figuren sind aus Draht und Papier. Charakterköpfe und Details werden aus Styropor gefertigt. Das Schnitzen daran dauert etwa zwei bis drei Tage. Daher gehören die Künstler auch zu verschiedenen Berufsgruppen. Jörg Liebetrau ist gelernter Steinbildhauer und Diplom-Designer. Sein Sohn Aaron Paffenholz, der heute Design studiert, schuf bereits mit 16 seine erste eigene Figur.  


Ohne sie sähe der Zoch nicht aus wie der Zoch: Die Wagenbauer arbeiten von November bis Rosenmontag emsig an den Persiflage-, Fest- und Prunkwagen – auch in diesem Jahr Image 5

4. Farbe sorgt für mehr Plastizität

Als nächstes kommen Pinsel und Farbe zum Einsatz. Schließlich ist Karneval ein buntes Treiben. Besonders geschickt dabei ist etwa die professionelle Maskenbildnerin Lisa Labusga. Auch ihr wurde der Wagenbau in die Wiege gelegt. Ihr Vater Herbert nahm sie bereits als kleines Kind mit in die Halle. Die Arbeit im Familienverbund ist bei den Wagenbauern also wahrlich keine Seltenheit. Der Zusammenhalt hilft, wenn kurz vor knapp noch schnell ein zusätzlicher Wagen gebaut wird – wie etwa im letzten Jahr zum Attentat in Hanau. Da kann es schon mal passieren, dass die Farbe im Zoch nicht trocken ist.  


Ohne sie sähe der Zoch nicht aus wie der Zoch: Die Wagenbauer arbeiten von November bis Rosenmontag emsig an den Persiflage-, Fest- und Prunkwagen – auch in diesem Jahr Image 6

5. Der Unterbau gibt den nötigen Halt

Ein Wagen wäre kein Wagen ohne die nötige Unterkonstruktion. Dachlatten, Hartfaser-, Span- und Tischlerplatten werden in der Halle zugeschnitten, zusammengeschraubt und -gehämmert. Mit der passenden Musik geht den Wagenbauern die Arbeit direkt leichter von der Hand. Zum Richtfest kurz vor Weiberfastnacht muss alles fertig sein.
   

Große Spendenaktion

#nitallein: Unter dem Motto „Mer looße üch nit allein“ läuft derzeit eine große Spendenaktion für kulturschaffende Menschen im Kölner Karneval, die durch die Pandemie in Not geraten sind. Einfach eine Charity-SMS mit „Karneval5” oder „Karneval10” an die 44844 senden, um fünf oder zehn Euro von der Handyrechnung abbuchen zu lassen.

Mehr Infos unter www.nitallein.de