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Bild: Auto-Medienportal.Net/Tesla

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Weltweit fast elf Millionen E-Autos Die Zahlen steigen rasant – Deutschland bereits auf Platz 3 – Tesla vorn, VW dicht dahinter

26.04.2021

Im Jahr 2020 stieg der weltweite Bestand an Elektroautos auf 10,9 Millionen, ein Plus von mehr als drei Millionen gegenüber dem Vorjahr. China liegt mit gut fünf Millionen E-Autos weiter unangefochten auf Platz eins, gefolgt von den USA mit 1,77 Millionen. Deutschland hat sich mit fast 570.000 Fahrzeugen um drei Plätze auf Rang drei vorgearbeitet. Bei den Pkw-Neuzulassungen liegt Deutschland nun weltweit auf Platz zwei. Die neuen Zahlen stammen aus einer aktuellen Erhebung des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW). Das ZSW wertete für diesen Überblick nur Daten von Fahrzeugen aus, die Strom laden können, also von batterieelektrischen Fahrzeugen sowie von solchen mit Range extender-Systemen und Plug-in-Hybrid-Modelle. Das ZSW findet bei den neu zugelassenen Stromern jetzt erstmals drei deutsche Hersteller auf den ersten sechs Plätzen. Tesla führt mit fast 500.000 Neuzulassungen, wird aber vor allem von VW bedrängt.

Gebr. Gieraths GmbH

Klimaeffekte in weiter Ferne

Das ZSW weist jedoch darauf hin, dass eine deutliche höhere Marktdynamik erforderlich ist, um die Klimaschutzziele im Verkehr im Jahr 2030 zu erreichen. Mit den aktuellen Wachstumsraten wird es noch lange dauern, bis ein positiver Einfluss der Elektromobilität auf das Klima spürbar werden wird. Der Fahrzeugbestand weltweit liegt bei rund 1,4 Milliarden, die weitaus meisten mit Verbrennungsmotoren ausgestattet und mit einer maximalen „Lebenserwartung“ von 18 Jahren unterwegs. Selbst in Deutschland liegt die Lebensdauer eines gewöhnlich genutzten Personenwagens inzwischen bei rund zehn Jahren.

Die Zahlen steigen rasant – Deutschland bereits auf Platz 3 – Tesla vorn, VW dicht dahinter Image 2

Weniger Förderung in China

Die Zahl der Neuzulassungen von Elektrofahrzeugen hat weltweit im Jahr 2020 deutlich zugenommen: Sie stieg um 38 Prozent auf ein neues Rekordhoch von 3,18 Millionen – die Entwicklung lief damit deutlich gegen den Trend des Gesamtmarktes, der besonders durch die Coronapandemie von einem spürbaren Rückgang geprägt war. Während die Zulassungszahlen für E-Autos in Europa um 134 Prozent auf 1,37 Millionen stiegen, trugen die großen Märkte China und USA hingegen kaum zum Wachstum bei: Es gab auf dem chinesischen Markt nur 1,25 Millionen Neuzulassungen (drei Prozent Wachstum). Was auch damit zusammenhängt, dass China seine Förderung des Elektroautos deutlich zurückgefahren hat. So konnte Europa China überholen. In den USA war die Zahl mit 322.400 Neuzulassungen, ein Minus von zwei Prozent, sogar zum zweiten Mal in Folge rückläufig.


"Neues Rekordhoch bei Zulassungen läuft Corona-Negativtrend entgegen"


Höchste Wachstumsrate

Bei anderen Nationen ging es dagegen rasant nach oben, am deutlichsten in Deutschland: Dort stieg die Zahl der Neuzulassungen – getrieben von der extrem starken Förderung durch den Staat – von 108.530 im Jahr 2019 auf nunmehr 394.632. Das ist ein Plus von 264 Prozent – die weltweit höchste Wachstumsrate. Deutschland liegt nun bei den Neuzulassungen auf dem zweiten Rang hinter China und verdrängt die USA auf Platz drei. An vierter Position folgt Frankreich. Dort kletterten die Neuzulassungen auf 194.700, ein Wachstum von 180 Prozent. Ein deutliches Marktwachstum weisen auch die europäischen Länder Dänemark (245 Prozent), Italien (250 Prozent), Spanien (136 Prozent) und Großbritannien (140 Prozent) auf – jedoch auf deutlich niedrigerem absolutem Niveau bezüglich der Fahrzeugzahlen.

Drei deutsche Hersteller in den Top 6

Bei den Neuzulassungen 2020 steht Tesla mit 499.600 E-Autos nach wie vor an der Spitze. Mit wenig Abstand folgt die VW-Gruppe. Der Wolfsburger Autokonzern hat fast aufgeschlossen und kommt bereits auf 421.600 verkaufte Modelle. Das chinesische Unternehmen SAIC, das fast ausschließlich auf dem heimischen Markt tätig ist, folgt auf Rang drei (254.300). BMW (192.600) und Daimler (163.000) liegen mit Platz vier und sechs ebenfalls in den Top-Ten, insbesondere durch den Verkaufserfolg ihrer Plug-In-Hybrid-Modelle. Addiert man sämtliche Neuzulassungen der vergangenen Jahre weltweit, führt mit über 1,38 Millionen Elektro-Pkw weiterhin Tesla deutlich. Auf dem zweiten Platz folgt ebenfalls unverändert BYD aus China (916.400). Auf Rang drei vorgerückt ist VW mit 778.300 zugelassenen Elektro-Pkw. Platz vier besetzt BMW mit 603.200. (mit Material von ampnet)  
  

Hintergrund

Zulassungen haben sich verdreifacht

Das war ein starker Vor-Frühling für die E-Mobilität in Deutschland: Im März sind nach den Daten des Kraftfahrzeug-Bundesamts gut 30.000 reine Elektroautos und über 81.000 Hybridfahrzeuge neu zugelassen worden, im Vergleich zum Vorjahr jeweils fast eine Verdreifachung.

Kaufprämie stark nachgefragt
  

Dank der staatlichen Zuschüsse steigt die Nachfrage in Deutschland stark an Bild: Butch/stock.adobe.com
Dank der staatlichen Zuschüsse steigt die Nachfrage in Deutschland stark an Bild: Butch/stock.adobe.com

Im Rahmen der staatlichen Kaufprämie für Elektroautos ist im ersten Quartal dieses Jahres nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur die Rekordsumme von 765 Millionen Euro ausgezahlt worden. Beantragt wurde die Prämie für rund 128.000 Elektroautos. Im Gesamtjahr 2020 lag die Summe bei 652 Millionen Euro. Die Bundesregierung hatte die staatlichen Zuschüsse im Zuge des Konjunkturpakets im vergangenen Sommer deutlich angehoben, um die Nachfrage anzukurbeln. Das kostet den Bund Milliarden. Für reine E-Autos unter einem Nettolistenpreis von 40.000 Euro sind seitdem bis zu 9.000 Euro Prämie möglich. Der staatliche Anteil liegt bei 6.000 Euro, die Hersteller geben 3.000 Euro. Deutlich mehr E-Autos spielen eine große Rolle im Klimaschutzprogramm der Bundesregierung. Zwar sind die Neuzulassungen zuletzt stark gestiegen, immer noch aber dominieren Benziner und Diesel-Wagen auf den Straßen. Auch die Hersteller sind auf massiv mehr E-Autos angewiesen, um EU-Klimavorgaben erreichen zu können. Die Branche drängt daher auf mehr Tempo beim Ausbau des Ladenetzes.

Nach Smartphones nun auch E-Autos

Der im Westen vor allem als Smartphone-Anbieter bekannte chinesische Xiaomi-Konzern geht unter die Autobauer. In den kommenden zehn Jahren sollen dafür zehn Milliarden Dollar (rund 8,5 Mrd. Euro) investiert werden. Gründer und Konzernchef Lei Jun will die Führung der neuen Auto-Tochter selbst übernehmen, wie Xiaomi Ende März mitteilte. Xiaomi ist nicht der erste Elektronikanbieter, den es in die Autobranche zieht. So stellte etwa Sony bereits Anfang 2020 den Prototypen eines Elektroautos vor und entwickelt es derzeit weiter.