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Die großen Online-Player – die sogenannten „Big Techs“ – nutzen die Daten von Millionen an Kunden. Bild: vegefox.com/stock.adobe.com

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Chancen und Risiken der Digitalisierung Die Finanzwelt befindet sich durch neue Technologien und Anbieter in einem tiefgreifenden Strukturwandel

15.06.2022

Homeoffice, Online-Meetings, Bestellungen über das Internet. Die Digitalisierung verändert den Lebensalltag rasant – natürlich auch im Finanzsektor. Denn ständig werden neue virtuelle Geschäftsmodelle, Technologien und Finanzprodukte präsentiert.

Online bezahlen

Mit einem Tastendruck kann heutzutage bezahlt werden. So hat sich bereits vor Jahren das Online-Banking etabliert und wird von Kunden als bequeme Variante wahrgenommen, Überweisungen von zu Hause aus in Auftrag zu geben. Mittlerweile sind neue alternative Online-Bezahlverfahren hinzugekommen. Beliebt sind beispielsweise digitale Geldbörsen (E-Wallets), die im Internet zur Bezahlung bei Online-Händlern genutzt werden können, nachdem man sie aufgeladen oder eine Zahlungsquelle hinterlegt hat. Auch im Einzelhandel vor Ort hat es Neuerungen mit dem kontaktlosen Bezahlen an der Kasse über den Funk-Chip in der Bankkarte oder im Smartphone gegeben.

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Angebote erweitert

Immer häufiger warnen Experten vor den neuen „Megaplayern des Finanzsektors“. Damit sind die sogenannten „Big Techs“ wie die international agierenden Online-Plattformen von Google, Facebook, Amazon und Co. gemeint, die ihr Angebot derzeit um Finanzdienstleistungen erweitern. Denn die „Big Techs“ profitieren von den Daten, die sie von ihren Millionen Kundinnen und Kunden weltweit täglich generieren. Diese erlauben ihnen, das Risikoprofil besser als jede traditionelle Bank zu analysieren und entsprechend der „Big Data“ ihre Angebote maßgerecht zu gestalten. Dabei treffen sie den Nerv der Zeit. Denn für ihren Kundenstamm ist die Idee eines einzigen Accounts für Finanzen, Shopping und Social Media verlockend. „So erweitern die großen Technologiekonzerne sukzessive ihr Angebot, also ihr ‚Ökosystem‘ – mit dem Ziel, weitere Nutzer auf die Plattform zu ziehen und sie immer länger dort zu halten“, sagte Burkhard Balz, Mitglied des Executive Board der Deutschen Bundesbank vor einiger Zeit in einem Vortrag. „Zusammen genommen begünstigen jedenfalls Netzwerk-, Skalen- und Verbundeffekte, dass sich Monopole bilden können.“

Europäische Alternative

Eine Gefahr sieht er vor allem in der Schaffung geschlossener Zahlungssysteme, die für die Durchführung der Zahlungen gar nicht mehr auf die etablierten Instrumente angewiesen sind. „Mittelfristig sehe ich eine europäische Alternative auch strategisch von höchster Bedeutung“, so Burkhard Balz. „Wir sollten nicht in die Situation kommen, in der die europäischen Verbraucher nur noch zwischen den Zahlungsdiensten amerikanischer und chinesischer Big Techs auswählen können.“