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Wege aus der häuslichen Gewalt: In den Beratungsstellen finden hilfesuchende Frauen und Kinder Zuflucht

Maren Benner vom Projekt „Step 2“ unterstützt Frauen, die häusliche Gewalt erlebt haben, bei der Wohnungssuche. Bild: Diakonie Michaelshoven

Es war Liebe auf den ersten Blick als Maria M. auf Joshua traf. Schnell war klar, dass sie ein gemeinsames Leben führen wollten, sie schmiedeten Pläne. 2009 wurden sie erstmals Eltern, zwei weitere Kinder folgten. Maria M. unterstützte ihren Mann, nahm Kredite für ihn auf, arbeitete und kümmerte sich um die Kinder. Die Aggressionen ihres Mannes allerdings häuften sich und mündeten immer wieder in häuslicher Gewalt. Zu viele Belastungen für die mehrfache Mutter. „An Weihnachten 2017 bin ich dann zusammengebrochen“, erinnert sie sich. „Jugendamt, Polizei, Frauenberatung: Das war alles neu für mich“, sagt die 39-Jährige, die Anfang 2018 erstmalig Hilfe annahm. Nach vielen Gesprächen in der Frauenberatungsstelle „Der Wendepunkt“ war Maria M. bereit, sich zu trennen. „Jetzt brauche ich dringend eine Wohnung“, sagt sie.

Lange Leidensgeschichte. So wie bei Maria M. läuft es meistens. „Fast alle Frauen, die aufgrund von häuslicher Gewalt bei uns Hilfe suchen, haben eine lange Leidensgeschichte hinter sich. Sie ertragen die häusliche Gewalt, weil sie Angst haben und schlimmere Konsequenzen befürchten“, sagt Marina Walch von der Beratungsstelle „Der Wendepunkt“. „Aber auch fehlende finanzielle Mittel und Wohnungsknappheit verhindern, dass die Frauen, ob mit oder ohne Kindern, ausziehen können“, sagt sie.

Neutrale Anlaufstelle

Hilfe für den Nachwuchs. Auch die Beratung für den Nachwuchs, der die häusliche Gewalt miterlebt hat, ist wichtig. „Wir hatten im letzten Jahr 761 Kinder, die mitbetroffen waren. Sie leiden unter dieser Situation, besonders, wenn ihre Eltern ständig streiten und Gewalt im Spiel ist. Sie brauchen eine neutrale Anlaufstelle, um über ihre Gefühle zu sprechen“, sagt Walch. Das Angebot kann allerdings nur durch die Spenden der Aktion „wir helfen“ vom Kölner Stadt-Anzeiger aufrechterhalten bleiben.

Neuer Lebensabschnitt. Eine bezahlbare Wohnung hat Maria M. in Köln nicht finden können. Gemeinsam mit ihren Kindern zog sie in den Umkreis von Köln und startet dort neu.

KONTAKT

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Die Beratungsstelle „Der Wendepunkt, Frauenberatung und Gewaltschutzzentrum“ erreichen Sie unter der Telefonnummer: 0221/9956-4444
  
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